Parkplatznot in Wasserburg: Gastronomie kämpft um Lösungen
Am 28. September fand im Rathaus von Wasserburg ein Treffen der Gastronomie- und Hotelbetriebe statt. Rund 20 Teilnehmer, überwiegend aus dem Gastronomiebereich, waren anwesend. Die Stimmung war angespannt, denn das Hauptthema war die prekäre Parkplatzsituation in der Altstadt. Es ist schon seit einer Weile bekannt, dass der Wegfall von Parkplätzen durch den Neubau des Feuerwehrhauses am Schopperstattweg massive Probleme verursacht. Temporaire Parkplätze, die von der Stadtverwaltung in Aussicht gestellt wurden, fehlen weiterhin. Und die Sanierung des Parkhauses an der Überfuhrstraße führt zu Teilsperrungen, die bis ins nächste Jahr andauern könnten. Das sorgt natürlich für viel Gesprächsstoff.
Magdalena Huber vom „Weißen Rössl“ brachte ihre Sorgen zur Sprache: „Es ist fast unmöglich, einen Parkplatz zu finden.“ Ein Problem, das nicht nur sie betrifft. Julia Janosevic von der „Rackhams Bar“ erzählte von einem Vorfall, bei dem sie während einer Anlieferung einen Strafzettel bekam, der jedoch nach einer Erklärung fallengelassen wurde. Das zeigt, wie dringend die Gastronomen auf Lösungen hoffen. Bürgermeister Bastian Wernthaler zeigte Verständnis für die Situation und nahm sich der Angelegenheit an. Die Diskussion über den Lieferverkehr und die Notwendigkeit von Ausweisen für außerordentliche Parkerlaubnisse war ein zentraler Punkt. Ein Vorschlag, der auf großes Interesse stieß, war die Einführung einer „Semmeltaste“ an Parkautomaten, die gebührenfreies Parken für eine bestimmte Zeit ermöglichen könnte.
Neue Parkmöglichkeiten in Sicht
Die Stadt hat auf die Parkplatzproblematik reagiert und zusätzliche gebührenfreie Parkplätze am Volksfestplatz in der Alkorstraße bereitgestellt. Dieser Parkplatz ist täglich von 5 Uhr bis 21 Uhr geöffnet – eine kleine Erleichterung für die Anwohner und Besucher. Allerdings bleibt das Dauerparken oder Campen auf diesem Areal untersagt. Die Stadt empfiehlt zudem die Nutzung des Stadtbusses, der im 30-Minuten-Takt in die Altstadt fährt. Eine praktische Lösung, auch wenn sie nicht alle Probleme löst.
Der Grund für die anhaltenden Schwierigkeiten ist der Wegfall zahlreicher Stellplätze durch das künftige Feuerwehrhaus, das ursprünglich als Interimslösung gedacht war. Auf die Frage nach personalisierten Parkplätzen musste Wernthaler klarstellen, dass dies nicht möglich sei. Stattdessen rät er zur Nutzung privater Stellplätze – eine Lösung, die nicht jedem gefallen wird, aber vielleicht der einzige Ausweg ist. Die Verwaltung plant, den runden Tisch für Gastronomie und Hotellerie alle sechs Monate anzubieten. Das könnte helfen, im Dialog zu bleiben und gemeinsam Lösungen zu finden.
Langfristige Lösungen und neue Regeln
Ein Lichtblick könnte das neue Parkhaus P1 werden, das der Rosenheimer Stadtrat beschlossen hat. Mit zwei zusätzlichen Parkebenen und rund 250 Stellplätzen wird es auf jeden Fall eine Entlastung bringen. Die Planung berücksichtigt sogar Multifunktionalität, inklusive einer Kletterwand an der Fassade und einer Dachnutzung für Veranstaltungen. Das könnte den Charme der Stadt weiter steigern.
Ab dem 1. November wird im Stadtkern eine Kurzzeitparkzone mit einer zulässigen Parkdauer von einer Stunde eingerichtet. Die erste halbe Stunde bleibt kostenfrei – eine willkommene Nachricht für alle, die nur kurz in der Stadt verweilen wollen. Gleichzeitig treten auch Änderungen der Gebührenregelung für städtische Parkhäuser in Kraft, die darauf abzielen, die Parkgebühren fairer zu gestalten. So bleibt die bisherige kostenfreie Parkzeit erhalten, wird aber angepasst. Ab der 91. Minute gibt es eine Stunde Parkzeit kostenfrei, sofern mindestens 90 Minuten geparkt wurde. Eine differenzierte Preisstruktur wird ebenfalls eingeführt, sodass Parkhäuser am Rand der Innenstadt günstiger sind als zentrale Parkmöglichkeiten.
Diese Entwicklungen werden von den Gastronomen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Regelungen tatsächlich eine spürbare Verbesserung bringen. Klar ist jedenfalls, dass die Parkplatzsituation in Wasserburg ein Dauerbrenner bleibt.
