Heute ist der 19.05.2026 und während Frankfurt sich auf die große Veranstaltungsmesse Imex vorbereitet, liegt ein Schatten über der Stadt. Rund 300 Beschäftigte aus Hotels und Gastronomie haben die Arbeit niedergelegt. Ein Streik, der nicht nur die Frühstückszeit für viele Gäste ruiniert, sondern auch die gesamte Branche auf die Probe stellt. Die Gewerkschaft NGG fordert 7,5 Prozent mehr Lohn sowie 300 Euro zusätzlich für Gesundheitsausgaben. Arbeitgeber hingegen bieten für die nächsten sechs Monate keinerlei Lohnerhöhung an und nach dieser Frist nur 0,5 Prozent – und das auch nur für ausgebildete Beschäftigte. Ein zähes Ringen, das den wirtschaftlichen Druck auf die Branche deutlich macht.

Es ist die erste konzertierte Aktion seit fast 20 Jahren. Bei der NGG ist die Stimmung angespannt, und Gewerkschafter Hendrik Hallier hat bereits angekündigt, dass die Streiks fortgesetzt werden, wenn kein ordentliches Angebot auf dem Tisch liegt. Dies geschieht vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten und einer Inflation von 2,7 Prozent – mehr als genug Gründe für die Lohnforderungen. Schließlich liegt der Durchschnittsverdienst im Hotel- und Gastgewerbe bei 3.000 Euro brutto, während der Bundesschnitt bei 4.100 Euro liegt. Ein himmelweiter Unterschied, der nicht ignoriert werden kann.

Wirtschaftliche Lage des Gastgewerbes

Dehoga-Geschäftsführer Gisbert Kern hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und warnt vor der wirtschaftlich angespannten Situation, in der sich das Gastgewerbe momentan befindet. Die Arbeitgeberseite zeigt sich zwar bereit zu konstruktiven Gesprächen, aber die Sorgen um Preissteigerungen, die drohen könnten, sind unverkennbar. Wenn die Forderungen der NGG angenommen werden, könnte das für die Betriebe fatale Folgen haben. In den letzten zehn Jahren sank die Zahl der Restaurants mit Bedienung in Baden-Württemberg um 20 Prozent. Ein alarmierendes Zeichen für die Branche.

Die NGG hat nicht nur Lohnerhöhungen im Blick. Auch Gespräche über Zuschläge für Wochenendarbeit sollen angestoßen werden. Ein weiterer Punkt, der für die Arbeitgeber eine Herausforderung darstellen könnte. Und während das Gastgewerbe sich in dieser Verhandlungssituation befindet, gibt es Lichtblicke: Die geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie ab Januar 2026 von 19 Prozent auf 7 Prozent könnte für einige Betriebe einen finanziellen Vorteil bringen.

Die kommenden Tarifverhandlungen

Die letzte Tarifeinigung brachte im Frühjahr 2025 eine Lohnerhöhung von 7 Prozent ab April. Der aktuelle Entgelttarifvertrag läuft noch bis zum 31. Dezember 2025. Ein neuer Verhandlungstermin für die kommende Tarifrunde steht jedoch noch nicht fest. Die Spannung bleibt also hoch, und die Frage, wie es weitergeht, beschäftigt nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Gäste, die sich auf ihren Aufenthalt in den Frankfurter Hotels freuen.

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In einer Zeit, in der die Branche auf der Kippe steht, ist es unerlässlich, die Stimmen der Arbeitnehmer zu hören und zu respektieren. Der Ausgang dieser Verhandlungen könnte nicht nur die Löhne, sondern auch die Qualität des Service und die Preispolitik in der Gastronomie nachhaltig beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Arbeitgeber bereit sind, den notwendigen Schritt zu gehen, um die Arbeitnehmer zu unterstützen.