Heute ist der 31.10.2026 und die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Hessen wirft viele Fragen auf. Die aktuelle Situation ist wirklich besorgniserregend. Im Jahr 2025 begannen nur 32.900 Menschen eine duale Berufsausbildung in Hessen – das sind 3,0 % weniger als im Vorjahr und ein Rückgang von 10,5 % im Vergleich zu 2015. Man könnte fast sagen, die Zahlen sind wie ein leerer Hotelraum in der Nebensaison, sie erzählen von verpassten Chancen.

Insgesamt waren 2025 rund 87.100 Personen in einer dualen Ausbildung, was einem leichten Rückgang von 0,9 % entspricht. Besonders auffällig ist die Zahl der Ausbildungsanfänger in der Hotellerie – hier gab es einen dramatischen Rückgang von knapp 25 % im Vergleich zu 2024 und sogar 45,9 % weniger als 2015. Das ist, als würde man eine einmal blühende Hotel-Landschaft sehen, die nun fast ausgedörrt wirkt. Auch die Bundesagentur für Arbeit hat in 16 Berufsgruppen Fachkräfteengpässe festgestellt, und das ist kein gutes Zeichen. In 15 dieser Engpassberufe sank die Zahl der neuen Ausbildungsverträge durchschnittlich um 4,4 %.

Ein Blick auf die Zahlen

Die Bundesagentur für Arbeit meldet, dass im Ausbildungsjahr 2024/25 die Bewerberzahlen wieder das Angebot an Ausbildungsstellen überstiegen haben – ein Wendepunkt, denn zuvor war der Trend eher bewerberfreundlich. Arbeitgeber meldeten 32.468 Ausbildungsstellen, was einem Rückgang von 6,4 % entspricht. In Frankfurt und Marburg gab es immerhin eine positive Ausnahme mit mehr gemeldeten Stellen. Auf der anderen Seite suchten 36.273 Jugendliche nach einem Ausbildungsplatz – das sind 1.615 mehr als im Vorjahr. Es ist, als ob in einem Restaurant mehr Gäste als Tische vorhanden sind.

Doch die Kluft zwischen den unbesetzten Ausbildungsplätzen und den suchenden Jugendlichen ist alarmierend. Zum Stichtag 30. September 2025 waren noch 3.642 Ausbildungsplatzsuchende unversorgt. Das ist eine Herausforderung, die nicht ignoriert werden kann. Unternehmen wie Knettenbrech + Gurdulic, die aktiv ausbilden und innovative Rekrutierungsprozesse implementieren, zeigen, dass es auch anders geht. Sie bieten neben einem strukturierten Onboarding auch zusätzliche Förderungen und sogar die Übernahme von 80 Prozent der Kosten für das Deutschlandticket an. Das klingt nach einem ansprechenden Angebot!

Die Rolle der Landesregierung

Die Landesregierung hat erkannt, dass etwas getan werden muss, um die duale Ausbildung zu stärken. Die „Praktikumstage für Hessen“ sollen im Sommer 2026 in ihr drittes Jahr gehen, und der kostenfreie Meister wurde kurz nach Amtsantritt eingeführt. Diese Schritte sind wichtig, um die Gleichwertigkeit dualer und akademischer Bildungswege zu fördern. Aber wie viel Einfluss hat das wirklich auf die aktuelle Ausbildungsmarktsituation? Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dynamik entwickeln wird.

Ein weiterer interessanter Punkt ist der Bildungsstand der Bewerber. Bei mehr als der Hälfte der gemeldeten Ausbildungsstellen war ein Hauptschulabschluss ausreichend. Tatsächlich hatten rund 28 % der Bewerber einen Hauptschulabschluss, während 42 % über einen Realschulabschluss verfügten. Das zeigt, dass es Möglichkeiten für viele gibt, aber dennoch bleibt ein gewisser Anteil von Jugendlichen ohne Schulabschluss, was in den letzten Jahren gestiegen ist. Hier muss definitiv angesetzt werden.

Die Herausforderungen sind also vielfältig und erfordern kreative Lösungen. Die Hotellerie scheint besonders betroffen zu sein, und die Branche muss sich fragen, wie sie wieder an attraktivität gewinnen kann. Bleibt zu hoffen, dass die kommenden Jahre eine Wende bringen und wir wieder mehr Menschen für die vielfältigen Berufe in der Hotellerie begeistern können.