Die Hotellerie in Deutschland steht auf der Kippe. Das klingt dramatisch? Ist es auch. Otto Lindner, der Vorsitzende der IHA, und Markus Luthe, der Hauptgeschäftsführer, bringen es auf den Punkt: Trotz operativer Fortschritte seit Jahren gibt es kein wirtschaftliches Wachstum. Und das, wo die Zimmerpreise in den Keller gehen und die Insolvenzen in der Branche stetig zunehmen. Wenn das kein Alarmzeichen ist! Man fragt sich, wo die Reise hingeht.

Ein Lichtblick gibt es jedoch: Die dauerhafte 7-Prozent-Mehrwertsteuer auf Speisen hat für ein wenig Erleichterung gesorgt. Doch jetzt wird es spannend, denn zum Jahresende steigt der Steuersatz für Speisen und Getränke wieder auf 19 Prozent. Das wird ein echter Hammer für viele Betriebe. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga schlägt Alarm: Eine Umfrage zeigt, dass rund 12.000 Betriebe in Deutschland wegen dieser Steuererhöhung schließen müssten. Die Gastronomie steht unter immensem Druck – hohe Energiekosten und gestiegene Lebensmittelpreise tun ihr Übriges.

Die Herausforderungen der Branche

Ein weiteres großes Thema, das Lindner und Luthe ansprechen, ist der eskalierende Rechtsstreit mit Booking.com. Wer hätte gedacht, dass ein Online-Portal so viele Probleme verursachen kann? Doch damit nicht genug: Laut aktuellen Berichten sind die inflationsbereinigten Umsätze der Gastronomie im ersten Quartal 2023 um 12,5 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019 gefallen. Viele Betriebe müssen ihre Preise erhöhen, um die Mehrwertsteuererhöhung auszugleichen – 95 Prozent der Gastronomiebetriebe haben das bereits angekündigt.

Eine Umstellung, die besonders ländliche Regionen und Tourismusgebiete hart treffen könnte. Die CDU hat sich für eine dauerhafte Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung ausgesprochen, während SPD und FDP sich etwas offener zeigen. Die Grünen hingegen sind eher zurückhaltend. In dieser angespannten Lage könnte die Branche bald vor einer Pleitewelle stehen. Der Dehoga warnt bereits, dass wir uns in einem Szenario befinden, das an die wirtschaftlichen Herausforderungen während der Pandemie erinnert.

Ein Blick in die Zukunft

Wenn man sich die Zahlen anschaut, wird einem schwindelig. Im Jahr 2025 sind die Insolvenzen von Gastronomiebetrieben zum vierten Mal in Folge gestiegen. Mehr als 2.900 Betriebe waren betroffen, das ist der höchste Stand seit 2011. Und das ist kein Einzelfall: Seit 2020 haben über 11.200 Insolvenzen in der Gastronomie gezählt werden müssen. Auch bekannte Ketten wie Sausalitos und Vapiano konnten sich nicht retten. Die staatlichen Hilfen während der Pandemie halfen vielen, aber die Zeiten haben sich geändert, und die hohen Lohnkosten machen es vielen Betrieben schwer, profitabel zu wirtschaften.

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Die Herausforderungen sind vielfältig. Ein Rückgang bei der Frequenz von Restaurant- und Barbesuchen ist unübersehbar, während die Bestellungen nach Hause zunehmen. Kleine, inhabergeführte Betriebe kämpfen ums Überleben – fast 40 Prozent von ihnen haben Eigenkapitalquoten von weniger als 10 Prozent. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind alles andere als rosig. Und wie geht es weiter? Künstliche Intelligenz bietet neue Möglichkeiten, vor allem für den Mittelstand. Doch der Weg dorthin ist steinig und voller Tretminen – um es mit den Worten von Lindner und Luthe zu sagen. Es bleibt abzuwarten, wie die Branche diese Herausforderungen meistern wird. Ein ständiger Balanceakt zwischen Tradition und den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung.