Heute ist der 27.10.2026 und es tut sich was im britischen Gastgewerbe! Eine aufkeimende Zuversicht macht sich breit, denn 53 Prozent der Vertreter der Branche blicken optimistisch auf die kommenden zwölf Monate. Das ist ein ordentlicher Sprung im Vergleich zu nur 37 Prozent im Vorquartal. Am Montag wurden diese Zahlen von NIQ und Zonal veröffentlicht und sie zeigen: Die Stimmung ist die beste, die wir in diesem Jahr gesehen haben!

Die Gründe für diesen Optimismus sind vielfältig. Nach einem besseren dritten Quartal in Pubs, Bars und Restaurants rechnen viele Betreiber mit stabileren Rahmenbedingungen bis zum Jahresende. Klar, die Marktentwicklung bleibt uneinheitlich, besonders bei den kleinen, unabhängigen Betrieben. Hier sind nur 11 Prozent optimistisch für die nähere Zukunft. Das ist schon eine harte Realität, während größere und diversifizierte Betreiber die Wogen glätten können. Man muss sich nur die Zahlen anschauen: 3.885 Lokale haben im letzten Jahr geschlossen, während 3.703 neue eröffnet wurden. Die Fluktuation ist also da, aber sie zeigt auch ein gewisses Interesse an neuen Standorten.

Der Wandel im Gastgewerbe

Der britische Gastronomiesektor ist 2026 von einem ständigen Wandel geprägt. Die Zahl der lizenzierten Gastronomiebetriebe ist zwar nur um 0,2 Prozent gesunken, aber die Umsätze der größeren Pub-, Restaurant- und Bargruppen schwanken weiterhin, stets um weniger als zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Das liegt auch daran, dass die Ausgaben pro Person leicht gestiegen sind – von 24,49 £ auf 24 Pence mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Verbraucher gehen zwar weniger häufig aus – nur 42 Prozent in diesem Jahr, ein Prozentpunkt weniger als zuvor – doch wenn sie es tun, geben sie mehr aus.

Die Erwartungen an das Preis-Leistungs-Verhältnis haben sich verändert. Verbraucher meiden die hochpreisigsten Produkte, nehmen aber gleichzeitig weniger Kompromisse bei der Qualität in Kauf. Das bedeutet, dass Gastronomiebetriebe ihre Angebote überdenken müssen. Erlebnisorientierte Angebote werden immer beliebter. Die Nachfrage nach Take-away und Lieferdiensten boomt – ein Zeichen der Zeit, denn viele essen aufgrund knapper Budgets häufiger zu Hause. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum die Restaurants bei diesen Services ein besseres Wachstum verzeichnen als in anderen Bereichen.

Herausforderungen und Chancen

Die Unsicherheiten sind allerdings nicht zu ignorieren. Unabhängige Betriebe sind besonders besorgt über ihre Wachstumsaussichten. Sie planen Expansionsstrategien zurückhaltend und steuern ihre Einkäufe vorsichtiger, bis politische Unterstützung oder anhaltende Geschäftszuwächse erkennbar sind. Die Unterstützung vonseiten der Regierung könnte jedoch helfen. Nach der Ankündigung von Premierminister Andy Burnham im Juli, Pubs und Clubs bei den Gewerbesteuern zu unterstützen, stieg die Zuversicht in der Branche deutlich an. Rund 47 Prozent der Branchenführer glauben, dass ein Regierungswechsel der Hospitality- und Brauindustrie zugutekommen wird.

Der Staatshaushalt, der am 28. Oktober veröffentlicht wird, könnte ein entscheidender Faktor für die Zukunft der Branche sein. Dabei wird es interessant zu beobachten, wie sich die Unterstützung für das Gastgewerbe auf die langfristigen Pläne auswirkt. Bis dahin bleibt die Erholung in vielen Marktsegmenten fragil. Kleinere Betreiber kämpfen weiterhin damit, an dieser Erholung teilzuhaben, während größere Akteure ihre Ressourcen besser nutzen können. Es wird spannend, wie sich diese Dynamiken in den kommenden Monaten entwickeln.