Heute ist der 10.09.2026, und in Sachsen-Anhalt wird die Luft dünner für die Gastronomie und Hotellerie. Die Landtagswahlen haben die AfD als stärkste Kraft hervorgebracht, und das hat nicht nur die politischen Landschaften verändert, sondern auch die Herzen und Köpfe der Menschen in der Region. Verunsicherte Gäste meiden Sachsen-Anhalt, und das nicht ohne Grund. Die politische Unsicherheit und die Vorbehalte gegenüber der neuen Regierung drücken schwer auf den Schultern der Hoteliers und Gastronomen. Die DEHOGA Sachsen-Anhalt e. V. hat sich an die politische Spitze des Bundeslandes gewandt, um ihre Sorgen über die aktuelle Lage zu äußern.

Ein stabiles Umfeld ist für die Branche essenziell. Vertrauen, verlässliche Rahmenbedingungen und eine klare Absage an Abschottung sind die Kernforderungen der DEHOGA. Die Gastronomen und Hoteliers stehen vor gewaltigen Herausforderungen: gestiegene Kosten, Personalengpässe und die drängende Frage nach Arbeits- und Fachkräften. Wenn sich die Lage nicht ändert, könnte es zu einer Schließungswelle von Betrieben kommen, die ohne qualifiziertes Personal auskommen müssen. Wer möchte schon in einem Restaurant speisen, das von einer unsicheren politischen Atmosphäre geprägt ist?

Politische Zäsur und wirtschaftliche Folgen

Die Experten auf dem Gebiet sind alarmiert. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, bezeichnet den Wahlsieg der AfD als politische Zäsur und warnt vor gravierenden Folgen für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Eine AfD-geführte Landesregierung könnte nicht nur den gesellschaftlichen Frieden gefährden, sondern auch die Abwanderung von Menschen und Unternehmen beschleunigen. Die Signalwirkung der AfD-Mehrheit könnte weit über die Landesgrenzen hinausgehen, was potenzielle Investoren und Fachkräfte abschrecken könnte. Und das wäre ein echter Schlag ins Wasser für die ohnehin nicht gerade rosige Wirtschaftslage.

Besonders die Branchen Lebensmittelzubereitung, Gastronomie und Logistik sind besorgt. Steffen Kampeter von der BDA spricht von einer Ohrfeige für die demokratische Mitte und betont die Notwendigkeit offener Märkte und internationaler Fachkräfte. Eine gegen Migration gerichtete Politik könnte bis zu 46.000 fehlende Beschäftigte zur Folge haben – eine Zahl, die im Kontext der kommenden Rentenwelle in Sachsen-Anhalt noch alarmierender wirkt. Wer soll die Lücken füllen, die durch die Rente von vielen Arbeitskräften entstehen? Hier wird es wirklich eng.

Ein Aufruf zur Weltoffenheit

Der Druck auf die Politik wächst. DEHOGA erwartet eine offene, ehrliche und zukunftsorientierte Kommunikation von der neuen Landesregierung. Die Betonung liegt auf einem direkten Austausch zwischen Politik und Wirtschaftsverbänden. Die Forderung nach einer modernen Fachkräfte- und Zuwanderungspolitik ist nicht nur ein leeres Wort – sie ist überlebenswichtig für die Betriebe in Sachsen-Anhalt. Denn ohne Zuwanderung könnte die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bis 2045 um über 25 % schrumpfen. Das ist ein Szenario, das sich niemand ausmalen möchte, und doch könnte es Realität werden, wenn die Politik nicht umschwenkt.

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Zukunftsvisionen in einem unsicheren Klima

Monika Schnitzer, die Chefin der Wirtschaftsweisen, warnt ebenfalls vor den wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Wahlsiegs der AfD. Ein solches Ergebnis könnte die Attraktivität des Bundeslandes für Unternehmen erheblich mindern. Christian Bruch, CEO von Siemens Energy, ist ebenfalls besorgt über die aktuellen Entwicklungen und kritisiert die Wirtschaftspolitik der AfD als „absolut kritisch“. Er betont, wie sehr die Wirtschaft von internationalen Fachkräften und ausländischen Investoren abhängt. Es ist ein verzweifelter Kampf um die Zukunft – und die Zeit drängt.

Die Wahlen sind vorüber, die Stimmen sind gezählt, und die Unsicherheit bleibt. Die Hotellerie und Gastronomie in Sachsen-Anhalt stehen vor einer Weggabelung: Entweder auf ein neues, besseres politisches Klima hoffen oder sich auf turbulentere Zeiten vorbereiten. Was auch immer kommt, eines ist sicher: Die Branche braucht eine klare Perspektive, um wieder durchatmen zu können.