Katarina Hotel in Dugopolje: Finanzielle Turbulenzen und rechtliche Auseinandersetzungen nach Insolvenz und Schuldenstreit
In der Welt der Hotellerie gibt es immer wieder Überraschungen, und das jüngste Geschehen rund um das Katarina Hotel in Dugopolje ist da keine Ausnahme. Die kroatische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (HBOR) hat beim Handelsgericht in Split einen Antrag gestellt, der für einige Wirbel sorgt. Sie verlangt von NLP Great Time, eine korrigierte Schuldenberechnung vorzulegen, nachdem das Unternehmen bei einer Auktion 10,57 Millionen Euro für das Hotel geboten hat. Aber Moment mal – das Hotel war ursprünglich für 3,44 Millionen Euro ausgeschrieben und fand keinen Käufer. Ein merkwürdiger Verlauf, oder nicht?
NLP Great Time, das höchste Gebot abgegeben hat, möchte sich nun vom Kaufpreis befreien lassen und schlägt vor, dass die eigene Forderung vom Kaufpreis abgezogen wird. Hier kommt die Hypothekenlage ins Spiel: Das Unternehmen hält die Hypotheken in den ersten vier Rangstellen und sieht sich als der einzige Gläubiger des Hotels, während HBOR in der fünften und sechsten Rangstelle eingetragen ist. Doch die Bank widerspricht vehement. Sie argumentiert, dass ihre Hypotheken auf ein Darlehen aus dem Jahr 2009 zurückgehen, das nicht zurückgezahlt wurde und mittlerweile ist das Hotel in Insolvenz geraten.
Unklare Schuldenlage
Die Berechnungen von HBOR zeigen, dass das Hotel Katarina der Bank 5,41 Millionen Euro schuldet, aufgeteilt in 3,24 Millionen Euro Hauptschuld und 1,25 Millionen Euro Verzugszinsen. Das sind enorme Zahlen, die das wirtschaftliche Schicksal des Hotels in Frage stellen. Und als wäre das nicht genug, kommt noch eine weitere Schuld von 1,83 Millionen Euro hinzu, die an Mucić & Co. zu zahlen ist. Die Bank beruft sich auf Urteile des Obersten Gerichtshofs, die besagen, dass bei der Zuschlagserteilung zuerst die Hauptforderungen und die Zinsen der letzten drei Jahre zu berücksichtigen sind. Das Gericht muss also noch entscheiden, wie es weitergeht.
In der Zwischenzeit hat sich die Geschichte des Katarina Hotels dramatisch entwickelt. Nach jahrelangen finanziellen Problemen wurde ein Teil der Vermögenswerte des Hotels verkauft. Am 21. August 2026 genehmigte das Handelsgericht in Split den Verkauf an die Firma The End d.o.o. für stolze 2.602.500 Euro. Dabei handelte es sich um ein Geschäftsgebäude, den dazugehörigen Hof und das Inventar – aber nicht um den Haupthotelkomplex. Dieser hat in einer separaten E-Auktion nicht die gewünschten Käufer gefunden und war mit einem Startpreis von 3,44 Millionen Euro ausgeschrieben. Ein klarer Hinweis darauf, dass die finanziellen Probleme des Hotels tiefgreifender sind, als es zunächst den Anschein hatte.
Die Schatten der Vergangenheit
Das Vier-Sterne-Hotel wurde 2009 eröffnet und geizte nicht mit Annehmlichkeiten: 181 Zimmer, ein großer Konferenzsaal, ein Restaurant und ein Wellnessbereich – alles, was das Herz eines Reisenden begehrt. Doch die COVID-19-Pandemie stellte das Geschäftsmodell auf die Probe. 2020 brach der Betrieb zusammen, die Einnahmen fielen ins Bodenlose und die ursprünglichen Eigentümer, die HOTEL KATARINA 2009 d.o.o., konnten die Zahlungen an HBOR nicht mehr leisten. Ein Vorinsolvenzverfahren wurde eingeleitet und die Bank entpuppte sich als größter Gläubiger mit Forderungen von etwa 35 Millionen Kuna.
Und jetzt, während wir hier über die Zukunft des Katarina Hotels spekulieren, bleibt abzuwarten, wie sich die rechtlichen Auseinandersetzungen entwickeln. Das nationale Insolvenzregister in Kroatien, das seit 2018 besteht, hat die Aufgabe, Transparenz in solchen Verfahren zu schaffen. Es wird regelmäßig aktualisiert und soll gewährleisten, dass niemand in der unternehmerischen Misere allein dasteht. Aber bei all diesen finanziellen Turbulenzen ist es fraglich, ob das Hotel jemals wieder zu dem Ort wird, der es einmal war – ein Rückzugsort für Reisende, die einfach nur entspannen wollen. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt.
