In der pulsierenden Welt der Hotellerie und Gastronomie in Österreich tut sich einiges. Ab dem 1. Oktober 2026 dürfen sich die Beschäftigten im Gastgewerbe auf eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 3 Prozent freuen. Das haben die Fachverbände der Wirtschaftskammer Österreich sowie die Gewerkschaften GPA und vida mit einem neuen Kollektivvertrag vereinbart. Die maximale Prämie von 275 Euro könnte für viele eine willkommene finanzielle Entlastung sein, gerade nach den wirtschaftlich fordernden Zeiten, die wir alle durchlebt haben.

Ein Blick in die Zahlen zeigt, dass die Löhne und Gehälter von 2021 bis 2025 im Durchschnitt um satte 27,1 Prozent gestiegen sind – eine erfreuliche Entwicklung, die die Inflation von 23,8 Prozent zwar nicht ganz abdeckt, aber dennoch die Richtung vorgibt. Besonders erfreulich ist der Anstieg des Einkommen für Lehrlinge, das sich gar um durchschnittlich 3,44 Prozent erhöht hat. Georg Imlauer, Obmann des Fachverbands Hotellerie, beschreibt den Verhandlungserfolg als einen echten Kompromiss, der sowohl die Bedürfnisse der Mitarbeiter als auch die Herausforderungen der Betriebe berücksichtigt.

Neuer Kollektivvertrag: Anpassungen und Regelungen

Doch das ist nicht alles. Der neue Kollektivvertrag gilt für alle Arbeitnehmergruppen – sei es Arbeiter, Angestellte, Lehrlinge oder Praktikanten. Am 1. November 2024 treten die neuen Regelungen in Kraft. In einem ersten Monat des Dienstverhältnisses wird es eine Probezeit geben, die für Angestellte und Arbeiter gilt. Ausnahmen gibt’s, wie zum Beispiel beim Wiedereintritt innerhalb von 12 Monaten beim gleichen Arbeitgeber. Diese Änderungen schaffen mehr Klarheit und Fairness für alle Beteiligten.

Und das Thema Kündigungsfristen? Auch hier gibt es spannende Neuigkeiten. Ab November 2024 gelten neue Regelungen: Arbeitnehmer haben eine Kündigungsfrist von einem Monat, unabhängig von ihren Dienstjahren. Kündigungstermine sind der 15. oder der letzte Tag des Monats – das macht die Planung für viele einfacher und transparenter.

Die Herausforderungen der Branche

Die Arbeitgebervertretung hebt hervor, dass die Branche derzeit so viele Mitarbeiter wie nie zuvor beschäftigt. Doch trotz dieser positiven Entwicklung gibt es auch Schattenseiten. Beschäftigte im Gastgewerbe haben in einer Urabstimmung einen Lohnabschluss abgelehnt, da dieser hinter der Inflation zurückblieb. Die Löhne in der Branche liegen fast 40 Prozent unter dem durchschnittlichen Einkommen, was die Gewerkschaften vida und GPA auf den Plan ruft, um faire Löhne einzufordern. „Wir brauchen ein neues, verhandlungsfähiges Angebot, das die Teuerung angemessen berücksichtigt“, so die Forderung der Gewerkschaft.

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Inmitten all dieser Verhandlungen und Entwicklungen verzeichnete der österreichische Tourismus im Mai 2026 Rekordzahlen mit rund 9,6 Millionen Nächtigungen. Doch die Arbeitgeber beklagen weiterhin einen Mangel an Arbeitskräften, was die Gewerkschaften als Folge unattraktiver Arbeitsbedingungen und zu niedriger Einkommen sehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Branche weiterentwickelt und ob die neuen Regelungen tatsächlich dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Beruf im Tourismus attraktiver zu machen.