DEHOGA fordert Erhalt von Minijobs und feiert Mehrwertsteuersenkung auf Speisen im Kohlenbacher Hof
Heute ist der 1.11.2026 und in der Welt des Gastgewerbes gibt es einiges zu berichten! Die jüngsten Entwicklungen rund um die Mehrwertsteuer und die Minijob-Pläne sorgen für eine Mischung aus Erleichterung und Besorgnis. Eine wichtige Entlastung für viele Gaststätten war die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent, die seit Jahresbeginn gilt. Bei einem Fachgespräch im malerischen Waldkircher Landhotel „Kohlenbacher Hof“ dankten Vertreter des DEHOGA dem SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner für diese Maßnahme. Sie haben das Gefühl, dass diese Senkung den Betrieben den geforderten finanziellen Spielraum zurückgibt – besonders nach den heftigen Kostensteigerungen der letzten Jahre. Es war wirklich eine Erleichterung, die die Branche dringend nötig hatte!
Doch während man einen kleinen Sieg feiert, gibt es auch Schattenseiten, die uns nicht loslassen. Die Branche sorgt sich nämlich über Pläne zur Verteuerung von Minijobs. Der DEHOGA warnt vor einer möglichen Erhöhung der Sozialabgaben auf mehr als 42 Prozent, was den Betrieben in Baden-Württemberg zusätzliche Kosten von rund 70 Millionen Euro bescheren könnte. Diese Minijobs sind für viele Gaststätten lebenswichtig – vor allem in Stoßzeiten, bei Feiern und an Wochenenden. Komischerweise nutzen mehr als die Hälfte der Aushilfen Minijobs als steuerfreien Zuverdienst neben einer Vollzeitstelle. Wenn diese Kosten steigen, könnte das die Preise in die Höhe treiben und so manche Betriebe im ländlichen Raum ernsthaft gefährden.
Der DEHOGA und die politischen Weichenstellungen
Der stellvertretende DEHOGA-Landesvorsitzende Peter Ehrhardt und die Kreisvorsitzende Michaela Gluminski waren ebenfalls bei dem Gespräch anwesend. Sie forderten den Erhalt der Minijobs und flexiblere Regelungen im Arbeitszeitgesetz. So wäre es doch viel sinnvoller, eine Wochenarbeitszeit statt starrer Tagesgrenzen zu ermöglichen. Und hey, auch die Ausbildung von Köchen sollte entlastet werden! Fechner spricht sich klar gegen eine pauschale Abschaffung von Minijobs aus. „Das würde viele Schüler, Studierende und Rentner mit Zuverdienst treffen“, betont er. Das Positionspapier, das er überreichte, möchte er in die Beratungen der SPD-Bundestagsfraktion einbringen.
Ein weiterer Lichtblick ist die Einigung über einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz von 7 % auf alle Speisen, der ab dem 1. Januar 2026 gilt. Diese Regelung ist nicht befristet und gilt unabhängig davon, ob die Speisen im Restaurant verzehrt oder zum Mitnehmen verkauft werden. Der DEHOGA hat sich seit über 16 Jahren für diese Regelung eingesetzt. Das soll nicht nur Wettbewerbsverzerrungen beseitigen, sondern auch Investitionen und Wachstumsimpulse in der Gastronomie ermöglichen. Und das ist dringend nötig, denn die realen Branchenumsätze liegen in Baden-Württemberg nach wie vor etwa fünf Prozent unter dem Niveau von 2019! Gleichzeitig sind die Kosten für Energie, Personal und Wareneinsatz umso mehr gestiegen. Eine schwierige Gemengenlage.
Aktuelle Zahlen und Trends
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im ersten Halbjahr 2026 ist der Umsatz der Gastronomie real um 5,7 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Nominal sieht es zwar etwas besser aus mit einem Plus von 2,2 %, aber das ist kein Grund zur Euphorie. Der Umsatz des gesamten Gastgewerbes im ersten Halbjahr 2026 zeigt ähnliche Tendenzen – real ein Minus von 5,2 %. Die Herausforderungen sind enorm. Und wenn wir uns die Verbraucherpreise für Gaststättendienstleistungen anschauen, die im Januar 2026 um 28,2 % über den Preisen von Januar 2022 lagen, wird das Bild noch klarer.
Ein weiterer Aspekt, der nicht unbeachtet bleiben sollte, sind die steigenden Arbeitskosten im Gastgewerbe – sie lagen im vierten Quartal 2025 um 39,6 % über dem Niveau von 2019. Das belastet die Betriebe enorm! Die Beschäftigtenzahlen im Gastgewerbe sind zwar stabil geblieben, aber die Unsicherheit ist groß. Mit 1.097.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im November 2025 ergibt sich ein leichter Anstieg um 0,2 % im Vergleich zu 2019. Geringfügig Beschäftigte machen im Gastgewerbe einen erheblichen Teil aus – und hier gilt es, die Rahmenbedingungen zu optimieren!
In diesen turbulenten Zeiten bleibt nur zu hoffen, dass die politischen Entscheidungen in Berlin die richtigen Weichen stellen, um das Gastgewerbe nicht weiter in die Bredouille zu bringen. Die Branche hat so viel Potenzial und verdient eine faire Chance, sich zu entwickeln und zu prosperieren! Wir sollten die Ohren offen halten und gespannt verfolgen, wie sich die Dinge entwickeln.
