Italien führt revolutionären Neuordnungsplan für Außenterrassen in der Gastronomie ein
Am 28. Oktober hat der italienische Ministerrat ein spannendes neues Kapitel für die Gastronomie aufgeschlagen. Die vorläufige Zustimmung zu einem nationalen Neuordnungsplan für Sondernutzungserlaubnisse und Außenterrassen, bekannt als „Dehors“, könnte die Art und Weise, wie wir in Zukunft außerhalb speisen, revolutionieren. Das Kulturministerium und das Ministerium für Unternehmen und Made in Italy haben zusammen an diesem Plan gearbeitet, der die Genehmigungsverfahren für Außenanlagen in der Nähe kulturell geschützter Orte erheblich beschleunigen soll. In nur 45 Tagen sollen künftig die notwendigen Genehmigungen erteilt werden – ein gewaltiger Sprung im Vergleich zu den bisherigen Fristen von bis zu 120 Tagen!
Das klingt doch nach einer großartigen Nachricht für Bars, Restaurants und Hotels, oder? Wenn eine Behörde innerhalb dieser Frist nicht reagiert, gilt die Genehmigung sogar automatisch als erteilt. Ein Traum für alle, die im Gastgewerbe tätig sind! Die Kommunen behalten zwar ihre Zuständigkeit für die Nutzung öffentlicher Flächen, aber die nationalen Regeln sollen für mehr Einheitlichkeit bei der Bearbeitung denkmalbezogener Genehmigungen sorgen. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der viele Betriebe über die Herausforderungen von langen Genehmigungsprozessen klagen. Der Gaststättenverband FIPE-Confcommercio hat die vorläufige Zustimmung am 29. Oktober begeistert begrüßt und betont, dass die Branche nicht nach Deregulierung, sondern nach klaren Regeln und festen Fristen verlangt.
Die Details im Blick
Dieser Reformansatz zielt darauf ab, die oft verworrenen und langwierigen Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Das Ministerium hat einen Gesetzesdekret-Entwurf zur Neuordnung der Regeln für „Dehors“ gebilligt, der Überschneidungen zwischen verschiedenen Genehmigungen beseitigen soll. Es geht darum, klare Strukturen zu schaffen, damit Gastronomiebetriebe ihre Außenbereiche einfacher gestalten und verwalten können. Allerdings gilt das nicht für Bereiche direkt vor archäologischen Stätten oder besonders wertvollen Kulturgütern. Hier bleibt der Schutz natürlich erhalten.
Außerdem wird innerhalb von 30 Tagen nach Inkrafttreten des Gesetzes eine Liste erstellt, die genau festlegt, welche Kulturgüter betroffen sind. Ein georeferenziertes Informationssystem soll dabei helfen, diese Informationen für alle zugänglich zu machen. Wer in der Nähe dieser Kulturgüter einen Dehors einrichten möchte, muss also die neuen Vorgaben beachten. Aber die Hoffnung auf eine schnellere Abwicklung ist groß! Denn es wird von den Betrieben erwartet, dass sie so besser planen können, was gerade in touristischen Hochburgen von enormer Bedeutung ist.
Florenz und die Herausforderungen der Außengastronomie
Doch nicht alles ist nur Sonnenschein – in Florenz gibt es bereits ab 2026 neue Regeln für die Außengastronomie, die für einige Betriebe eine Herausforderung darstellen könnten. In 50 Straßen der Altstadt wird Außengastronomie ganz verboten, und in weiteren 73 Straßen gelten strenge Vorgaben. Hier geht es um den Schutz des florentinischen Kulturerbes und um mehr Lebensqualität für die Anwohner. Die Stadtverwaltung hat in Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde ein Regelwerk entwickelt, das die Nutzung des öffentlichen Raums durch Terrassen stark einschränkt. So sollen Pflanzen anstelle von Plastikplanen zur Gestaltung der Terrassen eingesetzt werden, was sicher auch seine eigenen Herausforderungen mit sich bringt.
Für die Gastronomie in Florenz bedeutet das, dass bestehende Außenbereiche zwar grundsätzlich erhalten bleiben sollen, aber neue Konzepte und Anträge werden nicht mehr bearbeitet, was für frische Ideen im Bereich der Außengastronomie sorgen könnte. Die Diskussion um die Balance zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und dem Schutz des Kulturerbes wird weiterhin spannend bleiben.
Die Reformen, die derzeit zu beobachten sind, könnten weitreichende Konsequenzen für die gesamte Branche haben. Sie sind ein Schritt in die richtige Richtung, um mehr Planungssicherheit zu schaffen und den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Wie wir sehen, ist die Lage sowohl vielversprechend als auch herausfordernd – besonders in Städten, wo die Geschichte in jedem Stein steckt. Man darf gespannt sein, wie sich das alles in den kommenden Monaten entwickeln wird.
