Bewertungen im Kreuzfeuer: Die geheimen Löschstrategien der bayerischen Hotellerie
Heute ist der 20.07.2026 und in Bayern brodelt es in der Gastronomie und Hotellerie! Ein aktueller Bericht zeigt, dass viele Betriebe sich nicht nur über ihre Gäste, sondern auch über deren Meinungen Gedanken machen. Es geht um Google-Bewertungen, die wie ein Damoklesschwert über den Betrieben hängen. In einer Stichprobe der dpa, die mehr als 1.600 Datensätze aus den großen Städten Bayerns unter die Lupe nahm, stellte sich heraus, dass zwischen einem Siebtel und einem Viertel der Betriebe Bewertungen löschen lassen. Ja, ihr habt richtig gehört – das sind ganz schön viele Löschungen! Wenn man bedenkt, dass in Nürnberg fast 26% der Betriebe dieser Praxis nachgehen, ist das schon ein beachtlicher Anteil. München folgt dicht dahinter mit knapp 25% und auch Städte wie Würzburg und Erlangen sind nicht weit entfernt mit 24% und 23% Löschungen.
Es ist fast schon ein Wettlauf um die besten Bewertungen, und da kommen die Löschungen ins Spiel. In einigen Fällen reden wir hier von über 200 gelöschten Bewertungen, auch wenn die meisten Betriebe eher ein- oder zweistellige Werte anpeilen. Woher kommt dieser Druck? Professor Steffen Kroschwald hat es treffend formuliert: Die wirtschaftliche Bedeutung von Google-Bewertungen für Unternehmen ist enorm. Und es gibt sogar eine „Löschindustrie“, die sich auf das Entfernen von Bewertungen spezialisiert hat. Das wirft viele Fragen auf – vor allem, was mit den echten, ehrlichen Meinungen passiert.
Die Schattenseite der Bewertungen
Besonders in Großstädten wie Frankfurt, Berlin und Köln steigt die Zahl der Löschungen. Laut einer Stichprobe werden hier zwischen 11 und 30 Prozent der Bewertungen entfernt, was in der Gastronomie zu einem echten Dilemma führt. In der Regel melden Betriebe nur die Bewertungen, die sie als gefälscht, beleidigend oder unwahr erachten. Aber was ist mit der sachlichen Kritik, die oft untergeht? Jürgen Benad, Geschäftsführer des Dehoga-Bundesverbands, hat klare Ansichten dazu. Er fordert, dass sachliche Kritik stehen bleiben sollte, während Beleidigungen und Fake-Bewertungen nachvollziehbar gelöscht werden können. Komisch, aber wahr: Manche Gaststätten berichten sogar von Druckversuchen durch angedrohte schlechte Bewertungen. Da wird einem ja ganz schwindelig!
Und das ist noch nicht alles. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland über 756.500 Beiträge auf Google Maps wegen „illegalem Inhalt“ gelöscht – und fast 99,9 Prozent dieser Löschungen fanden hierzulande statt. Das wirft ein grelles Licht auf die Praxis, die viele Betriebe an den Rand des Wahnsinns treibt. Die neue Regelung von Google, die einen Hinweis anzeigt, wenn Bewertungen gelöscht wurden, soll für mehr Transparenz sorgen, aber ob das wirklich hilft? Die Frage bleibt, wie viel Zeit und Energie die Betriebe in die Löschverfahren investieren müssen.
Rechtliche Aspekte und Herausforderungen
Der Bundesgerichtshof hat sich mittlerweile auch mit dem Thema auseinandergesetzt. Er stärkt die Rechte der Unternehmen, wenn es um problematische Bewertungen geht. In einer Entscheidung vom 9. August 2022 wurde klargestellt, dass Bewertungsportale bei substantiierter Echtheitsrüge aktiv werden müssen. Das bedeutet, dass Unternehmen, die behaupten, es habe keinen realen Kundenkontakt gegeben, die Portale dazu bringen können, die Bewertungen zu überprüfen. Das ist ein echter Schritt in die richtige Richtung! Negative Bewertungen von Nichtkunden sind unzulässig und müssen gelöscht werden. Das klingt doch fair, oder?
Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Betriebe müssen sorgfältig dokumentieren, um Löschansprüche geltend zu machen. Das kann zeitintensiv und stressig sein. Und nicht zu vergessen: Authentische Kundenbewertungen sind grundsätzlich zu dulden, auch wenn sie negativ sind. Ein gewisses Maß an Kritik gehört einfach dazu. Doch wie geht man damit um, ohne die Nerven zu verlieren? Die Herausforderung liegt darin, ein systematisches Bewertungsmanagement zu etablieren und zeitnah auf problematische Bewertungen zu reagieren.
Im Endeffekt bleibt die Frage, wie sich die Landschaft der Online-Bewertungen weiterentwickeln wird. Mit dem Aufkommen von KI-generierten Bewertungen und sogar Video-Bewertungen stehen wir möglicherweise erst am Anfang einer neuen Ära im Reputationsmanagement. Die Betriebe müssen sich darauf einstellen und die Entwicklungen genau beobachten – denn in der heutigen Zeit ist eine positive Online-Präsenz entscheidend.
