Die Hotellerie und Gastronomie stecken in einem Dilemma, das vielen Betrieben schlaflose Nächte bereitet. Das Personal wird knapper, und die Bindung qualifizierter Fachkräfte ist eine echte Herausforderung. In dieser Zeit hat der Trauner Verlag ein neues Fachbuch mit dem Titel „Endlich bleiben mir die Leut‘!“ herausgebracht. Geschrieben von den erfahrenen Autoren Manuela Mätzener, Guido Schwarz und Iris Schatzl, bietet dieses Werk einen praxisorientierten Leitfaden zur Mitarbeiterführung, der sich mit Recruiting, Onboarding und Offboarding beschäftigt. Es ist fast so, als würde man den Schlüssel zu einer Schatztruhe finden – nur dass dieser Schatz gut ausgebildete und zufriedene Mitarbeiter sind.
Die Autoren stützen ihre Erkenntnisse auf über 20 Jahre Erfahrung in der Organisationsentwicklung und führen Interviews mit Branchenvertretern. Ein zentraler Aspekt, den sie herausarbeiten, ist die Verbindung von Selbstführung und Fremdführung. Das bedeutet, dass Führungskräfte nicht nur die Mitarbeiter anleiten, sondern auch ihre eigene Haltung reflektieren müssen. Eine werte- und sinnorientierte Unternehmenskultur wird immer wichtiger, insbesondere für die jüngeren Generationen, die auf menschliche Komponenten und klare Werte Wert legen. Damit ist das Buch nicht nur eine Anleitung, sondern auch ein Aufruf zur Selbstreflexion für Führungskräfte.
Praktische Ansätze für den Betriebsalltag
In dem Buch finden sich konkrete Werkzeuge und Best-Practice-Beispiele, die direkt im Betriebsalltag eingesetzt werden können. Die Methoden sind nicht nur auf die Gastronomie beschränkt, sondern auch für Handel, Produktion und Gesundheitswesen anwendbar. Ein digitaler Download-Bereich ergänzt das Buch mit vertiefenden Übungen, Vorlagen und Leitfäden. So wird der Graben zwischen theoretischem Wissen und der Realität im Gastgewerbe geschlossen. Das ist nicht nur clever, sondern auch dringend notwendig in einer Branche, die sich im Wandel befindet.
Aber die Situation ist angespannt. Laut aktuellen Statistiken ist die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen, die qualifizierte Fachkräfte suchen, auf die Hälfte des Vor-Corona-Werts gesunken. Gleichzeitig steigt die Zahl der offenen Stellen, bleibt jedoch hinter den Werten vor der Pandemie zurück. Besonders auffällig ist der Rückgang bei den Bewerbungen für Ausbildungsstellen in Hotel- und Gaststättenberufen: Diese sind von 33.000 im Jahr 2009 auf nur noch 12.000 im Jahr 2022 gesunken. Das ist alarmierend! Und der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen ist in dieser Branche erschreckend hoch – bei Kaufleuten für Hotelmanagement liegt er bei 21,5 Prozent. Das macht deutlich, dass sich die Betriebe dringend etwas einfallen lassen müssen.
Die Zukunft der Hotellerie
Die Empfehlungen zur Verbesserung sind klar: Berufe attraktiver darstellen, Engagement in der Berufsorientierung verstärken und mehr Quereinsteiger sowie ausländische Beschäftigte rekrutieren. Das sind alles Möglichkeiten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Es ist zwar ein steiniger Weg, aber mit den richtigen Strategien und der Unterstützung durch Bücher wie „Endlich bleiben mir die Leut‘!“ könnte er leichter zu begehen sein. Die Hotellerie hat eine große Chance, sich neu zu erfinden – und das beginnt mit der Wertschätzung der Menschen, die in dieser Branche arbeiten.