Heute ist der 21.05.2026 und die Lage im Gastgewerbe sieht alles andere als rosig aus. Britanniens Gastgewerbe hat im ersten Quartal 2026 gleich 305 Betriebe verloren. Das ist schon eine Hausnummer! Besonders die Bars und Nachtclubs haben ordentlich Federn lassen müssen. Warum? Steigende Kosten und sinkende Konsumausgaben setzen den Betreibern zu. Laut dem Hospitality Market Monitor von CGA by NIQ zählte das Vereinigte Königreich Ende März noch 98.609 lizenzierte Betriebe, was einem Rückgang von 0,3 % im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Das macht im Schnitt 3,4 Schließungen pro Tag – unvorstellbar! In den letzten sechs Monaten hat man sogar 0,7 % seiner lizenzierten Lokale verloren.
In Deutschland sieht es ähnlich aus. Hier hat die Gastronomie stark unter den Krisen der letzten Jahre gelitten. Inflation und gestiegene Kosten sind wie ein Schatten über den Betrieben. Die Umsätze und Erträge liegen preisbereinigt unter dem Stand von 2019. Besonders alarmierend: Zwischen 2022 und 2023 sind die Insolvenzen in der Gastronomie um 27 Prozent gestiegen, was über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt. Caterer und Restaurants sind hierbei die größten Verlierer. Die Situation ist so ernst, dass 88 Prozent der Insolvenzen Kleinstunternehmen mit höchstens zehn Mitarbeitern betreffen. Es wird sogar prognostiziert, dass die Insolvenzzahlen 2024 das Vor-Corona-Niveau überschreiten könnten.
Ein Blick auf die Zahlen
In Großbritannien sind die Bars, die schwächsten Akteure im Spiel, mit einem Rückgang von 1,2 % auf 4.666 Betriebe konfrontiert. Das macht 0,3 % weniger als im Vorjahr. Auch Bar-Restaurants haben es nicht leicht und verzeichnen einen Rückgang von 1,8 % auf 3.338 Standorte. Nachtclubs? Die sind um 1 % gesunken, was 4,2 % unter dem Stand von März 2025 liegt. Restaurants zeigen zwar einen leichten Rückgang von 0,2 %, haben aber im Jahresvergleich einen Anstieg von 0,6 %. Pubs an der High Street sind um 0,1 % zurückgegangen, liegen jedoch 0,2 % über dem Vorjahresniveau. Bei den Community Pubs sieht es etwas trüber aus, mit einem Minus von 0,2 %.
In Deutschland ist die Situation nicht weniger bedrückend. Die Anhebung der Umsatzsteuer für Speisen zu Jahresbeginn hat die Lage nicht verbessert. Ökonomen blicken mit Sorge auf die kommenden Monate, da die Inflationsrate über 3 % steigen soll. Der Umsatz im deutschen Gastgewerbe fiel im März auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren, mit einem preisbereinigten Rückgang von 5,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Das sorgt für eine spürbare finanzielle Belastung der Haushalte. Einsparungen bei Restaurantbesuchen sind die Folge, was wiederum die Branche weiter unter Druck setzt.
Die Stimmen der Branche
Karl Chessell von NIQ in EMEA hat es treffend formuliert: Die aktuellen Zahlen spiegeln den Margendruck und eine gewisse Widerstandsfähigkeit in der Branche wider. Trotz schwacher Umsätze und Gewinne halten viele Pubs, Bars und Restaurants durch. Aber die Sorgenfalten werden nicht kleiner. Es wird gewarnt, dass ohne gezielte Unterstützung bis Ende 2026 weitere Schließungen zu erwarten sind. Ein bisschen Hoffnung gibt es zwar, doch die Realität ist, dass viele junge Unternehmen, die maximal fünf Jahre alt sind, die Hauptlast der Insolvenzen tragen. Das macht fast die Hälfte aller Fälle aus. Ziemlich düster, oder?
Die Gastronomie hat es also nicht leicht. Die Verbraucherpreise steigen, und das Konsumklima ist auf dem tiefsten Stand seit Februar 2023. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt und wer letztendlich die ungewollte Last tragen muss. In der Zwischenzeit bleibt die Branche kreativ und kämpferisch, auch wenn es manchmal wie ein Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden wirkt.