Heute ist der 16.05.2026 und die Diskussion um den Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen in der Schweiz ist so lebendig wie eh und je. Der aktuelle Satz von 3,8 Prozent ist seit Jahren ein heißes Eisen, das vor allem die großen Hotelketten, wie Accor, Marriott und IHG, beträchtlich begünstigt. Jährlich fließen etwa 300 Millionen Franken durch diese Regelung – und das ist kein Pappenstiel. Natürlich gibt es Stimmen, die sagen, dass das Geld vor allem den Branchenriesen zugutekommt, während die kleinen Hotels, die oft als Herzstück der Schweizer Gastfreundschaft gelten, nur einen Bruchteil abbekommen. So erhalten kleine Betriebe mit einem Umsatz unter einer Million Franken gerade mal 10 Prozent dieser Summe, während die 30 größten Hotelbetriebe allein etwa 59 Millionen Franken abgreifen.

Doch nicht nur die Verteilung des Kuchens ist ein heißes Thema. Auch die geographische Ungleichheit fällt ins Auge. Die Regionen Zürich und Genf schöpfen zusammen über 100 Millionen Franken aus dieser Töpferkasse, obwohl sie nur ein Viertel aller Übernachtungen ausmachen. Im Klartext: Die tourismusschwachen Regionen, die dringend Unterstützung benötigen, schauen oft in die Röhre. Das ist ein bisschen so, als würde man einem Marathonläufer den ersten Platz zusprechen, während der Rest des Feldes hinterherhechelt.

Politische Machtspiele

Der Bundesrat hat sich dazu entschieden, den Sondersatz abzuschaffen, was die 300 Millionen Franken Mindereinnahmen für den Bund zur Folge hat. Aber da ist noch die andere Seite: Das Parlament, unterstützt von Parteien wie der FDP, SVP und Mitte sowie vielen Kantonen und Wirtschaftsverbänden, spricht sich vehement für eine Verlängerung des Sondersatzes bis 2035 aus. Und das ist nicht einfach nur ein politisches Spielchen – es geht um die gesamte touristische Wertschöpfungskette. Hotelleriesuisse argumentiert, dass die Steuerreduktion auch den kleinen und mittleren Unternehmen sowie Familienbetrieben zugutekommt. Aber das Gefühl bleibt, dass die großen Fische die besten Stücke vom Tisch abbekommen.

Und wenn wir schon bei den Zahlen sind – der theoretische Rabatt bei einer Hotelübernachtung von 150 Franken beträgt gerade mal 6,45 Franken. Bei 300 Franken sind es rund 13 Franken. Das klingt jetzt nicht nach dem großen Wurf, oder? Aber in der Summe, bei einem vollen Haus, können sich solche Beträge durchaus summieren. Die Frage bleibt, ob das für kleinere Betriebe tatsächlich einen Unterschied macht oder ob sie weiterhin den großen Ketten hinterherlaufen müssen.

Die Zukunft der Hotellerie

Es ist spannend zu sehen, wie sich diese Diskussion in den kommenden Jahren entwickeln wird. Da wird manch einer sicher die Ohren spitzen, wenn die Debatten um den Sondersatz und die damit verbundenen Einnahmen weitergehen. Die Entscheidung, ob der Sondersatz bis 2035 verlängert wird oder nicht, könnte für viele Betriebe entscheidend sein. In einer Zeit, in der die Branche nach der Pandemie um jeden Gast kämpft, könnte eine Abschaffung des Sondersatzes für einige Hotels das sprichwörtliche Aus bedeuten – nicht nur für die großen Ketten, sondern auch für die kleinen, charmanten Hotels, die oft die Seele des Schweizer Tourismus ausmachen.

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Man darf gespannt sein, wie sich die Wogen glätten werden und ob die Stimme der kleinen Hotels irgendwann Gehör findet. Ein bisschen wie im Fußball, wo oft die Underdogs für die größten Überraschungen sorgen. Und so könnte es vielleicht auch in der Hotellerie geschehen – mit einem kleinen, aber feinen Unterschied.