Heute ist der 24.10.2026 und die Vorfreude auf die Wintersaison 2026/2027 in der österreichischen Hotellerie ist spürbar. Doch ein Schatten zieht sich über die Vorbereitungen. Die ÖHV (Österreichische Hoteliervereinigung) und die WKÖ (Wirtschaftskammer Österreich) drängen auf eine rasche Erlassung der Saisonkontingent-Verordnung, die noch immer auf sich warten lässt. Wenn diese nicht rechtzeitig kommt, könnte das für viele Betriebe gravierende Folgen haben.

Wie es aussieht, stehen wir kurz vor einem Dilemma. Branchenvertreter warnen eindringlich, dass ohne eine verbindliche Regelung die Ersatzkraftverfahren des AMS und die Visa-Verfahren für Drittstaatsangehörige nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können. ÖHV-Präsident Walter Veit sowie die Landesverbände Tirol und Vorarlberg machen keinen Hehl aus ihrer Sorge über mögliche Engpässe. Die betriebliche Dienstplanung und die Bereitstellung von Mitarbeiterunterkünften könnten massiv beeinträchtigt werden. Ganz zu schweigen von der Unsicherheit in Wien, wo die Tourismusbetriebe noch nicht wissen, ob sie mehr als 6.000 ausländische Saisoniers beschäftigen dürfen.

Dringender Handlungsbedarf

Die Situation ist angespannt, und Alois Rainer, Obmann des WKÖ-Fachverbands Gastronomie, lässt keinen Zweifel daran, dass die Verzögerungen bei der Saisonkontingentverordnung für 2027 nicht tragbar sind. Er fordert eine zügige und praxistaugliche Regelung, denn das inländische Arbeitskräftepotenzial reicht in Spitzenzeiten einfach nicht aus. Andernfalls drohen Betrieben, ihre Öffnungszeiten zu reduzieren oder im schlimmsten Fall ganz zu schließen. Das klingt nicht nur nach einem Albtraum für die Hotellerie, sondern könnte auch die Gästezahlen erheblich beeinflussen.

Die Arbeitgeberseite fordert konkret ein jährliches Grundkontingent von 5.500 Plätzen sowie ein Westbalkankontingent von 2.500 Plätzen – inklusive einer Überziehungsoption. Das Regierungsprogramm nennt dieselben Zahlen, doch die Gewerkschaften verweisen auf das vorhandene inländische Arbeitskräftepotenzial und Arbeitskräfte aus EU-Staaten. Die Wogen gehen hoch, und jede Seite hat ihre Argumente.

Ein Lichtblick in Sicht?

Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hat immerhin erklärt, dass die Gespräche mit dem Sozialministerium über die Verordnung für Wintersaisoniers aus Drittstaaten in vollem Gange sind. Sie erwartet eine zeitnahe Einigung und hat sogar eine mögliche Ausweitung der Quoten für Nicht-EU-Winterarbeitskräfte in Aussicht gestellt – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen bleiben stabil. Niedrige Obergrenzen beim Familiennachzug und niedrige Asylzahlen scheinen dabei entscheidend zu sein. Man darf gespannt sein, ob und wie sich das alles entwickeln wird.

In der Zwischenzeit bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen schnell handeln und die Weichen richtig stellen. Schließlich geht es nicht nur um die Betriebe, sondern auch um die Menschen, die dort arbeiten und die Gäste, die ein Stückchen Österreich erleben wollen. Und wie wir wissen: Ein unvergesslicher Aufenthalt ist nur so gut wie das Team, das ihn möglich macht.