Heute ist der 25.10.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuelle Lage der Gastronomie in Bayern und ganz Deutschland. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Branche kämpft mehr denn je, und das nicht nur in der bayerischen Heimat. Die steigenden Kosten für Waren, Personal und Energie – um bis zu 40 Prozent seit 2022 – haben zu einem echten Druck auf die Gastronomen geführt. Immerhin wurden im ersten Halbjahr 2026 in Bayern bereits 202 Insolvenzverfahren registriert. Das sind 11,4 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen in Bayern. Wenn man das mit den 134 Verfahren im zweiten Halbjahr 2015 vergleicht, wird einem klar, wie dramatisch sich die Situation gewandelt hat.

Ein Blick über die bayerischen Grenzen hinaus zeigt, dass die Problematik auch bundesweit ernst ist. Im Jahr 2025 meldeten rund 2.900 Gastronomiebetriebe Insolvenz an, was den höchsten Stand seit 2011 darstellt. Vergleicht man die Zahlen mit den 1.394 Fällen von 2022, erkennt man, dass die Insolvenzen in der Gastronomie um etwa 29,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind. Das Gastgewerbe ist also nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland einer der am stärksten betroffenen Sektoren.

Rückgang der Gästezahlen und verändertes Verbraucherverhalten

Die zurückhaltenden Gäste sind ein weiteres Sorgenkind. Eine Umfrage von YouGov zeigt, dass 42 Prozent der Verbraucher vor allem bei Freizeitaktivitäten sparen, was sich direkt auf Restaurantbesuche auswirkt. Viele Gäste entscheiden sich mittlerweile dafür, nur einen Hauptgang zu bestellen oder weichen auf Lieferdienste aus – ein Trend, der die traditionellen Wirtshäuser stark belastet. Dies hat zu einem Rückgang der Gästezahlen geführt, die besonders in ländlichen Regionen deutlich spürbar ist. Hier ist die traditionelle Wirtshauskultur gefährdet. Kleine, inhabergeführte Lokale haben oft nicht die nötigen finanziellen Rücklagen, um diese schwierige Zeit zu überstehen.

Die Branche ist laut Unternehmensberater Björn Grimm einem doppelten Druck ausgesetzt. Auf der einen Seite verlangen die Gäste nach einfachen und günstigen Angeboten, während auf der anderen Seite die Kosten in die Höhe schießen. Grimms Einschätzung, dass es vor allem preisbewusste Konzepte oder besondere Erlebnisse sind, die Erfolg haben, zeigt, wie sehr sich das Angebot an die veränderte Nachfrage anpassen muss. Die Gäste müssen sofort erkennen, wofür ein Betrieb steht. Das bedeutet, dass ein aufmerksamer Service und ansprechend angerichtete Speisen unerlässlich sind.

Kostensteigerungen und Umsatzeinbußen

Für die Gastronomiebetriebe ist die wirtschaftliche Lage eine ständige Herausforderung. Im ersten Quartal 2026 bewerteten nur 19,3 Prozent die eigene Situation als gut. Die realen Umsätze im Gastgewerbe sanken um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, auch wenn sie nominal um 2,1 Prozent stiegen. Über die letzten Jahre hinweg war das Gastgewerbe mit realen Umsatzverlusten konfrontiert – 2025 war das bereits das sechste Jahr in Folge. Gegenüber 2019 lagen die realen Umsätze um 19,7 Prozent niedriger.

Auch die Kosten für Arbeitskräfte und Wareneinsatz bleiben ein heikler Punkt. Die Arbeitskosten im Gastgewerbe stiegen im vierten Quartal 2025 um 39,6 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019. Der gesetzliche Mindestlohn wurde zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde angehoben, was zusätzliche Belastungen für die Betriebe mit sich bringt.

Die Zukunft der Gastronomie

Die Aussichten für die Gastronomie sind alles andere als rosig. Die Krise zeigt sich besonders ausgeprägt in den ländlichen Gebieten, wo die Gastronomiebetriebe oft nicht mehr über die nötigen finanziellen Rücklagen verfügen. Bundesweit haben fast ein Drittel der Gastronomiebetriebe rote Zahlen geschrieben. Zudem wird eine weitere Ausdünnung der Gastronomie in den kommenden Jahren erwartet, da der Kostendruck und die zurückhaltenden Konsumausgaben auch weiterhin zentrale Herausforderungen darstellen.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie wichtig es für Gastronomiebetriebe ist, sich an die veränderten Bedürfnisse ihrer Gäste anzupassen und innovative Konzepte zu entwickeln, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die Rückkehr zu All-inclusive-Angeboten könnte eine Reaktion auf die veränderte Nachfrage sein, doch ob das ausreicht, um die Branche nachhaltig zu stabilisieren, bleibt abzuwarten.