Am Sonntag, dem 23. August, war es endlich soweit. In den malerischen Gärten des Hôtel Du Peyrou in Neuenburg kam es zu einem außergewöhnlichen Spektakel, das Champagnerliebhaber und Neugierige gleichermaßen in seinen Bann zog. Mirko Bozin, ein Schweizer Zahnarzt, stellte sich der Herausforderung, in nur einer Minute so viele Champagnerflaschen wie möglich mit einem Säbel zu öffnen. Gesagt, getan – und das Ergebnis war schlichtweg beeindruckend: 118 Flaschen! Damit setzte Bozin einen neuen Weltrekord in dieser Disziplin.

Der Event war nicht nur ein Wettkampf, sondern auch ein Moment des Teilens und der Solidarität. Die Idee entstand 2025 während eines Sabrage-Workshops des Champagner Clubs Neuchâtel, und schon damals war klar, dass hier etwas Großes wachsen könnte. Unterstützt von zahlreichen Partnern und freiwilligen Helfern wurde die Veranstaltung liebevoll organisiert, und sogar zwei Notare sowie zwei Zeitnehmer waren vor Ort, um den Rekordversuch zu überwachen. Die gesamte Aktion wurde während der 60 Sekunden gefilmt, mit beeindruckenden Luftaufnahmen, die das Geschehen festhielten.

Ein Ritual mit Geschichte

Das Sabrage, eine Technik, die Champagnerflaschen mit einem Säbel öffnet, hat historische Wurzeln, die bis in die napoleonische Zeit zurückreichen. Napoleon selbst soll gesagt haben: „Champagner! Im Sieg ist es ein Verdienst; in der Niederlage eine Notwendigkeit“. Dabei wird der Säbel entlang des Flaschenkörpers Richtung Hals bewegt – ein präziser Schnitt, der das Glas zerbricht und das Korken sowie den Hals der Flasche weggeschleudert. Mirko nutzte für seinen Rekordversuch ein speziell angefertigtes, leichteres Tanto-Säbelmesser von der Messer Manufaktur Sknife in Biel/BE. Mit dieser Ausrüstung schaffte er es, schneller von Flasche zu Flasche zu wechseln.

Ursprünglich hatte Bozin 150 Flaschen angepeilt, doch wie es oft im Leben so ist, kam es anders. Trotz der 118 gesäbelten Flaschen, die ihn zum Sieger machten, war die gesamte Veranstaltung eine Spendenaktion zugunsten der Organisation Free Go, die gegen Lebensmittelverschwendung kämpft. Die Erlöse aus dem Verkauf von Gläsern Champagner und symbolischen Flaschenübernahmen flossen direkt in diese wichtige Initiative. Und das geöffnete Champagner? Das wurde entweder gleich vor Ort genossen oder nach der Veranstaltung geborgen, um auch hier der Verschwendung vorzubeugen.

Ein neues Kapitel im Sabrage

Bozins Rekord hat nicht nur die Latte höher gelegt, sondern auch die Aufmerksamkeit auf die Kombination von Spektakel und sozialem Zweck gelenkt. Trotz des beeindruckenden Ergebnisses wird dieser Rekord nicht bei Guinness World Records eingereicht, da Bozin die Registrierungskosten scheute. Dennoch bleibt sein Erfolg unbestritten und inspiriert viele, die Tradition des Sabrage nicht nur als Wettkampf, sondern auch als eine Art von Kunst zu betrachten. Es ist mehr als nur das Öffnen einer Flasche – es ist eine Demonstration von Geschick, Präzision und einem gewissen Flair, das jedes Fest bereichert.

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So bleibt uns nur zu sagen: Prost auf die nächsten Rekorde und die Freude, die Champagner und das Sabrage in unser Leben bringen können! Wer weiß, vielleicht gibt es bald ein weiteres Event, das uns mit einem neuen Rekord überrascht. Bis dahin bleibt das Sabrage eine faszinierende Technik, die jeden Anlass zu einem besonderen Moment macht.