Insolvenzwelle bedroht das Gastgewerbe: Alarmierende Prognosen für 2026 und 2027
Heute ist der 27.10.2026. Ein Blick auf die Zahlen zeigt uns, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland, insbesondere im Bereich der Unternehmensinsolvenzen, alles andere als rosig ist. Die Allianz Trade prognostiziert für die kommenden Jahre eine besorgniserregende Entwicklung: 25.900 Unternehmensinsolvenzen werden für 2026 und 2027 erwartet, und selbst für 2028 wird nur ein geringer Rückgang auf 24.600 Fälle vorhergesagt. Das ist das höchste Niveau seit 2013 – beeindruckend, aber nicht im positiven Sinne.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 12.812 Insolvenzen registriert, ein Anstieg von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Statistische Bundesamt meldet, dass es im Jahr 2025 insgesamt 24.064 Unternehmensinsolvenzen gab, ein Anstieg um 10,3 % im Vergleich zu 2024. Ein Trend, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat – 2023 stiegen die Insolvenzen um 22,1 %, 2024 um 22,4 % und 2025 um 10,3 %. Die Belastungsfaktoren sind vielfältig: Eine schwache Konjunktur, hohe Kosten, Fachkräftemangel und geopolitische Spannungen – wie der anhaltende Iran-Krieg – setzen den Unternehmen stark zu.
Die betroffenen Branchen
Besonders hart trifft es Branchen wie Transport und Logistik, Bau und, oh Wunder, das Gastgewerbe. Ja, auch die Restaurants und Hotels, die uns mit ihrem Angebot locken, stehen unter Druck. Die Insolvenzen namhafter Unternehmen wie Galeria, Kodi und Varta haben Aufsehen erregt. Im Gastgewerbe ist die Insolvenzhäufigkeit mit 108 Fällen je 10.000 Unternehmen signifikant – eine ernüchternde Bilanz für eine Branche, die ohnehin oft am Limit arbeitet.
Die Zahlen sind alarmierend: 2025 wurden rund 170.000 Arbeitsplätze durch Unternehmensinsolvenzen gefährdet, und das hat spürbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaft. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für 2026 mit bis zu 1,8 Milliarden Euro Insolvenzgeld. Ein finanzieller Schlag, der nicht nur einzelne Unternehmen trifft, sondern auch die Kommunen in ihrer Gewerbesteuer trifft. Es ist, als ob ein unsichtbarer Sturm über das Land zieht – und viele haben nicht die nötigen Segel gesetzt, um sich ihm zu widersetzen.
Ein Blick in die Zukunft
Die guten Nachrichten? Nun, die Allianz Trade sieht ab 2028 eine mögliche Erholung durch staatliche Konjunkturmaßnahmen. Aber bis dahin müssen wir uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass die Insolvenzen in den nächsten zwei Jahren auf einem hohen Niveau bleiben werden. Die Hoffnung auf Entspannung wird von der Realität überschattet. Und wie es aussieht, werden wir die Folgen dieser Entwicklung noch lange zu spüren bekommen.
Die Insolvenzordnung, die als rechtlicher Rahmen für die Verfahren dient, soll einen Ausgleich zwischen zahlungsunfähigen Schuldnern und ihren Gläubigern schaffen. Doch die Realität sieht oft anders aus – vor allem für die kleinen und mittleren Unternehmen, die als Rückgrat unserer Wirtschaft gelten. Die steigenden Zahlen zeigen uns, dass wir in einem ständigen Wandel leben, der sowohl Risiken als auch Chancen birgt.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland spürbar ist, und die Unternehmen, insbesondere im Gastgewerbe, auf turbulente Zeiten zusteuern. Es bleibt zu hoffen, dass wir aus dieser Krise lernen und gestärkt hervorgehen – denn der Weg in die Zukunft ist noch lang.
