Der Druck auf Kubas Tourismusbranche ist in den letzten Wochen spürbar gestiegen. Mehrere internationale Hotelgesellschaften haben angekündigt, ihr Engagement auf der Insel zu reduzieren oder sich sogar ganz zurückzuziehen. Eine neue US-Verordnung, die am 5. Juni in Kraft tritt, ist der Auslöser für diese Entwicklungen. Diese Regelung richtet sich gegen ausländische Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen zum kubanischen Militärkonglomerat Gaesa unterhalten – ein Unternehmen, das einen Großteil der touristischen Infrastruktur in Kuba kontrolliert. Gaesa betreibt über 100 Hotels und bietet rund 50.000 Zimmer an, und das ist nicht gerade wenig!

Die spanische Hotelgruppe Meliá, die zu den größten Betreibern in Kuba zählt, hat bereits die Management- und Vermarktungsverträge für 15 Hotels beendet, darunter einige in den beliebten Urlaubsorten Varadero und Havanna. Meliá verweist dabei auf geopolitische Unsicherheiten und die wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen, die es einfach nicht leicht machen. Übrigens hatte Meliá bereits Ende Februar die Schließung von etwa der Hälfte ihrer Hotels vorübergehend angekündigt. Das ist schon ein starkes Stück, oder? Auch Iberostar hat seine Präsenz drastisch reduziert und bietet nun nur noch sechs von ehemals 19 Hotels an. Auch andere internationale Betreiber denken laut nach, ob sie ihre Marktposition in Kuba halten oder besser gleich den Rückzug antreten sollen.

Die Ursachen sind vielfältig

Kuba hat in den letzten Jahren mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, die sich negativ auf den Tourismus auswirken. Stromausfälle, Treibstoffknappheit und Versorgungsengpässe sind an der Tagesordnung. Die Anreise zur Insel wird ebenfalls immer schwieriger: Die Fluganbindung hat sich zuletzt stark ausgedünnt, und die Gästezahlen sinken dramatisch. Zwischen Januar und April 2026 zählte Kuba nur rund 329.000 internationale Reisende – das ist im Vergleich zum Vorjahr ein herber Rückgang. Vor der COVID-19-Pandemie war Kuba übrigens das drittbeliebteste Ziel deutscher Urlauber in der Karibik, was zeigt, wie sehr sich die Zeiten geändert haben.

Die neue US-Sanktion, die von Präsident Donald Trump initiiert wurde, trägt zudem zur Verunsicherung bei. Unter der Executive Order Nr. 14404 drohen Sanktionen gegen Unternehmen, die mit Gaesa Geschäfte machen. Das macht natürlich nicht gerade Lust auf Investitionen oder eine langfristige Planung. Auch andere internationale Hotelketten wie die kanadische Blue Diamond Resorts oder die asiatische Archipelago ziehen sich zurück, und das hat schon etwas von einem Dominoeffekt.

Die Auswirkungen auf die Karibik

Die Auswirkungen dieser Entwicklungen sind nicht nur auf Kuba beschränkt. US-Sanktionen und die unsichere Energieversorgung beeinflussen den gesamten Tourismus in der Karibik. Die CARICOM-Staaten stehen vor der Herausforderung, eine Balance zu finden zwischen Solidarität mit Kuba und dem Schutz ihrer eigenen Tourismusinteressen. Schließlich trägt der Tourismus in vielen dieser Länder zwischen 25 und 40 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und sichert zahlreiche Arbeitsplätze. Die USA sind für viele karibische Staaten der größte Herkunftsmarkt für Touristen – eine heikle Situation!

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Auf dem 50. Gipfel der CARICOM-Regierungschefs wurde über solche Themen diskutiert. US-Außenminister Marco Rubio sprach dabei unter anderem über die Stabilisierung Venezuelas und die Stärkung von Energiepartnerschaften. Es zeigt sich also, dass der Tourismus in der Karibik nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine geopolitische Dimension hat. Kuba zieht jährlich Millionen von Besuchern an, leidet jedoch unter den Auswirkungen der US-Sanktionen, die den Zugang zu Treibstoff und Finanzmitteln stark einschränken. Das hat nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Vertrauen der Besucher in die Destination belastet.

Inmitten all dieser Entwicklungen bleibt die Frage, wie es mit dem kubanischen Tourismus weitergeht. Die Herausforderungen sind groß, doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft bleibt – irgendwo im Hintergrund, zwischen den vielen geopolitischen Spielen.