Heute ist der 6.11.2026 und es gibt Neuigkeiten aus Brasilien, die nicht nur die dortige Gastronomie betreffen, sondern auch für unser Gastgewerbe hier in Deutschland von Interesse sein könnten. Die brasilianische Bundesregierung hat Übergangsregeln für die Besteuerung alkoholischer Getränke veröffentlicht. Diese Regelung, die am 4. November 2026 in Kraft trat, soll den Bars und Restaurants ab dem 2. Februar bis zum 31. Dezember 2027 einen steuerlichen Aufschwung bringen. Die selektive Steuer, die als Teil einer umfassenden Steuerreform eingeführt wird, sieht vor, dass der fixe Steuerbestandteil auf alkoholische Getränke auf null gesetzt wird. Das macht die Sache für die Gastronomie interessant – immerhin machen die Getränkepreise einen erheblichen Teil des Umsatzes aus!

Diese Übergangsmaßnahme wurde unter dem Gesetzestext 1.399/2026 festgehalten und muss noch vom brasilianischen Kongress geprüft werden. Laut dem Branchenverband Abrasel wird die gesamte Steuerbelastung im Jahr 2027 voraussichtlich auf einem ähnlichen Niveau bleiben wie zuvor mit der föderalen Industriesteuer IPI. Das klingt ja erst einmal positiv! Bars und Restaurants können ihre Einkaufspreise und Umsatzpläne in Ruhe angehen, auch wenn sie sich gleichzeitig auf die zukünftigen Steuerregelungen nach 2027 vorbereiten müssen. Abrasel hat hierzu bereits betont, dass die aktuelle Regelung für die Gastronomie keine unmittelbare zusätzliche Steuerbelastung bedeutet, was für einige Betriebe eine kleine Erleichterung sein dürfte.

Die Unsicherheit nach 2027

Die Unsicherheit schwebt jedoch wie ein Damoklesschwert über der Branche. Was passiert ab 2028? Hier ist man sich noch nicht ganz einig. Die Regierung plant, bis zum 31. Mai 2027 einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die dauerhaften Sätze der selektiven Steuer regeln soll. Das könnte für die Gastronomie Auswirkungen auf Speisekartenpreise, Nachfragen und Beschäftigung haben. Das klingt alles andere als unproblematisch, oder? Dario Durigan vom Finanzministerium hat jedoch zugesichert, die künftigen Steuersätze mit den betroffenen Branchen zu erörtern. Das lässt Raum für Hoffnung, dass die Gastronomie nicht völlig im Dunkeln tappt.

Ein weiterer Punkt, der für Aufregung sorgt: Die Regelung zur selektiven Steuer wird in verschiedenen Bereichen wie Spirituosen und Zigaretten noch geprüft. Abrasel hat auch signalisiert, dass sie die möglichen Auswirkungen der neuen Steuerregelung auf den Schwarzmarkt für diese Produkte unter die Lupe nehmen wird. Klar ist, das Thema wird uns noch eine Weile beschäftigen.

Der große Reformprozess

Das Ganze findet im Rahmen einer umfassenden Steuerreform statt, die am 21. Dezember 2023 beschlossen wurde. Diese Reform gilt als die größte Änderung des brasilianischen Steuersystems seit den 1960er Jahren. Über 30 Jahre wurde darüber diskutiert! Ziel ist es, die Steuerzahlung und -erhebung zu vereinfachen und mehrere Konsumsteuern abzuschaffen. Es wird spannend zu sehen, wie sich diese Reform langfristig auswirken wird. Die Einführung einer dualen Mehrwertsteuer ab 2027 könnte für die Gastronomie neue Herausforderungen mit sich bringen.

Die Übergangsphase, die bis 2033 andauern soll, wird für die Branche entscheidend sein. Die Regelungen, die in dieser Zeit getestet werden, könnten die Art und Weise, wie wir in der Gastronomie arbeiten, nachhaltig beeinflussen. Besonders die Einführung der neuen selektiven Steuer, die auch gesundheitspolitische und ökologische Ziele verfolgt, könnte eine neue Ära für unser Gastgewerbe einläuten. Wer weiß, vielleicht wird das Catering und die Getränkewahl bald in einem ganz anderen Licht gesehen! Die Vorbereitungen für die kommenden Jahre laufen bereits auf Hochtouren.