Die Jahresversammlung des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) fand im malerischen Ansitz Velseck in Tiers statt – ein Ort, der nicht nur durch seine atemberaubende Kulisse, sondern auch durch die rege Teilnahme zahlreicher Mitglieder aus dem Bezirk glänzte. Hier wurden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Gastgewerbe besprochen, die nicht nur für die Anwesenden von Bedeutung sind, sondern für die gesamte Branche. HGV-Bezirksobmann Daniel Stuflesser nahm kein Blatt vor den Mund und betonte, wie wichtig der Zusammenhalt zwischen den Ortsgruppen ist. Der Rückhalt ist essenziell, um die kleinen, aber feinen Dorfbars und Dorfgasthäuser zu stärken, die einen wesentlichen Teil zur Lebendigkeit der Dörfer beitragen.
Ein weiteres großes Thema war die Mobilität im Bezirk. Stuflesser forderte ein attraktiveres öffentliches Verkehrsangebot sowie Lösungen für den Verkehr über die Dolomitenpässe. HGV-Präsident Klaus Berger schloss sich diesen Überlegungen an und hob die Bedeutung der Interessenvertretung für die Mitglieder hervor. Die Versammlung war jedoch nicht nur ein Ort für ernste Diskussionen; nach dem offiziellen Teil gab es einen Umtrunk, der den persönlichen Austausch und die Vernetzung förderte. Ein Dankeschön ging an Gottfried Schgaguler, der 16 Jahre lang als Bezirksleiter tätig war. Bei all diesen Gesprächen wurde klar, dass der Generationenwechsel in Familienbetrieben, die Brennersperre und die Frage der Mitarbeiterunterkünfte ebenfalls dringend behandelt werden müssen.
Künstliche Intelligenz im Gastgewerbe
Ein ganz besonders spannendes Thema war der Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI), das in der Branche immer mehr Einzug hält. Manuela Machner, die als Referentin auf der Versammlung sprach, erläuterte die Chancen von KI-Systemen für die Betriebe. Und das ist tatsächlich ein heißes Eisen! Künstliche Intelligenz, die Entscheidungen trifft und aufgrund von Daten lernt, kann für Gastronomie und Hotellerie eine wahre Revolution bedeuten. Automatisierte Preisgestaltung, Chatbots zur Kundeninteraktion oder intelligentes Personalmanagement – die Möglichkeiten scheinen endlos.
Doch wie so oft, kommt mit dem Fortschritt auch eine Portion Verantwortung. Die EU hat den EU AI Act beschlossen, der neue Regeln für den Einsatz von KI im Gastgewerbe festlegt. Betreiber, die KI-gestützte Software nutzen, müssen sich an diese Vorgaben halten, um sowohl Gäste als auch Mitarbeitende zu schützen. Das bedeutet konkret: Transparenz schaffen, dokumentieren, Schulungen anbieten und sicherstellen, dass die Systeme korrekt arbeiten. Denn ganz ehrlich, niemand möchte, dass eine manipulative KI unbemerkt in die Entscheidungsprozesse eingreift.
Die Herausforderungen im Einsatz von KI
Die Herausforderungen beim Einsatz von KI sind nicht zu unterschätzen. Datenschutz und Qualitätssicherung stehen ganz oben auf der Liste. Es ist wichtig, dass keine personenbezogenen Daten in Systeme außerhalb der EU eingegeben werden. Die richtige Handhabung der Daten, die Berücksichtigung von Bias und Fairness sowie die Akzeptanz im Team – all das sind Aspekte, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Die Mitarbeitenden spielen eine entscheidende Rolle im Umgang mit den neuen Technologien. Sie sollten frühzeitig einbezogen und geschult werden, um die Akzeptanz zu fördern und das volle Potenzial der Systeme zu nutzen.
Doch KI ist nicht nur ein Werkzeug, das die Effizienz steigern kann. Richtig eingesetzt, kann sie auch die Gästezufriedenheit erhöhen. Beispielsweise analysiert sie Buchungs- und Verkaufsdaten, erkennt Muster und hilft dabei, gezielte Werbung zu schalten. Ein Beispiel gefällig? Ein Hotel könnte die Buchungshistorie auswerten und basierend darauf individuelle Angebote an seine Gäste senden. Das klingt nicht nur spannend, sondern könnte auch entscheidende Wettbewerbsvorteile bringen.
Die Integration von KI in die Arbeitsabläufe ist ein Schritt in die Zukunft, der jedoch gut durchdacht sein will. Die Branche steht vor der Herausforderung, diese Technologien verantwortungsvoll zu nutzen, ohne die menschliche Komponente aus den Augen zu verlieren. Denn letztlich bleibt die Gastfreundschaft das Herzstück jedes Betriebs – und darauf sollte niemals verzichtet werden. Das Gastgewerbe ist und bleibt ein Bereich, in dem Menschlichkeit und Technik Hand in Hand gehen müssen, um das bestmögliche Erlebnis für alle Beteiligten zu schaffen.