Pubs in der Krise: Ein Steuerrabatt als Rettungsanker?
Heute ist der 30.09.2026 und während sich die Temperaturen allmählich senken, wird es für die britischen Pubs immer heißer. Das British Institute of Innkeeping (BII) hat eindringlich die britische Regierung aufgefordert, die Mehrwertsteuer auf alle Pub-Umsätze vor dem Budget am 28. Oktober auf 10 % zu senken. Ein Schritt, der für viele Betreiber entscheidend sein könnte, denn die Lage ist angespannt. Viele arbeiten lange Stunden, oft mit minimalem Gewinn – und das, während die Steuerlast weiter steigt. Schließungen drohen, und der BII warnt eindringlich vor den Folgen.
Eine Umfrage unter den Mitgliedern des BII zeigt alarmierende Ergebnisse: Nur 25 % der Pubs haben zwischen Januar und August tatsächlich Gewinne erzielt, und das, obwohl der Sommer als stark bezeichnet wurde. Das ist schon krass, oder? Und noch schlimmer wird es: 20 % der Befragten rechnen mit Schließungen, falls die aktuelle Steuerlast bestehen bleibt. Und falls die Steuer erneut erhöht wird, könnte dieser Anteil sogar auf 40 % steigen. Steve Alton, Geschäftsführer des BII, hat absolut recht, wenn er sagt, dass die derzeitigen Belastungen Investitionen bremsen und die wirtschaftliche sowie soziale Rolle der Pubs gefährden.
Die finanziellen Belastungen
Ein erschreckender Gedanke ist, dass rund 40 % jedes in einem Pub ausgegebenen Pfunds direkt an das Finanzministerium gehen. Das schränkt nicht nur die Ausgaben für Arbeitsplätze ein, sondern auch die Unterstützung für lokale Lieferanten. Und die Pubs? Die kämpfen ums Überleben. Aber es gibt Hoffnung: 75 % der Befragten gaben an, dass sie bei einer Senkung der Mehrwertsteuer auf 10 % bereit wären, in ihre Betriebe zu investieren. Das würde nicht nur die Arbeitszeiten des Personals ausweiten, sondern auch mehr Geld für lokale Lieferanten bedeuten. Eine niedrigere Mehrwertsteuer könnte also tatsächlich die Preise in Pubs beeinflussen und die Margen bei Bier, Wein und Spirituosen verbessern.
Alton fordert die Regierung auf, im bevorstehenden Budget einen fairen Deal für die Pubs zu schaffen, und das mit einem Mehrwertsteuersatz von 10 % im Zentrum. Die Tragweite dieser Forderung ist enorm. Der Verlust langjähriger Pubs würde nicht nur weniger lokale Arbeitsplätze bedeuten, sondern auch weniger Unterstützung für die Lieferanten, die auf diese Betriebe angewiesen sind.
Die Kampagne #VATsTheProblem
Übrigens, die Kampagne #VATsTheProblem hat mittlerweile fast 390.000 Unterschriften gesammelt. Über 800 Unternehmen haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz fordern. Die Herausforderungen, mit denen Pub-Gruppen und Branchenverbände konfrontiert sind, sind enorm. Lohnkosten, Energiekosten, Schulden und Steuern – die Liste ist lang und die Nerven liegen blank.
Die Regierung hat bislang keine Änderungen der Mehrwertsteuerpolitik für Pubs angekündigt, was die Betreiber dazu zwingt, das Budget genau zu beobachten. Und das, während sie sich auf die kälteren Monate vorbereiten, in denen das Geschäft oft schwieriger wird. Ein Blick nach Großbritannien könnte helfen, denn dort plant der neue Premierminister Andy Burnham eine Senkung der Gewerbesteuer für Pubs, Clubs und Konzert-Locations um 20 % ab April. Schätzungen zufolge könnten Pubs dadurch etwa 1.100 Pfund (ca. 1.290 Euro) pro Jahr sparen. Das sieht doch nach einer erfreulichen Wende aus!
Burnham hat sich das Ziel gesetzt, die Lebenshaltungskosten schnell zu senken. Er kritisiert die vorherige Regierung unter Keir Starmer und dessen Untätigkeit. Die Unterstützung für Burnhams Vorhaben kommt sogar von der oppositionellen Tory-Partei, die jedoch einen Finanzierungsplan fordert. Die Bedenken sind berechtigt, insbesondere wenn man an die Finanzierungsquellen denkt, die Burnham ins Spiel bringt, wie etwa die Mehrbelastungen für Unternehmen wie E-Zigaretten-Geschäfte. Es bleibt also spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden – für die Pubs und für die gesamte Branche.
