In der deutschen Wirtschaft scheint ein schleichendes Unheil um sich zu greifen. Die Allianz Trade hat gerade eine beunruhigende Prognose veröffentlicht, die aufzeigt, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau stagnieren wird. Für 2026 und 2027 rechnet man mit jeweils rund 25.900 Insolvenzen. Das erinnert stark an die düsteren Zeiten gegen Ende der europäischen Schuldenkrise im Jahr 2013. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und besorgniserregend: Die schwache Konjunktur, hohe Betriebskosten, der Fachkräftemangel und geopolitische Risiken, wie der Iran-Krieg, drücken auf die Stimmung.

Besonders hart trifft es bestimmte Branchen. Laut Milo Bogaerts, dem Deutschland-Chef von Allianz Trade, sind Transport und Logistik, die Bauwirtschaft, das Gastgewerbe, die Automobilindustrie und der Maschinenbau besonders betroffen. Das Gastgewerbe? Ja, genau – die Branche, die sich gerade erst von den Auswirkungen der Pandemie zu erholen versucht. 2023 verzeichnete Deutschland bereits 17.814 Unternehmensinsolvenzen, und die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. 2024 waren es 21.812, 2025 dann schon 24.064. Im ersten Halbjahr 2026 meldete das Statistische Bundesamt bereits 12.812 Insolvenzen – ein Anstieg von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Blick auf die Zahlen

Die Situation ist alarmierend: 2025 betrugen die voraussichtlichen Gläubigerforderungen aus Unternehmensinsolvenzen rund 47,9 Milliarden Euro, was die Dimension der Probleme verdeutlicht. Die Bundesagentur für Arbeit bezifferte die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze auf etwa 170.000, wobei 62.000 davon im verarbeitenden Gewerbe lagen. Wenn wir die Zahlen von Creditreform hinzuziehen, sprechen wir sogar von etwa 285.000 betroffenen Beschäftigten. Das lässt einem schon das Herz schwer werden!

Die Insolvenzquote hat sich ebenfalls dramatisch verändert. Im Jahr 2025 meldeten 69 bis 76 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, je nach Berechnung. Das Gastgewerbe steht hier mit 108 Insolvenzen an zweiter Stelle – nach Verkehr und Lagerei, die mit 133 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen die Spitze bilden. Besonders alarmierend ist, dass Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten 81,6 Prozent aller Insolvenzen ausmachten. Diese kleinen Betriebe sind oft die Rückgrat unserer Wirtschaft und stehen jetzt am Abgrund.

Die Rolle staatlicher Maßnahmen

Die Prognose von Allianz Trade für 2028 klingt da fast wie ein Lichtblick: Ein Rückgang um fünf Prozent auf voraussichtlich 24.600 Insolvenzen könnte bevorstehen. Die Experten hoffen, dass staatliche Konjunkturmaßnahmen dann stärker wirken könnten. Doch bis dahin müssen viele Unternehmer und Angestellte durch eine dunkle Phase navigieren. Die Insolvenzstatistik wird immer wieder aktualisiert und liefert wichtige Informationen über die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in Deutschland. Diese Statistiken sind wie ein Barometer, das den Puls der Wirtschaft misst – und derzeit schlägt das Herz nicht gerade kräftig.

Die Gewerbeanzeigenstatistik liefert zudem monatliche Angaben zu eröffneten Insolvenzverfahren, die uns einen Einblick in die wirtschaftliche Realität geben. Die Zahlen sind oft erschreckend, und die Gründe für Insolvenzen sind vielseitig. Es sind nicht nur die finanziellen Schwierigkeiten, die hier eine Rolle spielen, sondern auch die Marktbedingungen und das Verhalten der Verbraucher. Ein ständiges Auf und Ab.

Die Situation im Gastgewerbe ist besonders prekär. Während die Branche versucht, sich von den Auswirkungen der Pandemie zu erholen, sieht sie sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die hohen Betriebskosten und der Fachkräftemangel machen es schwer, am Markt zu bestehen. Und während wir alle auf eine Besserung hoffen, bleibt die Unsicherheit ein ständiger Begleiter.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Die Frage ist, wie viele Betriebe die Zähne zusammenbeißen und durchhalten können, bevor sie den Kampf aufgeben müssen. Ein Blick auf die Insolvenzstatistiken macht deutlich, dass wir an einem kritischen Punkt angekommen sind. Die Hoffnung auf Besserung bleibt, doch die Realität ist oft gnadenlos.