Heute ist der 10.07.2026, und die Luft im Gastgewerbe ist angespannt. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben am Freitag Tarifverhandlungen begonnen. Rund 80.000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein sind betroffen. Ein Thema, das in den letzten Wochen immer mehr in den Fokus gerückt ist. Die NGG hat klare Forderungen auf den Tisch gelegt: ein Lohnplus von 5,95 Prozent und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 120 Euro pro Monat stehen zur Diskussion. Die vorgeschlagene Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt zwölf Monate.

Die Situation ist nicht einfach. Der bereits gekündigte Entgelttarifvertrag war allgemeinverbindlich und galt für die gesamte Branche im Norden. Doch von der Arbeitgeberseite liegt bislang kein Angebot vor – und die Zurückweisung der NGG-Forderung wird bereits erwartet. Ein bisschen wie ein Schachspiel, bei dem jeder Zug wohlüberlegt sein muss. Die NGG stützt ihre Forderungen auf eine Befragung von 600 Beschäftigten im Gastgewerbe in Norddeutschland – mit ernüchternden Ergebnissen: 76 Prozent empfinden ihre Arbeit als „eher belastend“ oder „sehr belastend“. Das ist eine gewaltige Zahl, die nicht ignoriert werden kann.

Der Druck wächst

Die finanzielle Belastung ist für viele Beschäftigte ein ständiger Begleiter. 69 Prozent fühlen sich durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten unter Druck gesetzt. Das lässt sich nicht einfach wegstecken, vor allem in einer Branche, die ohnehin schon unter Personalmangel und Unterbesetzung leidet – 75 Prozent der Befragten berichten von diesem Problem. Das klingt fast wie ein Teufelskreis: wenig Personal, hohe Belastung, und das alles vor dem Hintergrund von unsicheren Löhnen.

Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg zeigt, dass die Tarifverhandlungen nicht nur in Schleswig-Holstein ein heißes Thema sind. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Bayern oder Berlin werden ebenfalls neue Entgelte und Ausbildungsvergütungen verhandelt. Beispielsweise steigen die Entgelte in Bayern ab 1. Juli 2024 um 4,9 Prozent und die Ausbildungsvergütungen um 100 Euro. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, könnte man sagen.

Schleswig-Holstein im Fokus

Schleswig-Holstein selbst plant in den nächsten Jahren eine signifikante Erhöhung der Entgelte: Ab 1. Juni 2024 sollen die Löhne um 250 Euro und ab 1. Mai 2025 um weitere 200 Euro steigen. Die Ausbildungsvergütungen sollen ebenfalls ansteigen – um 150 Euro und um 100 Euro zu denselben Zeitpunkten. Ein Schritt in die richtige Richtung, ohne Zweifel, doch ob das ausreicht, um die Wogen zu glätten? Das bleibt abzuwarten.

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Die Herausforderungen im Gastgewerbe sind vielfältig und komplex. Während die Arbeitgeberseite oft die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Hürde anführt, sind die Beschäftigten auf der anderen Seite vor allem auf Sicherheit und ein gerechtes Einkommen angewiesen. In dieser Gemengelage müssen Lösungen gefunden werden, die sowohl die Bedürfnisse der Mitarbeiter als auch die der Unternehmen berücksichtigen. Eine wahrlich spannende Zeit für alle Beteiligten, und man darf gespannt sein, wie sich die Verhandlungen entwickeln werden.