Lichtblicke und Schatten: Der Aufstieg des Geschäftsklimas für Selbstständige
Heute ist der 9.09.2026 und während die Sonne durch die Fenster der kleinen Hotels strahlt, gibt es in der Welt der Selbstständigen und Kleinstunternehmer eine kleine, aber feine Verbesserung zu vermelden. Die Stimmung unter ihnen hellt sich auf, wenn auch nur leicht. So hat sich das Geschäftsklima im August 2023 zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex, das ist dieser mysteriöse Indikator, stieg von minus 22,6 auf minus 19,7 Punkte. Ein kleiner Lichtblick, der zumindest zeigt, dass die Selbstständigen weniger pessimistisch in die Zukunft blicken.
Im Detail betrachtet, zeigt sich, dass der Anteil der Selbstständigen, die Schwierigkeiten haben, ihre künftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen, von 38,8 Prozent im April auf 32,2 Prozent im August gesunken ist. Das klingt doch fast nach einer positiven Wendung! Aber so ganz aus dem Negativen sind sie noch nicht heraus. Die aktuelle Geschäftslage liegt bei minus 17,0 Punkten und die Erwartungen sogar noch tiefer bei minus 22,3 Punkten. Das lässt einen schmunzeln, oder? So viel Optimismus, und doch bleibt der Blick auf die Zahlen eher gedämpft.
Ein Blick auf die verschiedenen Sektoren
Besonders interessant ist, dass der Index alle Sektoren abbildet, mit einem Fokus auf den Dienstleistungssektor, wo die Selbstständigen und Kleinstunternehmen oft anzutreffen sind. Die Dienstleister zeigen hier tatsächlich die stärksten Verbesserungen – ein Anstieg von minus 16,9 auf minus 13,0 Punkten. Die IT-Dienstleister und Unternehmensberatungen sind da deutlich zuversichtlicher unterwegs. Im Einzelhandel sieht es allerdings ganz anders aus, mit einem Geschäftsklima von minus 32,3 Punkten bleibt die Situation dort alles andere als rosig.
Der Bau hingegen hat sich leicht erholt, von minus 30 auf minus 29 Punkte. Doch das gesamte Geschäftsklima der kleinen Firmen bleibt negativ, trotz dieser kleinen Anstiege. Man kann also weiterhin sagen, dass die Selbstständigen sich langsamer erholen als die Gesamtwirtschaft, die zuletzt ein Wachstum von bis zu 1,4 Prozent prognostiziert. Während die Gesamtwirtschaft zuletzt drei Monate in Folge wuchs, bleibt der Abstand zwischen den Selbstständigen und der Gesamtwirtschaft groß.
Die Herausforderungen der Selbstständigen
Und jetzt kommt der Hammer: Der Vorstandsvorsitzende des VGSD, Andreas Lutz, warnt eindringlich vor der geplanten Rentenversicherungspflicht für Selbstständige. Diese könnte die Gewinne um bis zu 20 Prozent drücken! Man fragt sich, ob die Politik nicht langsam die Nöte der Selbstständigen wahrnimmt. Matthias Henze, CEO von Jimdo, fordert eine wertschätzende Politik. Reformen zur Statusfeststellung und zur Beitragsbemessung werden dringend benötigt, um nicht einen massiven Einbruch im Gründungsgeschehen zu riskieren.
Die Herausforderungen sind also zahlreich und während die Stimmung sich leicht aufhellt, bleibt der Fokus auf den harten Fakten. Die Selbstständigen müssen sich durch eine herausfordernde Zeit kämpfen, in der die positiven Entwicklungen oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge in den kommenden Monaten entwickeln werden. Die Initiatoren des Jimdo-ifo Index suchen weiterhin Teilnehmer für die monatliche Befragung – vielleicht sind ja auch einige von unseren Lesern dabei? Wer weiß, was die nächste Umfrage bringt!
