Zukunft der Gastronomie: Wie Spezialisierung und Qualität den Druck überwinden können
Heute ist der 28.10.2026. Die Gastronomie in Deutschland, ach du meine Güte, sie steht unter einem gewaltigen wirtschaftlichen Druck! Die Zahlen sind erschreckend: Im Jahr 2025 stiegen die Insolvenzen in der Branche zum vierten Mal in Folge. Über 11.000 Gastronomiebetriebe meldeten seit 2020 Insolvenz an, und fast 69.000 Restaurants mussten in diesem Zeitraum ihre Pforten schließen. Besonders in Bayern war die Lage dramatisch, wo mehr als 11 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 auf die Gastronomie entfielen. Da fragt man sich schon: Wie lange kann das gut gehen? Die Schließungen könnten sogar noch höher ausfallen, schließlich betreiben viele Unternehmen mehrere Standorte.
Gastronomieexperte Kemal Üres hat dazu eine klare Meinung. Er sieht frühere Erfolgskonzepte wie „All you can eat“-Buffets als nicht zukunftsfähig an. Die Gäste haben heute ein höheres Qualitätsbewusstsein, und Hygieneprobleme sind bei Buffets, wo Speisen stundenlang bei 30 bis 40 Grad Celsius stehen, nicht zu vernachlässigen. Als ob wir nicht genug mit Noroviren zu kämpfen hätten! Auch umfangreiche Frühstücksbuffets stehen in der Kritik, denn die nicht verzehrten Lebensmittel landen oft im Müll. Ein klar strukturiertes Angebot mit wenigen, ausgewählten Produkten sei der Schlüssel zum Erfolg. So können frische Rohstoffe besser eingesetzt werden und die Mitarbeitenden beherrschen die Zubereitung sicherer. Und weniger Lebensmittel landen im Müll – das klingt doch nach einem Plan!
Der Kostendruck und die Preisentwicklung
Der Kostendruck wird weiter steigen. Üres prognostiziert, dass in den nächsten Jahren 20 bis 25 Prozent der etwa 150.000 Gastronomieeinheiten in Deutschland verschwinden könnten. Die Preise für Essen und Trinken haben bereits zugelegt. Ein Schnitzel kostet heute rund 23 bis 24 Euro, vor fünf Jahren waren es noch etwa 16 Euro. Für viele Menschen ist ein Restaurantbesuch dadurch seltener geworden. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den Umsatzzahlen: Im ersten Halbjahr 2026 lag der Gastronomieumsatz real 5,7 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Nominal, also bei laufenden Preisen, stieg er um 2,2 Prozent. Ein bisschen Hoffnung in einem ansonsten tristen Bild.
Die speisengeprägte Gastronomie, also alles, was mit Essen zu tun hat, verzeichnete im Vergleich zu 2019 einen realen Rückgang von 16,6 Prozent. Bei den Getränken waren es sogar 35,9 Prozent. Ganz klar: Die Verbraucherpreise für Gaststättendienstleistungen lagen im Januar 2026 um 28,2 Prozent über den Preisen von Januar 2022. Diese Preisanstiege gehen Hand in Hand mit den Arbeitskosten, die im Gastgewerbe im vierten Quartal 2025 um 39,6 Prozent über dem Niveau von 2019 lagen. Das macht die Sache nicht einfacher.
Ein Blick auf die Trends
In Städten wie München zeigen erfolgreiche Betriebe, dass Spezialisierung der Schlüssel zum Überleben ist. Überladene Speisekarten? Fehlanzeige! Stattdessen setzen sie auf Premium-Streetfood und modernisierte Wirtshausküche mit regionalen Produkten. Smash-Burger, Döner und andere Single-Product-Konzepte erfreuen sich großer Beliebtheit. Üres warnt jedoch vor Restaurants ohne klares Profil. Die verlieren ganz klar die Kundschaft. Hochpreisige Restaurantbesuche werden bewusster gewählt, und die Gäste schätzen à-la-carte-Angebote und den Service. Das lässt uns hoffen, dass Qualität wieder mehr geschätzt wird.
Eine Umfrage zeigt, dass 71 Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat in ein Wirtshaus, eine Gaststätte oder ein Restaurant gehen. Geschmack, Preis und die Herkunft der Lebensmittel spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Menschen wollen wissen, was sie essen und woher es kommt. Flexible Portionsgrößen mit Preisanpassung sind ebenfalls gefragt. Das zeigt, dass die Gastronomie sich anpassen muss, um die Gäste von morgen zu gewinnen.
Insgesamt gibt es also viel zu tun in der deutschen Gastronomie. Die Herausforderungen sind groß, aber mit einem klaren Konzept und der Bereitschaft zur Veränderung können wir vielleicht einen Aufschwung erleben. Die Frage bleibt, wie viele Betriebe am Ende übrig bleiben und wie sich das Gastgewerbe in den kommenden Jahren entwickeln wird. Eines ist sicher: Die Zeiten ändern sich, und die Gastronomie muss sich anpassen, um weiterhin ein beliebter Ort des Zusammenkommens und Genießens zu bleiben.
