Herausforderung im Gastgewerbe: Wenn der Preis das Vergnügen trübt
Heute ist der 6.08.2026 und es gibt Neuigkeiten aus der Hotel- und Gastronomiebranche in Brandenburg, die nicht gerade rosig klingen. Die Umsätze im Gastgewerbe sind im Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um 9,9 Prozent gesunken. Nominal liegt der Rückgang bei 4,5 Prozent. Das ist ein ganz schöner Dämpfer! Die Differenz zwischen den realen und nominalen Werten zeigt deutlich, dass die gestiegenen Preise ihren Tribut fordern. In Berlin ist die Lage ähnlich, mit einem realen Rückgang von 8,4 Prozent und einem nominalen von 3,4 Prozent. Das alles macht den Gastronomen und Hoteliers ganz schön zu schaffen.
Es ist nicht nur das Gastgewerbe, das leidet. Auch der Einzelhandel in Brandenburg hat im Mai einen Umsatzrückgang erlebt, mit einem preisbereinigten Minus von 3,2 Prozent. In Berlin blieb der reale Umsatz dagegen stabil, während nominal ein Plus von 0,6 Prozent zu verzeichnen war. Die Verbraucherpreise in Brandenburg stiegen im Juli um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ein Preisniveau, das immer weiter steigt, während die Gäste immer zurückhaltender werden. Gastronomen klagen über höhere Einkaufskosten und Personalausgaben – eine echte Gratwanderung.
Der Druck auf die Branche wächst
Und es gibt noch mehr schlechte Nachrichten: Laut einer DEHOGA-Umfrage im Juli 2025 droht dem Gastgewerbe in Deutschland das sechste Verlustjahr in Folge. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Umsatzverluste von 9,3 Prozent verzeichnet, und im ersten Halbjahr 2025 machte die Branche real 15,1 Prozent weniger Umsatz als im Jahr 2019. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick hat sich zur angespannten Situation geäußert und fordert dringend politisches Handeln. Über 32 Prozent der Betriebe befürchten, 2025 in die Verlustzone zu geraten. Das sind alarmierende Tendenzen!
Die Kosten für Personal und Lebensmittel steigen unaufhörlich – seit 2022 um 34,4 Prozent bei Arbeitskosten und über 27 Prozent bei Lebensmittelpreisen. Auch die Energiekosten haben sich mit 27,6 Prozent nicht gerade beruhigt. Am 1. Januar 2026 wird zudem der Mindestlohn um 8,4 Prozent angehoben, was die Situation nicht gerade einfacher macht. Und während eine große Mehrheit der Gastronomen plant, in Modernisierung und Digitalisierung zu investieren, können 72,1 Prozent der Unternehmer notwendige Investitionen nicht tätigen. Das ist frustrierend!
Ein Blick auf die Hotellerie
Der Hotelverband Deutschland hat kürzlich die 25. Ausgabe des Branchenreports „Hotelmarkt Deutschland 2026“ veröffentlicht. Es zeigt sich, dass die deutsche Hotellerie ihren Erholungskurs im Jahr 2025 fortgesetzt hat, aber das Vorkrisenniveau noch nicht ganz erreicht ist. Die durchschnittliche Zimmerauslastung stieg zwar um 0,9 Prozentpunkte auf 68,1 Prozent, doch der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis sank um 2,8 Prozent. Das bedeutet, dass der RevPAR (Revenue per Available Room) auf 74 Euro zurückging. Es herrscht ein starker Margendruck, was sicher kein Geheimnis ist.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im klassischen Beherbergungsgewerbe stieg 2025 um 40,1 Prozent, und das ist deutlich über dem Vorkrisenniveau. Zentrale Herausforderungen bleiben hohe Kosten, zunehmende Bürokratie und indexierte Mietverträge. Deutschland hat im europäischen Vergleich eine hohe Kostenstruktur, während die Zimmerpreise moderat bleiben. Das macht es für viele Betriebe schwer, profitabel zu wirtschaften. Der IHA-Vorsitzende Otto Lindner betont zudem die Bedeutung verlässlicher politischer Rahmenbedingungen. Eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen wird als wichtiger Schritt angesehen.
Was bleibt? Es bleibt zu hoffen, dass die Branche die Kurve kriegt und diese Herausforderungen gemeinsam meistert. Die Gastronomen und Hoteliers sind schließlich zentrale Auftraggeber für regionale Betriebe und Produzenten. Eine echte Gemeinschaft, die in diesen herausfordernden Zeiten zusammenhalten muss.
