Heute ist der 13.05.2026 und die Welt des Reisens wird von vielen Faktoren beeinflusst, die oft außerhalb unserer Kontrolle liegen. Ein besonders prägnantes Beispiel dafür ist der Iran-Krieg, der nicht nur geopolitische Spannungen mit sich bringt, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf den Reisekonzern TUI hat. Millionenverluste sind die traurige Bilanz, die die TUI-Chefs in ihren Büros hinnehmen müssen. Die Reisewelle, die viele von uns in den Sommermonaten erwartet haben, wird durch Unsicherheiten und Ängste gebremst. Viele Urlauber buchen später und scheuen sich, Länder im östlichen Mittelmeer zu besuchen. Das spiegelt sich auch in den Buchungszahlen wider: Knapp die Hälfte der Verbraucher, die in diesem Sommer verreisen wollte, hat noch nicht gebucht. Ein klarer Hinweis darauf, dass die Vorfreude auf den Sommerurlaub momentan von Skepsis überschattet ist.
TUI selbst verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Gäste. Die beliebten Reiseziele wie Spanien – inklusive der traumhaften Balearen und Kanaren – sowie Griechenland bleiben nach wie vor im Rennen, aber anderswo sieht es mau aus. Buchungen für Ägypten, die Türkei und Zypern zeigen eine besorgniserregende Entwicklung. TUI-Chef Sebastian Ebel hat zwar eine stabil bleibende Preispolitik in diesen beliebten Regionen angekündigt, doch das lässt die Frage aufkommen: Wie lange kann das Unternehmen diesem Druck standhalten? Trotz eines Umsatzrückgangs von rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bleibt die Reisebereitschaft der Deutschen allerdings ähnlich hoch wie im Vorjahr. Ein kleines Licht in der Dunkelheit, könnte man sagen.
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs
Die Belastungen durch den Iran-Krieg sind auch im aktuellen Quartal nicht zu übersehen. Der saisonal übliche Verlust wurde zwar reduziert, aber die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Das operative Geschäft weist ein underlying EBIT von -193 Millionen Euro auf. Eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, aber dennoch weit entfernt von den erhofften Gewinnen. Einmalbelastungen durch den Konflikt summieren sich auf etwa 45 Millionen Euro. Das macht die Situation für TUI nicht einfacher – die Nettoverschuldung bleibt stabil bei 3,012 Milliarden Euro, was ebenfalls ein Indiz dafür ist, dass das Unternehmen auf der Kippe balanciert. Gleichzeitig zeigen die Marktanalysen, dass die Kunden vorsichtiger werden und Buchungen näher am Abreisezeitpunkt vornehmen. Das lässt aufhorchen!
Im Winterhalbjahr haben 12,8 Millionen Gäste TUI genutzt – ein kleiner Lichtblick in einem sonst eher trüben Gesamtbild. Das zweite Quartal wurde von Ebel als „sehr gut“ bezeichnet, aber ohne den Iran-Krieg wäre es vielleicht überragend gewesen. Geplante Angebote für weniger nachgefragte Reiseziele könnten zwar die Margen drücken, aber es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die langfristige Rentabilität auswirkt. Die steigenden Kerosinkosten könnten mittelfristig ebenfalls zu Ticketpreiserhöhungen bei Airlines führen – ein weiterer Punkt, der sowohl TUI als auch die Reisenden unter Druck setzen könnte.
Herausforderungen in der Reisebranche
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Reisebranche sind nicht zu unterschätzen. Zahlreiche Reisen und Flüge wurden abgesagt, was für Airlines und Reiseveranstalter einen enormen organisatorischen Aufwand bedeutet. Viele Reisende sitzen fest – einige Flughäfen sind beschädigt und der Luftraum ist teilweise gesperrt. Besonders die internationalen Umsteigeflughäfen in der Golfregion, wie Dubai, sind betroffen. TUI Cruises sieht sich mit zwei Kreuzfahrtschiffen, die in Abu Dhabi und Doha festhängen, konfrontiert, da der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus blockiert. Zehntausende deutsche Reisende sind betroffen, und die Airlines müssen sich um die Unterbringung der gestrandeten Touristen kümmern, was zusätzliche Kosten verursacht.
Das Auswärtige Amt hat die Reisehinweise für die Region verschärft und zahlreiche Reisewarnungen ausgesprochen, was die Situation weiter kompliziert. Lufthansa hat alle Flüge bis zum 8. März gestrichen, und auch Dertour hat alle Reisen in die Region bis einschließlich 5. März abgesagt. Die genauen Kosten für die Reisebranche sind noch nicht bezifferbar, und es bleibt abzuwarten, wie lange diese Situation anhält. Trotz der Herausforderungen bleibt die Reiselust der Deutschen jedoch hoch. 2025 erreichten die Reiseausgaben mit 88 Milliarden Euro einen Rekordwert, und viele Vorausbuchungen für den Sommer 2026 liegen bereits vor – mit einem klaren Fokus auf europäische Ziele wie Spanien und Griechenland.