Griechenlands Hotelbranche zwischen Aufbruch und Aufruhr: Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die griechische Hotelbranche steht unter Druck. Hohe Abgabenlasten machen den Hoteliers das Leben schwer. Der griechische Hotelierverband (HHF) hat sich nun direkt an Premierminister Kyriakos Mitsotakis gewandt, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen. Zu den zentralen Forderungen gehören nicht nur Steuersenkungen, sondern auch strengere Regeln für die Kurzzeitvermietungen, die in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt haben. Es wird ein dringender Handlungsbedarf gesehen, insbesondere im Hinblick auf die Mehrwertsteuer für Beherbergungsleistungen, die auf 6,5 Prozent gesenkt werden sollte.
Das Thema Kurzzeitvermietungen ist in Griechenland keine Kleinigkeit mehr. Plattformen wie Airbnb, Booking.com und Vrbo haben den Markt förmlich aufgemischt. Der Boom bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Um den wildwuchernden Markt zu regulieren, wurde eine neue Betriebskostenpauschale eingeführt – jährlich 600 Euro pro Immobilie für Kurzzeitvermietungen. Und das gilt nicht nur für private Vermieter; auch Unternehmen mit mehreren Ferienwohnungen sind betroffen. Ab dem Steuerjahr 2024 müssen sich alle Eigentümer darauf einstellen, ihre Immobilien ordnungsgemäß anzumelden, um mögliche Probleme zu vermeiden.
Drastische Einschnitte im Tourismussektor
Die griechische Regierung plant sogar noch drastischere Einschnitte im Tourismussektor. Ein neues Raumordnungsgesetz steht in den Startlöchern, das nach den Osterfeiertagen von den Ministerien für Umwelt und Tourismus präsentiert werden soll. Ziel ist es, die Anzahl der Gästebetten auf den Kykladen um 20 bis 30 Prozent zu reduzieren. Besonders in gesättigten Gebieten wie Santorin und Mykonos sind neue rechtliche Hürden für Kurzzeitvermietungen geplant. Diese Maßnahmen sollen den Auswirkungen des Overtourism entgegenwirken, der in den letzten Jahren vielen Inseln stark zugesetzt hat.
Über eine Million Kurzzeitunterkünfte existieren bereits in Griechenland, und die Situation könnte sich weiter zuspitzen. Die neuen Regelungen werden in 13 gesättigten Gebieten umgesetzt, in denen strikte Auflagen für Kurzzeitvermietungen gelten sollen. Selbst ein Verbot zur Umwandlung von Neubauten in solche Vermietungen wird geprüft. Es könnte sogar sein, dass zukünftige Baugenehmigungen den Hinweis enthalten, dass eine touristische Nutzung ausgeschlossen ist. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Landschaften zu schützen und den unkontrollierten Wachstum zu stoppen.
Die Einteilung der Gebiete erfolgt in verschiedene Kategorien: gesättigte Gebiete, entwickelte Gebiete und solche mit Entwicklungspotenzial. Doch während die Regierung versucht, das Ruder herumzureißen, stehen die Hoteliers und Eigentümer vor der Herausforderung, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Regelungen auf die Branche und die lokale Gemeinschaft auswirken werden. Die Unsicherheit ist spürbar und lässt viele in der Hotel- und Vermietungsbranche nervös auf die Entwicklungen blicken.
