Heute ist der 29.10.2026, und der Schweizer Tourismus steht vor einer spannenden, aber herausfordernden Zeit. Richard Kämpf, Leiter der Tourismuspolitik beim SECO, hat sich dazu geäußert, wie der Staat künftig den Schweizer Tourismussektor unterstützen möchte. Dabei geht es nicht um eine Rundumversorgung in Form von Subventionen für jedes Hotel, sondern um gezielte Maßnahmen. Der Fokus liegt auf Innovationen, Kooperationen, internationaler Vermarktung und dem Überbrücken von Finanzierungslücken. Diese Strategie soll den gesamten Sektor stärken und nicht nur einzelnen Betrieben zugutekommen. Ein sinnvoller Plan, der jedoch auch einige Hürden mit sich bringt.

Das Förderprogramm Innotour steht im Mittelpunkt dieser staatlichen Unterstützung. Die Nachfrage nach Fördergeldern ist enorm, weshalb es neue Prioritäten gibt. Ab dem 1. April 2026 müssen Projekte mindestens drei verschiedene Destinationen einbeziehen, um förderfähig zu sein. Dies soll sicherstellen, dass die Mittel effizient eingesetzt werden. Der Bund hat zwar die Mittel für Innotour auf sieben Millionen Franken jährlich begrenzt, doch die Mittel reichen voraussichtlich nicht bis Ende 2027. Eine Herausforderung, die viele Projektträger zu kreativen Lösungen zwingt.

Die aktuelle Lage der Hotellerie

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Übernachtungen in der Schweiz sind zwischen 2005 und 2025 von 32 Millionen auf knapp 44 Millionen gestiegen. Auch die Bettenauslastung hat sich von 33 Prozent im Jahr 2004 auf 40 Prozent im Jahr 2025 erhöht. Besonders stark ist die Nachfrage aus den USA gewachsen. Aber es gibt auch Schattenseiten. Die Rentabilität in der Ferienhotellerie bleibt schwierig, und die Logiernächte sanken im ersten Halbjahr 2026 um 2,2 Prozent – vor allem aufgrund eines Rückgangs bei ausländischen Gästen. Der Krieg im Nahen Osten hat hier seine Spuren hinterlassen.

Die Strukturwandel in der Branche ist unübersehbar. Zwischen 2005 und 2024 sank die Zahl der Hotelbetriebe um 24 Prozent, während die Anzahl der Hotelbetten um 7 Prozent stieg. Kleinere Hotels sind laut Kämpf nicht automatisch gefährdet. Mit dem richtigen Konzept können selbst Betriebe mit weniger als 15 Zimmern profitabel arbeiten. Dennoch haben viele kleine und mittlere Hotels nicht die notwendigen Ressourcen, um mit den großen Playern mitzuhalten. Hier könnte die staatliche Unterstützung durch Innotour und andere Förderprogramme entscheidend sein.

Die Herausforderungen und die Rolle von Innotour

Innotour wird dabei als Innovationsförderprogramm des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) betrachtet. Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. Kritiker bemängeln, dass die Intransparenz in den letzten Jahren zugenommen hat und die Bedürfnisse der Gäste oft nicht ausreichend berücksichtigt werden. Ein Netzwerk von Beratungsfirmen, das sich auf die Erlangung von Subventionen spezialisiert hat, scheint die Fördermittel eher für sich zu nutzen als für die eigentlichen Projekte. Dabei sollte es doch darum gehen, die touristischen Strukturen zu verbessern und echte Innovationen zu fördern.

Die Diskussion um die Förderung der Hotellerie wird weiterhin intensiv geführt. Der Bundesrat hat eine Gesetzesrevision zur möglichen Ausweitung der SGH-Förderung auf Stadthotels angestoßen, aber die Meinungen sind gespalten. Eine staatliche Unterstützung könnte zu Mitnahmeeffekten führen – ein Dilemma, das nicht zu unterschätzen ist. Während der Bund kreative Lösungen sucht, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen, bleibt abzuwarten, ob diese Ansätze wirklich fruchten oder ob wir in einem Subventionskreislauf gefangen bleiben.

Die Zukunft des Schweizer Tourismus bleibt ungewiss, aber eines ist sicher: Der Sektor wird auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft sein. Innovative Ansätze und das Zusammenspiel von verschiedenen Akteuren werden entscheidend sein, um die Herausforderungen zu meistern und die Attraktivität der Schweiz als Reiseziel zu sichern.