Heute ist der 31.10.2026 und das Gastgewerbe in Großbritannien steht vor einer Herausforderung, die nicht zu unterschätzen ist. Laut aktuellen Daten von NielsenIQ hat die Gastronomie in den zwölf Monaten bis September 2026 einen Rückgang von 977 lizenzierten Betrieben zu verzeichnen, was die Gesamtzahl auf gerade einmal 98.319 senkt. Das entspricht einem Verlust von fast 19 Betrieben pro Woche! Wer hätte gedacht, dass es so schnell gehen kann? Immerhin stehen wir kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, das normalerweise von lebhaften Gruppenbuchungen und Firmenfeiern geprägt ist. Aber die Realität sieht ganz anders aus.

Im dritten Quartal 2026 verließen sogar 2.436 Betriebe die Bühne, während nur 2.191 neue eröffnet wurden – und das in einem Zeitraum, der für viele Gastronomiebetriebe entscheidend ist. Der Kostendruck, der die Branche massiv belastet, lässt sich nicht leugnen. Pubs, Bars, Restaurants und viele andere lizenzierten Einrichtungen kämpfen gegen steigende Preise und eine schwache Verbraucherstimmung. In einer Umfrage zur Geschäftsaussicht bewerteten nur 37 % der Führungskräfte ihre Perspektiven für die kommenden zwölf Monate optimistisch. Das lässt aufhorchen, oder? Ein Rückgang von 1 % im Jahresvergleich ist nicht einfach nur eine kleine Delle – es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir uns in stürmischen Gewässern befinden.

Die Auswirkungen auf die Branche

Die Schließungen haben nicht nur Auswirkungen auf die Betriebe selbst, sondern auch auf die gesamten Vertriebsmöglichkeiten für Getränkehersteller. Weniger lizenzierten Betriebe bedeuten potenziell weniger Verkaufsstellen für Bier, Wein und Spirituosen, die zum direkten Verzehr gedacht sind. Die Absatzplanung für die Hersteller könnte sich also ebenfalls ändern. Besonders in den Momenten, in denen die Verbraucher normalerweise ihr Geld locker machen. Die Region, der Betriebstyp – all das spielt eine Rolle, und die Auswirkungen können hier sehr unterschiedlich sein.

Interessanterweise gibt es auch Lichtblicke. Der Bereich mit Übernachtungen, wie beispielsweise Hotels und Ferienparks, zeigt positive Entwicklungen. Die Zahl der lizenzierten Hotels stieg um 0,2 % und die der Ferien- und Caravanparks um 0,7 %. Das könnte mit dem anhaltenden Interesse an Urlaub im Inland zusammenhängen, das sich seit der Pandemie verstärkt hat. So können steigende Haushaltskosten dazu führen, dass viele auf kostengünstigere Reisen setzen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer inmitten der Herausforderungen!

Konsummuster im Wandel

<pAuch das Konsumverhalten ändert sich. Die Beteiligung am Auswärtsessen ist im ersten Quartal 2026 auf 53,3 % gesunken – ein Rückgang um 3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Das klingt nach einem Trend, der auch für unsere Branche nicht gerade erfreulich ist. Doch gleichzeitig geben die Verbraucher mehr pro Besuch aus – durchschnittlich £18,35, was einem Anstieg von 5,5 % gegenüber 2025 entspricht. Das zeigt, dass es eine gewisse Bereitschaft gibt, für Qualität und Erlebnis zu zahlen, auch wenn die Frequenz der Besuche sinkt.

Die 25- bis 34-Jährigen sind dabei die wichtigste Verbrauchergruppe, die den Markt prägt. Diese Altersgruppe macht 24,1 % aller Restaurant- und Außer-Haus-Essensgelegenheiten aus und ihr Anteil wächst. Es ist fast so, als ob die jüngeren Generationen nach neuen, aufregenden Erlebnissen suchen, während die älteren möglicherweise der gewohnten Routine verfallen.

Die Situation ist also komplex und vielschichtig. Die Gastronomie in Großbritannien sieht sich einem ständigen Wandel gegenüber, der durch hohe Fluktuation, steigende Kosten und verändertes Konsumverhalten geprägt ist. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Branche in den kommenden Monaten entwickeln wird. Ein Blick auf die Zahlen lässt erahnen, dass wir in einer Zeit des Wandels leben, die sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt.