Wiener Hotellerie im Aufschwung: Steigende Nächtigungen trotz Umsatzrückgang
Heute ist der 26.10.2026, und wir werfen einen Blick auf die Entwicklungen in Wiens Hotellerie. Es gibt sowohl erfreuliche als auch herausfordernde Nachrichten aus der Stadt, die nie schläft. Im September 2026 verzeichnete die Wiener Tourismusbranche rund 1,825 Millionen Nächtigungen. Das sind 4 % mehr als im September 2025! Ein Lichtblick in einem Jahr, das von verschiedenen wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist.
Von Januar bis September 2026 summierten sich die Übernachtungen sogar auf 14,93 Millionen, was ebenfalls einem Anstieg von 4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders erfreulich sind die Zuwächse aus den USA mit 149.000 Nächtigungen (+9 %) und aus China mit 40.000 Nächtigungen (+23 %). Da kann man nur sagen: Willkommen zurück, internationale Gäste! Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Der Netto-Nächtigungsumsatz sank im August 2026 trotz steigender Übernachtungszahlen um 5 % auf rund 109,2 Millionen Euro.
Herkunftsmärkte und Buchungstrends
Die wichtigsten Herkunftsmärkte zeigen ein gemischtes Bild. Deutschland bleibt mit 354.000 Nächtigungen (+4 %) der Spitzenreiter, gefolgt von Österreich mit 312.000 Nächtigungen (+6 %). Auch Polen hat sich gut entwickelt, mit einem Plus von 14 % auf 49.000 Nächtigungen. Die britischen Gäste hingegen scheinen etwas weniger geneigt zu sein, Wien zu besuchen, denn hier gab es einen Rückgang um 11 % auf 65.000 Übernachtungen. Das wirkt sich auf die gesamte Ertragslage der Beherbergungsbetriebe aus.
Die durchschnittliche Zimmerauslastung lag im September bei etwa 74 %, was stabil ist im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Bettenauslastung stieg leicht von 57,1 % auf 57,4 %. Dennoch, über die ersten neun Monate des Jahres betrachtet, sank die Zimmerauslastung von 68 % auf rund 67 %. In dieser Zeit mussten auch die Beherbergungsbetriebe mit höheren Betriebskosten und einem gestiegenen Bettangebot von insgesamt 86.200 Hotelbetten (ein Zuwachs von 2.800 Betten) jonglieren.
Die Herausforderungen der Branche
Die Erholung von internationalen Märkten hat zwar das Übernachtungsvolumen erhöht, aber gleichzeitig leidet der Umsatz im Sommer unter diesen Umständen. Der Erlös pro verfügbarem Zimmer, auch bekannt als RevPAR, ist gesunken. Das trifft besonders Betriebe im mittleren Preissegment hart, die nun Schwierigkeiten haben, ihre Margen zu sichern. Mit steigenden Betriebskosten und einem größeren Angebot an Betten wird es für die Hoteliers immer schwieriger, profitabel zu wirtschaften.
Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak hat die Entwicklung als stabil bezeichnet, was in Anbetracht des wirtschaftlichen Umfelds sicherlich eine positive Sichtweise ist. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird. Schließlich ist der Tourismus nicht nur wichtig für die Stadt, sondern auch für die Menschen, die von dieser Branche leben. Es ist also ein ständiges Ringen um Balance zwischen Angebot und Nachfrage, zwischen Qualität und Preis.
Die Wiener Hotellerie steht vor einer spannenden Zeit, in der es gilt, die Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig die Gäste mit einem einzigartigen Erlebnis zu verwöhnen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Markt in den kommenden Monaten entwickeln wird.
