Reiselust im Wandel: Warum die Deutschen die USA meiden könnten
Heute ist der 9.09.2026. Ein Blick auf die aktuellen Reisetrends zeigt, dass die touristischen Reisen in die USA aus Deutschland und der Schweiz in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang erfahren haben. Laut einer Untersuchung gab es von Januar bis Juni 2023 einen Rückgang um 14,2 Prozent in Deutschland. Im Juli war der Trend ähnlich, und auch die Schweiz verzeichnete mit 16,5 Prozent einen erheblichen Rückgang. Wenn das so weitergeht, könnte die Zahl der Reisen aus der Schweiz bis 2026 auf das Niveau von 2007 sinken – das wäre ein Rückgang von 25 Prozent seit Anfang 2025! Und das, obwohl die USA nach wie vor das beliebteste Fernreiseziel der Deutschen sind.
Für 2025 wird ein Rückgang von 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, was die Sorgen der Reisebranche weiter verstärkt. Gründe für die Zurückhaltung sind vielfältig: Die politische Lage in den USA, die hohen Preise und die komplexen Einreisebestimmungen – vor allem der organisatorische Aufwand für die elektronische Reisegenehmigung (ESTA) – spielen eine entscheidende Rolle. Laut Torsten Schäfer, Kommunikationschef des Deutschen Reiseverbands (DRV), hat fast die Hälfte der Befragten angegeben, dass die gesellschaftliche Situation in den USA ihre Reiseentscheidungen beeinflusst.
Einflüsse auf die Reiselust
Besonders Großveranstaltungen, wie die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft, führen häufig zu einem Rückgang touristischer Reisen. Die Angst vor höheren Preisen macht sich breit. Man fragt sich, ob es das wirklich wert ist, sich in die USA zu begeben, wenn die Unsicherheit über die Kosten im Raum steht. Die Buchungszahlen deuten jedoch darauf hin, dass die USA auch in diesem Jahr, 2023, weiterhin ein beliebtes Ziel bleiben.
Doch die Herausforderungen werden nicht weniger. Ab 1. Januar 2026 verschärfen die USA ihre Einreisebedingungen für Staatsbürger aus 39 Ländern, darunter auch einige aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten. Diese neuen Regulierungen könnten die Attraktivität der USA als Reiseziel weiter schmälern. Besonders betroffen sind Bürger, die außerhalb der USA sind und kein gültiges Visum besitzen. Einige müssen sogar eine Visa-Bürgschaft von mehreren tausend Dollar hinterlegen, um überhaupt einen Antrag auf ein Besuchervisum stellen zu können.
Marktveränderungen und internationale Trends
Die Folgen sind bereits jetzt spürbar: Der Rückgang der internationalen Ankünfte in den USA ist ab 2025 festzustellen, und die Einnahmen aus dem internationalen Tourismus sinken um über 20 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Hotels, Freizeitunternehmen und Dienstleister in reiseabhängigen Regionen stehen unter wachsendem Druck. Auch aus wichtigen Quellmärkten wie Mexiko, Indien, Brasilien und China nehmen die Besucherzahlen ab.
Steigende Visakosten und verschärfte Einreiseprüfungen sind nur einige der Gründe, warum Touristen zunehmend alternative Reiseziele in Europa, Asien oder Südamerika wählen, wo die Visa-Prozesse einfacher sind. Es entsteht eine Umverteilung von Reiseströmen im globalen Tourismussektor, und die USA könnten langfristig Marktanteile verlieren. Die neuen Anforderungen, wie die Abfrage von Social Media-Daten und erweiterte biometrische Kontrollen, erschweren die Reisevorbereitung zusätzlich.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich die Reiselust der Deutschen in die USA trotz der Herausforderungen aufrechterhalten kann. Aber eines ist sicher: Der internationale Reiseverkehr steht vor turbulenten Zeiten.
