HSMA fordert mehr Transparenz und Sicherheitskultur in der Hotellerie gegen Cyberangriffe
In der Hotellerie wird es immer ungemütlicher. Cyberangriffe sind längst keine Seltenheit mehr. Die HSMA Deutschland e.V. hat jetzt eindringlich gefordert, dass mehr Transparenz bei Cybersecurity-Vorfällen geschaffen wird. Denn die Sicherheit der sensiblen Gästedaten steht auf dem Spiel, und das Vertrauen in die gesamte Hospitality-Branche wackelt. Ein alarmierendes Signal, das nicht ignoriert werden kann!
Die HSMA weist darauf hin, dass viele dieser Angriffe häufig von externen Technologieanbietern ausgehen. Buchungssysteme, Property-Management-Systeme, Channel-Manager und Zahlungsdienstleister – sie alle tauschen ständig Daten aus. Und Sicherheitslücken bei einem Anbieter können gleich mehrere Hotels in eine prekäre Lage bringen. Immer mehr digitale Schnittstellen führen zu einer wachsenden Abhängigkeit von Drittanbietern. Daher ist es umso wichtiger, dass Hotels nicht nur die eigene IT absichern, sondern auch die Sicherheitspraktiken ihrer Technologiepartner im Blick haben.
Empfohlene Schutzmaßnahmen für Hotels
Die HSMA hat einige Schutzmaßnahmen empfohlen, die Hotels in Betracht ziehen sollten: Schulungen für Mitarbeitende sind ein absolutes Muss. Wer sich nicht auskennt, ist ein leichtes Ziel. Mehr-Faktor-Authentifizierung kann ein zusätzliches Sicherheitsnetz bieten. Geregelte Zugriffsrechte und klare Notfallabläufe sind ebenfalls essentiell, um im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können. Und seien wir ehrlich: Wer will schon in einer Panikreaktion enden, nur weil die Abläufe nicht klar sind?
Besonders brisant wird es, wenn es um Datenschutzverletzungen geht. Ein Cybervorfall kann schnell zu einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten führen. Unberechtigter Zugriff, Verlust oder gar die Verschlüsselung sensibler Informationen – die Risiken sind vielfältig. Die rechtlichen Vorgaben sind klar: Nach der DSGVO müssen solche Vorfälle unverzüglich und möglichst innerhalb von 72 Stunden gemeldet werden. Ein Versäumnis kann teuer werden. Und das nicht nur finanziell, sondern auch in puncto Reputation!
Die Verantwortung der Anbieter
Technologieanbieter haben die Pflicht, ihre Vertragspartner rechtzeitig über relevante Sicherheitsvorfälle zu informieren. Ein verspätetes Handeln kann dazu führen, dass Hotels nicht rechtzeitig die Risiken für ihre Gäste bewerten können. Peter Hense, Rechtsanwalt und Mitinitiator der HSMA-Initiative zur Cybersicherheit, hat es treffend formuliert: „Eine schnelle und vollständige Information von Gästen, Partnern und Behörden ist von enormer Bedeutung.“ Schließlich geht es hier nicht nur um Zahlen und Daten, sondern um das Vertrauen der Gäste.
Hotels sollten ihre IT-Verträge also genau unter die Lupe nehmen. Informationsfristen, Zuständigkeiten und Unterstützungspflichten bei Sicherheitsvorfällen sind Punkte, die unbedingt geprüft werden müssen. Bei Verletzungen dieser Pflichten könnten rechtliche Ansprüche oder sogar eine außerordentliche Kündigung in den Raum gestellt werden. Es ist also nicht nur ein technisches, sondern auch ein juristisches Thema, das hier auf dem Spiel steht.
Die Kultur der Sicherheit
Anna Heuer, Wirtschaftsjuristin und Verbandsgeschäftsführerin der HSMA, fordert eine echte Sicherheitskultur. Eine, in der Hotels und Technologieanbieter offen kommunizieren, Verantwortung übernehmen und aus Vorfällen lernen. Ein offener Umgang mit Sicherheitsvorfällen soll helfen, Risiken besser einzuordnen und Schutzmaßnahmen schnell zu initiieren. Denn nur so können Schwachstellen in anderen Betrieben frühzeitig erkannt werden.
Die HSMA unterstützt zudem den Austausch zwischen Hoteliers, Technologieanbietern und Branchenexperten. Die digitale Widerstandsfähigkeit der Hotellerie soll gestärkt werden, damit die Branche nicht nur überlebt, sondern auch floriert. Ein gemeinsames Ziel, das in der vernetzten Hotel-Tech-Landschaft nur durch klare Prozesse und konsequente Transparenz erreicht werden kann. Und darum sollte es schließlich gehen – um den Schutz sensibler Daten und das Vertrauen der Gäste, die sich auf einen sicheren Aufenthalt verlassen wollen.
In einer Zeit, in der Cyberkriminalität an der Tagesordnung ist, ist es unerlässlich, proaktiv zu handeln. Hotels müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und alles daran setzen, um die Sicherheit ihrer Gäste zu gewährleisten. Denn das Vertrauen, das man sich erarbeitet hat, ist schnell verloren. Und das wäre wirklich eine Schande.
