Heute ist der 14.05.2026 und die Lage im deutschen Gastgewerbe ist alles andere als rosig. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen schießt in die Höhe – im Jahr 2024 wurde mit 21.812 Insolvenzen der höchste Stand seit 2015 erreicht. Wenn man sich die Zahlen von August 2025 ansieht, wird einem ganz anders: Die Insolvenzen lagen 12,2 Prozent über dem Vorjahresmonat. Besonders hart trifft es die Branchen Verkehr und Lagerei, das Baugewerbe und natürlich unser Gastgewerbe – hier sind es 8,2 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Man fragt sich, wo das noch hinführen soll.

Was mir dabei durch den Kopf geht: Vor vier Jahren konnten zwei von drei insolventen Unternehmen noch gerettet werden. Heute sieht das Bild düster aus – weniger als die Hälfte findet einen Käufer. Investoren zeigen sich zunehmend zurückhaltend, was nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Arbeitnehmer und die Steuerkassen fatal ist. Nicola Leibinger-Kammüller, die Chefin von Trumpf, beschreibt die Situation als „perfekten Sturm“. Hohe Zinsen, Inflation, die Aussicht auf eine Rezession und explodierende Energiepreise – das sind die Zutaten für ein wirtschaftliches Desaster. Und die Frustration unter den Unternehmern wächst.

Ein Blick in die Zukunft des Gastgewerbes

Die ifo-Konjunkturumfrage zeigt, dass 8,1 Prozent aller deutschen Unternehmen ihren Fortbestand als gefährdet einschätzen. Im Einzelhandel sind es sogar 17,4 Prozent – ein Alarmzeichen, das nicht ignoriert werden kann. Besonders im Gastgewerbe spürt man die Auswirkungen direkt. Die Tische, die früher voll waren, bleiben jetzt oft leer. Die Frage ist: Wie können wir dem entgegenwirken? Leibinger-Kammüller fordert dringend strukturelle Reformen, nicht nur in der Rente und Digitalisierung, sondern auch in der Künstlichen Intelligenz. Eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen, wenn wir die Branche wieder auf Kurs bringen wollen.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wird von Leibinger-Kammüller gelobt – sie scheine die richtigen Dinge voranzutreiben. Aber reicht das aus? Die allgemeine Stimmung unter internationalen Investoren ist besorgt und geht über kurzfristige Konjunktursorgen hinaus. Vielleicht sollten wir auch mal über den Tellerrand schauen und uns überlegen, wie wir unser Gastgewerbe wieder attraktiv machen können. Innovative Konzepte, nachhaltige Ansätze und vor allem ein klarer Blick auf die Bedürfnisse unserer Gäste könnten hier der Schlüssel sein.

Ich frage mich, ob wir alle nicht ein Stück weit umdenken müssen. Es sind Zeiten, in denen wir zusammenstehen sollten – die Unternehmer, die Angestellten, die Investoren. Vielleicht, nur vielleicht, können wir die Wende schaffen und die Herausforderungen in Chancen verwandeln. Der Weg wird steinig sein, aber gemeinsam sind wir stark. Und das ist etwas, das wir im Gastgewerbe nie vergessen sollten.

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