Gemeinsam gegen Foodwaste: Die Schweiz packt an
Die Schweiz hat ein gewaltiges Problem mit Foodwaste – und das betrifft uns alle, nicht nur die Gastronomie. Jährlich wandern sage und schreibe 2,8 Millionen Tonnen genießbarer Lebensmittel in den Müll. Das sind Zahlen, die einem die Sprache verschlagen! Und wenn wir genauer hinschauen, erkennen wir, dass die Hauptursachen vielfältig sind: Von der Verarbeitung, die für 37 Prozent der Verschwendung verantwortlich ist, über private Haushalte, die 26 Prozent ausmachen, bis hin zur Gastronomie, die mit 189.000 Tonnen pro Jahr auch ihren Teil dazu beiträgt. Das macht nachdenklich, oder?
Um dem entgegenzuwirken, findet in diesem Jahr die erste nationale Aktionswoche gegen Food Waste vom 12. bis 20. September statt. Organisiert von United Against Waste und foodwaste.ch, steht die Woche unter dem Motto „Mach mehr draus“. Das Ziel ist klar: Die Bevölkerung soll motiviert werden, aktiv etwas gegen die Verschwendung zu unternehmen. Über 40 Partnerorganisationen werden Veranstaltungen, Sensibilisierungsaktionen und zahlreiche Informationsangebote bereitstellen. Die Gastronomie wird hierbei von GastroSuisse unterstützt, die betont, dass weniger Food Waste auch weniger Kosten bedeutet. Ein klarer Appell an alle Mitgliederbetriebe, sich zu beteiligen!
Die Rolle der Gastronomie
Die Gastronomie hat eine Schlüsselrolle in der Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung. GastroSuisse, seit 2013 Mitglied bei United Against Waste, hat die „Branchenübergreifende Vereinbarung zur Reduktion von Lebensmittelverlusten“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die vermeidbaren Lebensmittelverluste bis 2030 zu halbieren. Es ist spannend zu sehen, dass über die Hälfte der Mitglieder bereits Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung ergreifen. Dazu gehören das Angebot von Food-Boxen für Gäste, gezielte Einkaufsplanung zur Vermeidung von Überproduktion und kleinere Portionsgrößen.
Aber das ist noch nicht alles. GastroSuisse plant auch Videobeiträge auf sozialen Medien zwischen dem 14. und 18. September, um Tipps zur Vermeidung von Foodwaste zu teilen. Ein bisschen Aufklärung tut immer gut! Und die Betriebe haben die Möglichkeit, sich als Partner für die Aktionswoche anzumelden – eine tolle Gelegenheit, um gemeinsam einen Unterschied zu machen.
Globale Perspektive
Blicken wir über die Landesgrenzen hinaus, wird das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung noch viel deutlicher. Weltweit landen jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Müll, was etwa einem Drittel aller produzierten Lebensmittel entspricht. Das ist nicht nur bedenklich, sondern könnte theoretisch zwei Milliarden Menschen ernähren – mehr als doppelt so viele wie die aktuell unterernährten Menschen weltweit. Die Gastronomie trägt dabei sogar 40 Prozent zur globalen Lebensmittelverschwendung bei.
Food Waste ist ein drängendes Thema, das nicht nur uns als Verbraucher betrifft, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette. In Entwicklungsländern treten die Verluste häufig schon in den frühen Phasen der Lebensmittelproduktion auf, während in Industrieländern das Problem oft am Ende der Kette zu beobachten ist, also beim Verzehr. Und die Zahlen sind alarmierend: 8-10 Prozent aller CO2-Emissionen stammen aus verschwendeten Lebensmitteln!
Es gibt viele kreative Ansätze, um Food Waste in der Gastronomie zu reduzieren – von der Optimierung des Einkaufs über digitale Bestellplattformen bis hin zur Nutzung von Apps wie FoodNotify zur Erfassung von Food Waste. Auch die Sensibilisierung des Personals spielt eine entscheidende Rolle. Ein bisschen mehr Bewusstsein kann oft Wunder wirken.
Es ist an der Zeit, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen – ob als Gastronom oder als Verbraucher. Jeder kleine Schritt zählt, und gemeinsam können wir einen großen Unterschied machen.
