Die Hotelbranche steht derzeit Kopf, und das aus gutem Grund. Die Revo Hospitality Group, einst ein vielversprechender Akteur in der Hotellerie, wurde zerschlagen und hinterlässt eine Vielzahl von Fragen. Die Kündigungen von 450 Mitarbeitenden in der Berliner Zentrale sind nur die Spitze des Eisbergs. Fünf internationale Hotelgruppen und Investoren haben sich bereits bereit erklärt, den Großteil der Hotels zu übernehmen – die Namen dieser Käufer bleiben vorerst ein Geheimnis. Währenddessen rücken die 14 Schweizer Hotels, darunter acht Mövenpick Hotels, ins Rampenlicht und stehen nun vor einer ungewissen Zukunft.
Die Situation in der Schweiz ist besonders interessant. Insider berichten, dass diese Hotels, die über separate Aktiengesellschaften und eine GmbH geführt wurden, durchaus profitabel waren. Sie verfügten über stabile Teams und hatten klare Marktpositionierungen. Das macht die Unsicherheit um ihre Zukunft umso bedauerlicher. Man könnte fast sagen, die Schweizer Hotels scheinen das stabile Fundament in einem ansonsten unsicheren Gebäude zu sein, das durch die Insolvenz von Revo ins Wanken gerät. Diese Insolvenz wird in Deutschland als Folge eines gescheiterten Wachstumsmodells diskutiert – ein warnendes Beispiel dafür, wie eine zu schnelle Expansion und komplexe Strukturen den Untergang eines Unternehmens herbeiführen können.
Varianten für die Zukunft
In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, wie es mit den Schweizer Revo-Hotels weitergeht. Drei mögliche Varianten stehen zur Debatte. Die erste Option ist die Weiterführung unter einer eigenständigen Betreiberplattform, wobei der Name Revo weichen müsste. Eine andere Möglichkeit wäre die Aufteilung der Hotels auf verschiedene White-Label-Betreiber, was allerdings zu einer gefährlichen Fragmentierung führen könnte. Schließlich könnte man auch darüber nachdenken, einzelne Schweizer Hotels in die Bestände der neuen Käufer der deutschen Portfolios zu integrieren. Die Begehrtheit der Schweizer Hotels liegt nicht nur an ihrer starken Lage, sondern auch an ihrem guten Ruf – ein wertvolles Gut in der Hotellerie.
Für die Branche insgesamt ist die Insolvenz von Revo ein Weckruf. Geduld ist in der Hotellerie ein entscheidender Faktor, der oft in der Hektik der Expansion übersehen wird. Externe Berater wurden kritisiert, da sie in den Expansionskurs eingebunden waren und dadurch die Dinge zusätzlich komplizierten. Die Gespräche mit Betreibern, Eigentümern und Investoren laufen bereits auf Hochtouren, und die kommenden fünf bis sechs Wochen werden entscheidend sein. Es bleibt zu hoffen, dass die stabilen und erfolgreichen Schweizer Hotels nicht leichtfertig geopfert werden.
Ein Blick auf die Zahlen
Und während wir über die Zukunft der Hotels sprechen, werfen wir einen Blick auf die aktuellen Zahlen der Branche. Die Beherbergungsstatistik HESTA in der Schweiz bietet wertvolle Einblicke. Sie erfasst alle Hotel- und Kurbetriebe sowie Campingplätze und hilft, die Informationshoheit über Angebot und Nachfrage in der Branche zu sichern. Die Statistik umfasst Kapazitäten, Ankünfte und Logiernächte nach Herkunftsländern sowie den Beherbergungsumsatz. Interessant ist auch die Differenz von etwa 190 Betrieben zwischen den BFS-Zahlen und den von HotellerieSuisse klassierten Betrieben. Solche Unterschiede zeigen, wie dynamisch und vielschichtig der Markt ist – und wie wichtig es ist, den Überblick zu behalten.
Die Zeit wird zeigen, in welche Richtung sich die Schweizer Hotels entwickeln. Die Branche hat viel zu bieten, und vielleicht ist das der richtige Moment für einen Neuanfang. Ein bisschen Geduld könnte sich als das beste Rezept herausstellen.