Heute ist der 19.08.2026, und während der Sommer so langsam in seinen letzten Zügen liegt, wird es Zeit, über die neuesten Trends im Reisverhalten der Europäer zu sprechen. Ein spannendes Thema, das die Dertour Group in ihrem dritten Teil des European Travel Trend Reports beleuchtet hat. Dabei wird klar: Die Art und Weise, wie wir Urlaub machen, verändert sich. Immer mehr Menschen suchen nach bedeutungsvollen Erlebnissen und weniger nach einem hektischen Programm voller Aktivitäten. Wer braucht schon Stress im Urlaub, wenn man entspannt die Seele baumeln lassen kann?

Eine Umfrage unter 8.000 Menschen aus 13 europäischen Märkten hat ergeben, dass über 53% der Befragten ein Interesse an erholungsorientierten Urlauben und Slow Travel haben. Besonders die Deutschen scheinen auf den Geschmack gekommen zu sein: Knapp 68% der Befragten wünschen sich eine bewusste Entschleunigung während ihrer Reise. Das ist nicht nur ein Trend, sondern offenbar eine Notwendigkeit, um im Urlaub tatsächlich zur Ruhe zu kommen – und das, wo der europäische Durchschnitt bei fast 64% liegt!

Slow Travel: Qualität statt Quantität

Im Kern steht das Konzept von Slow Travel: weniger ist mehr. Die Reisenden möchten tiefere Eindrücke sammeln, anstatt nur einen Haken hinter viele Sehenswürdigkeiten zu setzen. Aktivitäten wie Kochen in italienischen Dörfern, Wandern in kroatischen Weinbergen oder die Entspannung in schwedischen Waldhäusern sind der neue Hit. Dabei geht es nicht nur um die Orte selbst, sondern auch um die Begegnungen mit der Kultur und den Menschen vor Ort.

Das sind nicht nur leere Worte. Über 58% der Reisenden ziehen es vor, wenige prägende Erlebnisse zu haben, anstatt sich von einer Attraktion zur nächsten zu hetzen. Und mehr als 55% wünschen sich, intensiveren Kontakt zur Bevölkerung, Natur und Kultur aufzubauen. Das zeigt sich auch in der Wahl der Fortbewegungsmittel: Nachhaltig reisen ist angesagt. Mit der Bahn, per Rad oder einfach zu Fuß die Umgebung erkunden – das ist das neue Motto. Und die vielen kleinen Übernachtungsmöglichkeiten in familiengeführten Unterkünften bieten dazu die perfekte Gelegenheit.

Solo-Reisen: Allein, aber nicht einsam

Ein weiterer spannender Trend ist das Solo-Reisen. Komischerweise scheinen immer mehr Menschen den Mut zu haben, allein auf Reisen zu gehen. Rund 30% der Befragten überlegen, innerhalb des nächsten Jahres allein zu verreisen. Bei Singles sind es sogar fast 38%. Deutschland hat hier mit über 36% das höchste Interesse an Solo-Reisen in Europa. Das ist schon eine Ansage! Dabei wünschen sich über 38% der Alleinreisenden Einzelzimmer ohne Aufpreis, und fast 28% freuen sich auf gemeinsame Unternehmungen mit Gleichgesinnten. Das zeigt: Alleinreisen ist nicht gleichbedeutend mit Einsamkeit.

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Reiseveranstalter reagieren auf diese Entwicklungen. Sie bieten spezielle Gruppenreisen und reduzierte Zuschläge an – für alle, die trotz ihrer Alleinreise nicht auf Gemeinschaft verzichten möchten. Und was ist mit den digitalen Auszeiten? Fast 48,9% der Befragten nutzen ihren Urlaub, um Abstand von sozialen Medien zu gewinnen. Besonders unter den 25- bis 44-Jährigen in Europa ist das eine weit verbreitete Praxis. In Deutschland sind es vor allem die 35- bis 44-Jährigen, die diesen Trend unterstützen.

Das Wohlbefinden im Fokus

Für viele Reisende steht das persönliche Wohlbefinden an oberster Stelle. Über 52% verbinden langsameres Reisen mit Stressreduktion und einem besseren Lebensgefühl. In Österreich ist die Zustimmung für Slow Travel besonders hoch – über 67% der Befragten wünschen sich mehr Zeit am Urlaubsort. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Slow Travel mit einem tieferen Verständnis für lokale Kultur und authentischen Erlebnissen verbunden ist. Wer einmal in die Atmosphäre eines kleinen Marktes eingetaucht ist oder beim Kochen in einem italienischen Dorf teilgenommen hat, der weiß, was ich meine.

Es scheint, als ob die Reisenden auf ein neues Kapitel aufbrechen – eines, in dem Entschleunigung und alleiniges Reisen nicht nur über ein paar schöne Instagram-Bilder hinausgeht, sondern um echte Verbindungen mit der Welt und den Menschen darin. Und wer weiß, vielleicht ist der nächste Urlaub nicht nur eine Reise, sondern auch eine kleine Auszeit von der Hektik des Alltags. Vielleicht ist es das, was wir alle brauchen.