Heute ist der 24.04.2026. In Mainz brodelt es, denn die Stadt plant die Einführung einer sogenannten „Beherbergungsabgabe“, die ab dem 1. Juli 2026 in Kraft treten soll. Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) und Finanzdezernent Daniel Köbler (Grüne) haben die Pläne jüngst vorgestellt, die als Maßnahme zur nachhaltigen Förderung touristisch-kultureller Angebote gedacht sind.

Doch die Reaktionen aus der Hotellerie sind alles andere als begeistert. Viele Hoteliers betrachten die Abgabe als eine Steuer, die nicht dem Tourismus zugutekommt. Besonders deutlich äußert sich Matthias Sieber-Wagner, Vorsitzender des Tourismusfonds Mainz, der einen Vertrauensverlust in die Stadtregierung konstatiert und die Rücknahme der Abgabe fordert. Auch Julia Barth, Direktorin des Favorite Parkhotel Mainz, warnt vor einer wirtschaftlichen Gefährdung der Beherbergungsbetriebe.

Finanzielle Hintergründe und Kritik

Die Stadt Mainz sieht sich mit einem Haushaltsloch von rund 176 Millionen Euro für 2026 konfrontiert, was die Dringlichkeit dieser Maßnahme erhöht. Die Dienstaufsicht ADD genehmigte den Haushalt nur unter Auflagen, die unter anderem die Anhebung von Gebühren und Steuern umfassen. Die Beherbergungsabgabe soll voraussichtlich 2 Millionen Euro im ersten Jahr und 4 Millionen Euro im Folgejahr einbringen. Die Höhe der Abgabe wird zwischen 2 und 5 Euro pro Übernachtung liegen, abhängig von den jeweiligen Übernachtungskosten.

Die Abgabe wird als indirekte örtliche Aufwandsteuer erhoben und soll von den Beherbergungsbetrieben direkt bei den Gästen eingezogen werden. Hoteliers kritisieren jedoch, dass es keine Garantie für eine zweckgebundene Verwendung der Gelder gibt. Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU), die nicht in die neuen Pläne eingebunden war, betont die Notwendigkeit eines zweckgebundenen Gästebeitrags zur Förderung des Tourismus. Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) plant, sich zu den neuen Plänen zu äußern.

Reaktionen der Hoteliers

Lutz Frey, Direktor des Atrium Hotels, äußert, dass die Stadt nicht über die neuen Pläne informiert hat, was einen Bruch früherer Zusagen darstellt. Diese Kommunikationsschwierigkeiten tragen zur anhaltenden Verunsicherung unter den Hoteliers bei. Die Sorge um die wirtschaftliche Stabilität der Branche ist angesichts der bevorstehenden Abgabe greifbar, und viele Betriebe fragen sich, wie sie die Kosten auf ihre Gäste umlegen sollen.

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In Anbetracht dieser Entwicklungen ist es wichtig, einen offenen Dialog zwischen der Stadtverwaltung und der Hotellerie zu fördern, um Lösungen zu finden, die für beide Seiten tragbar sind. Die Förderung des Tourismus in Mainz sollte im Mittelpunkt stehen, ohne die wirtschaftliche Basis der Beherbergungsbetriebe zu gefährden.