Fachkräftemangel in der Hotellerie: Ein Weckruf für die Branche
In der heutigen Zeit ist die Hotellerie mehr denn je gefordert. Der Fachkräftemangel ist ein großes Thema, das auch bei der jüngsten Diskussionsrunde von SIHOT in Schiffweiler im Fokus stand. Hier kamen Wirtschaftspolitiker und Vertreter der Branche zusammen, um über die Herausforderungen der Hospitality-Branche nach der Corona-Pandemie zu sprechen. Roland Theis, ein Bundestagsabgeordneter, und Christopher Salm, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landesfraktion, waren unter den Teilnehmern, die sich mit Jörg P. Berger und Carsten Wernet von SIHOT austauschten.
Ein zentrales Anliegen war die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte und die Bedeutung internationaler Talente. Jörg P. Berger betonte, wie entscheidend ein förderliches Umfeld für Fachkräfte ist. Die Branche braucht frischen Wind – und zwar in Form von gut ausgebildeten Mitarbeitern. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Laut aktuellen Statistiken hat sich die Zahl der Bewerber für Ausbildungsstellen in Hotel- und Gaststättenberufen von 33.000 im Jahr 2009 auf 12.000 im Jahr 2022 fast halbiert. Das ist alarmierend!
Die Realität im Ausbildungssektor
Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die Zahl der offenen Stellen zwar gestiegen ist, jedoch weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie liegt. Besonders prekär ist die Lage in der Systemgastronomie und im Hotelmanagement, wo 18,3 Prozent und 21,5 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Im Vergleich dazu liegt der Anteil unbesetzter Stellen in anderen Berufen bei lediglich 12,6 Prozent. Da kommt man nicht umhin, sich zu fragen: Was läuft hier schief?
Ein weiterer Aspekt, der in Schiffweiler zur Sprache kam, war die Digitalisierung der Arbeitswelt. Carsten Wernet hob hervor, wie wichtig Technologie für bessere Gästeerlebnisse ist. Tatsächlich nutzen bereits 35 Prozent der Gastronomiebetriebe vollständig integrierte Systeme. Doch die Technologisierung schreitet in der Gastronomie langsamer voran als in anderen Branchen. Die Betriebe müssen hier nachbessern, um konkurrenzfähig zu bleiben und den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.
Ein neuer Weg zur Mitarbeiterbindung
Flexible Arbeitsmodelle und eine stärkere Mitarbeiterbindung werden als Lösungen gegen den Fachkräftemangel betrachtet. Rund 50 Prozent der Küchenbetreiber haben bereits Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung umgesetzt. Gleichzeitig muss die Branche lernen, Berufe attraktiver darzustellen und Perspektiven zu bieten. Die Zukunft der Hotellerie hängt schließlich nicht nur von den Technologien ab, sondern vor allem von den Menschen, die sie zum Leben erwecken.
Insgesamt ist die Lage angespannt, aber nicht hoffnungslos. SIHOT beschäftigt weltweit rund 220 Mitarbeitende an neun Standorten und sieht die Ausbildung junger Talente als Schlüssel zur Unternehmensentwicklung. So können wir hoffen, dass durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Politik und Bildungseinrichtungen endlich der nötige Wandel eintritt. Denn nur gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern und die Hotellerie in Deutschland zukunftssicher machen.
