Rückgang der Logiernächte: Schweizer Tourismus vor neuen Herausforderungen
Heute ist der 15.07.2026, und während wir uns in der Hotelbranche auf den Sommer vorbereiten, gibt es einige nicht so erfreuliche Neuigkeiten aus der Schweiz. Die Beherbergungsbetriebe verzeichnen im Juni 2026 einen Rückgang der Gäste und Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr. Was zunächst nach einem kleinen Dämpfer aussieht, entpuppt sich jedoch als ein besorgniserregender Trend. Denn im Juni 2026 sank die Zahl der Logiernächte um 2,4 Prozent! Besonders ausländische Gäste scheinen sich rar zu machen – ein Rückgang von 4,4 Prozent ist nicht zu ignorieren. Inländische Gäste haben sich nur minimal verringert, um 0,1 Prozent, aber das reicht nicht, um die Lücke zu schließen.
Es ist bereits der vierte Monat in Folge, in dem die Logiernächte rückläufig sind. Man fragt sich, was da los ist. Der Jahresbeginn war noch vielversprechend, mit steigenden Übernachtungszahlen in den ersten beiden Monaten von 2026. Doch ab März, nach der Eskalation im Iran-Krieg, war es mit der positiven Entwicklung vorbei. Von Januar bis Mai 2026 wurden insgesamt 16,2 Millionen Logiernächte erfasst, was einem Rückgang von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während die Übernachtungen bei inländischen Gästen stiegen, reicht das nicht aus, um den Rückgang der ausländischen Besucher zu kompensieren. Ein echter Dämpfer für die Branche!
Ein Blick auf die Statistiken
Um das Ganze besser einordnen zu können, werfen wir einen Blick auf die Zahlen der letzten Jahre. Der Schweizer Tourismus hat sich nach der Pandemie zwar weitgehend erholt, doch die aktuellen Rückgänge werfen einen Schatten auf die Zukunft. Im Jahr 2025 wurden über 41,2 Millionen Logiernächte gezählt – ein Rekord! Das entspricht einem Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2019. Rückblickend auf die letzten Jahre sieht man, wie dramatisch der Einbruch 2020 war, als die Logiernächte um über 40 Prozent einbrachen. Die Erholung verlief jedoch schneller als gedacht, besonders im Inlandtourismus. Fast 45 Prozent der Logiernächte stammen von Schweizer Gästen, was die Branche stabilisiert hat.
Doch woher kommen die ausländischen Gäste, die uns momentan fehlen? 2025 waren die Top-Herkunftsländer unter anderem Deutschland, die USA und das Vereinigte Königreich. Besonders die US-Gäste haben stark zugelegt, vor allem bei Luxusreisen. Das zeigt, dass es nicht nur an der Erreichbarkeit liegt, sondern auch an den Angeboten, die wir machen sollten. Die besten Destinationen im Jahr 2025 waren Zürich, Graubünden und das Berner Oberland – alles Orte, die auch diesen Sommer wieder im Fokus stehen könnten, wenn wir die richtigen Maßnahmen ergreifen.
Die Herausforderungen des Tourismus
Die Herausforderungen, vor denen die Branche steht, sind nicht zu unterschätzen. Mit einem BIP-Beitrag von rund 2,9 Prozent und über 180.000 Beschäftigten im Tourismus sind wir in einer kritischen Situation. Die direkte touristische Wertschöpfung lag 2025 bei rund 21 Milliarden CHF, aber mit den indirekten Effekten, wie Zulieferern und dem Einzelhandel, summiert sich das auf über 45 Milliarden CHF. In Bergregionen hängt oft mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Tourismus ab.
Die Frage bleibt, wie wir die ausländischen Gäste zurückgewinnen können. Vielleicht müssen wir unsere Marketingstrategien überdenken oder neue Angebote schaffen, die den Nerv der Zeit treffen. Es wird wichtig sein, die Lehren aus der vergangenen Zeit zu ziehen und die Branche für die kommenden Herausforderungen zu wappnen. Denn eines ist klar: Der Schweizer Tourismus hat viel zu bieten, und das sollten wir nicht vergessen!
