Die Hotel- und Gastronomiebranche in Niedersachsen steht vor Herausforderungen, die nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Gäste und die gesamte Gesellschaft betreffen. Am 26. Oktober 2026 tagten die Delegierten des Dehoga Niedersachsen in Hildesheim und bestätigten Dirk Breuckmann erneut als Präsidenten. Der Direktor des Maritim Airport Hotels Hannover hat seit über 40 Jahren Erfahrungen in der Hotellerie und will sich auf Landes- und Bundesebene für die Belange der Branche starkmachen. Das ist mehr als ein Job für ihn – es ist eine Leidenschaft.

Breuckmanns Wiederwahl fiel in eine Zeit, in der die Branche mit einem durchschnittlichen Rückgang des nominalen Nettoumsatzes um 4,8 Prozent konfrontiert ist. Besonders auffällig: 76,6 Prozent der Unternehmen berichten, dass ihre Gäste weniger ausgeben. Das Sommergeschäft war für viele Betriebe enttäuschend, was sich in den Meldungen von 45,9 Prozent der Betriebe mit niedrigeren Umsätzen niederschlägt. Das macht schon nachdenklich, oder? Tatsächlich ist der Druck auf die Betriebe enorm – gestiegene Personalkosten, höhere Energiekosten und Bürokratie sind nur einige der Herausforderungen.

Ein Blick in die Zukunft

Ein interessanter Aspekt der Tagung war der Austausch mit Christoph Ploß, dem Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus. Er sprach über Arbeitsmarktreformen und die künftige Tourismusförderung, was für viele ein Lichtblick sein könnte. Die Hoffnung, dass sich die politischen Rahmenbedingungen für die Hotellerie und Gastronomie verbessern, schwebt in der Luft. Breuckmann kritisierte jedoch die fehlende Planbarkeit politischer Entscheidungen. Verwirrung ist hier vorprogrammiert, und die Unsicherheit ist greifbar.

Mareike Zägel, die neue Vorsitzende des Ausschusses für Berufsbildung, wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. In einer Zeit, in der Fachkräftesicherung ein zentrales Thema ist, wird ihre Arbeit entscheidend sein. Die Kooperation mit der marokkanischen Arbeitsagentur ANAPEC, die bereits 16 Personen in eine Ausbildung vermittelt hat, zeigt, dass der Dehoga aktiv nach Lösungen sucht. Aber das ist nur der Anfang – weitere 22 Personen sollen 2026 folgen.

Die wirtschaftliche Lage im Blick

Die Dehoga-Konjunkturumfrage zeigt, dass 62,9 Prozent der Unternehmen von Gewinnrückgängen berichteten. Viele können die Kostensteigerungen nur eingeschränkt an die Gäste weitergeben. Während 45,6 Prozent kaum die Möglichkeit haben, Preise zu erhöhen, kämpfen 12,9 Prozent sogar damit, dies gar nicht zu tun. Das ist nicht gerade ein Wohlfühl-Szenario, oder? Die Branche fordert eine einheitliche Mehrwertsteuer von sieben Prozent auf Speisen, was zum 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Dies könnte eine Gleichbehandlung mit Lieferdiensten schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Besonders spannend wird die Diskussion um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gastgewerbe. Die Möglichkeiten sind vielfältig – von digitalen Assistenten bis hin zu automatisierten Abläufen. Aber, und das ist wichtig, die Gastfreundschaft soll nicht ersetzt werden. Der Dehoga sieht in der KI eine Chance, die Effizienz zu steigern und die Gästezufriedenheit zu verbessern, ohne das menschliche Element zu verlieren.

Ein starkes Team

Das Präsidium des Dehoga Niedersachsen, mit Breuckmann an der Spitze, hat sich gut aufgestellt. Vizepräsident Olaf Stamsen und Vizepräsidentin Birgit Kolb-Binder bringen frische Ideen und wertvolle Erfahrungen mit. Der Fokus liegt jetzt darauf, die Branche sichtbarer zu machen und eine Landestourismusstrategie zu entwickeln, die alle Beteiligten einbezieht. Doch der Weg ist steinig – die politischen Entscheidungsträger müssen endlich für die Belange der Hotellerie und Gastronomie sensibilisiert werden.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt. Die Herausforderungen sind groß, doch mit einem engagierten Team und einer klaren Vision für die Zukunft könnte es gelingen, die Branche durch diese turbulenten Zeiten zu navigieren. Und vielleicht – nur vielleicht – wird der nächste Sommer für die Gastgewerbe in Niedersachsen wieder strahlender.