Rückgang der Übernachtungen in deutschen A-Städten 2025 laut Top100-Report 2026
Die Hotelbranche in Deutschland hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Besonders spannend ist der Blick auf die großen Städte: 2025 verzeichneten Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln und Düsseldorf zum ersten Mal seit der Pandemie einen Rückgang der Übernachtungen – und zwar um etwa 1 %. Diese Entwicklung, die im Top100-Report 2026 der Schollen Hotelberatung festgehalten wird, könnte für viele Hoteliers Anlass zur Sorge geben. In diesen Metropolen scheint der Zauber der Übernachtungszahlen ein wenig verblasst zu sein.
Doch während die großen Hotelmärkte stagnieren oder gar Rückgänge verzeichnen, blühen kleinere Städte und Ferienorte auf. Es ist fast schon wie ein Aufbruch ins Unbekannte – während die großen Namen kämpfen, finden sich in den weniger bekannten Regionen neue Chancen. Insgesamt kamen die analysierten Städte und Ferienstandorte 2025 auf etwa 268 Millionen Übernachtungen, was etwa 54 % des gesamten deutschen Beherbergungsmarktes ausmacht.
Die Entwicklung der Stadtklassen
Berlin bleibt mit 29,4 Millionen Übernachtungen der größte Hotelmarkt Deutschlands, gefolgt von München mit 19,7 Millionen und Hamburg mit 16,5 Millionen. Ein wenig überraschend ist, dass Berlin als einzige Stadt unter den 31 A- und B-Städten eine negative Nachfrageentwicklung aufweist – die Nachfrage ist zwischen 2015 und 2025 um durchschnittlich 0,3 % pro Jahr gesunken. Das schlägt wie ein Schatten auf die sonst so strahlende Hauptstadt.
Die A-Städte sehen sich also einem Rückgang von rund 1 % gegenüber, während die B-Städte dagegen ein Plus von etwa 1 % verzeichnen konnten. Bei den C-Städten gab es sogar einen Anstieg um rund 2 %. Vielleicht ist das ein Zeichen dafür, dass Reisende vermehrt nach Alternativen suchen, nach Orten, die weniger überlaufen sind und mehr Charme bieten.
Ferienstandorte im Aufschwung
Ein Blick auf die beliebten Ferienstandorte zeigt ebenfalls interessante Trends. Sylt führt mit etwa 3,35 Millionen Übernachtungen, gefolgt von Heringsdorf mit 3,07 Millionen und Fehmarn mit 2,54 Millionen. Die Küstenregionen haben seit 2015 einen Anstieg von rund 37 % bei den Übernachtungen erlebt – und das ist nicht alles. Bad Sassendorf hat mit einer Bettenauslastung von 80,9 % die Nase vorn und zeigt, dass es hier richtig rundgeht.
In Eschborn bei Frankfurt am Main haben die Übernachtungen von 2015 bis 2025 durchschnittlich um 10,3 % pro Jahr zugenommen, was für eine kleine Stadt wirklich bemerkenswert ist. Das Bettenangebot wuchs jährlich um 10,4 %, doch trotz des guten Zuwachses lag die Auslastung 2025 bei 38,6 %. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, die Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu finden.
Die Herausforderungen der Branche
Der Report weist darauf hin, dass hohe Übernachtungszuwächse allein nicht ausreichen, um zusätzliche Hotelkapazitäten zu rechtfertigen. Es spielen viele Faktoren eine Rolle: Lage, Auslastung, und natürlich auch die Vorlieben der Gäste. Immer mehr Menschen entscheiden sich für Ferienwohnungen, die mehr Unabhängigkeit und Flexibilität bieten – ein Trend, der besonders durch Plattformen wie Airbnb unterstützt wird. Die Konkurrenz ist also härter denn je.
Die Beherbergungsbranche in Deutschland zeigt sich resilient: 2025 wurden rund 497,4 Millionen Übernachtungen registriert, was über dem Niveau von 2019 lag. Die Mehrheit der Gäste zieht nach wie vor Hotels vor, aber die Vielfalt im Angebot wächst. Die großen Städte haben ihren Reiz, insbesondere für internationale Touristen, die oft von der guten Verkehrsanbindung und der internationalen Atmosphäre angezogen werden.
In dieser dynamischen Landschaft ist es entscheidend, dass Hoteliers und Investoren die Trends und Entwicklungen genau beobachten und sich anpassen. Die Zukunft der Hotelbranche könnte also vielfältiger und spannender sein als je zuvor – und das ist doch etwas, worauf man anstoßen kann!
