Valbella Resort bleibt ganzjährig geöffnet und setzt Zeichen für den Tourismus in Graubünden
Das «Valbella Resort» auf der Lenzerheide setzt ein bemerkenswertes Zeichen in der Hotellandschaft Graubündens. Wo viele Berghotels zwischen den Saisons, also im Frühling und Herbst, die Türen schließen und eine Art „tote Stille“ herrscht, bleibt dieses Juwel das ganze Jahr über geöffnet. Gastgeber Thomas Vogt, der das Hotel vor 25 Jahren gemeinsam mit seiner Frau übernommen hat, hat den Betrieb grundlegend verändert. Früher war das Resort ein klassischer Zweisaisonbetrieb, doch heute müssen die Gäste nur vier Wochen im Frühjahr auf eine Schließung für Wartungs- und Reinigungsarbeiten warten.
Es ist eine mutige Entscheidung, denn während der Zwischensaison reduzieren die Bergbahnen ihren Betrieb, die Wege zum Biken sind oft zu nass und der Schnee für Skifahrer lässt häufig auf sich warten. Trotzdem ist das Resort ein beliebter Anlaufpunkt geblieben. In den letzten Jahren hat sich die Situation in der Region deutlich gewandelt. Vor rund einem Jahrzehnt war es im Oktober und November nahezu unmöglich, ein Hotel auf der Lenzerheide zu finden. Heute ist es anders – mehrere Betriebe bleiben geöffnet, was laut Vogt ein Trend im gesamten Kanton Graubünden darstellt. Das Zusammenspiel zwischen geöffneten Hotels und den weiterhin fahrenden Bergbahnen sorgt dafür, dass die Lenzerheide auch im Herbst lebendig bleibt.
Statistik und Trends im Tourismus
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Oktober 2025 verzeichneten die Bündner Hotel- und Kurbetriebe beeindruckende 356’015 Logiernächte. Dies entspricht einem Anstieg von 8 % im Vergleich zum Vorjahr und ist der stärkste Oktober seit Beginn der revidierten Beherbergungsstatistik im Jahr 2005, abgesehen von den pandemiebedingten Jahren 2021 und 2022. Die Bruttozimmerauslastung lag im Oktober bei 31 %, was 3,2 Prozentpunkte über dem Vorjahr liegt. Besonders bemerkenswert ist, dass das Wachstum vor allem durch Schweizer und deutsche Gäste getragen wurde, die zusammen rund 25’500 zusätzliche Logiernächte generierten.
Ein Blick auf die verschiedenen Destinationen zeigt, dass insbesondere in Surselva, Prättigau, Valposchiavo und Viamala die Logiernächte um mehr als 20 % gestiegen sind. Selbst in der Bündner Herrschaft, wo die Bruttozimmerauslastung bei über 52 % bleibt, gab es kaum Rückgänge. Im Vergleich dazu verzeichneten Regionen wie Flims Laax und die Bündner Herrschaft geringfügige Rückgänge. Diese Entwicklungen sind nicht nur für die Hoteliers erfreulich, sondern auch ein erfreulicher Indikator für die gesamte Region.
Die Rolle des Tourismus in Graubünden
Der Tourismus hat in Graubünden eine immense wirtschaftliche Bedeutung. Daten vom Bundesamt für Statistik zeigen, dass die Hotellerie und Parahotellerie nicht nur eine Vielzahl an Arbeitsplätzen bietet, sondern auch zur Wertschöpfung in der Region beiträgt. Die stetig wachsenden Übernachtungszahlen sind nicht nur eine Bestätigung für die Attraktivität der Region, sondern auch ein Zeichen für die anhaltende Nachfrage nach Ferien in den Bündner Bergen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Nachfrage von Schweizer Gästen weiterhin hoch bleibt, während auch die Zahl der deutschen Gäste wieder ansteigt – Deutschland ist nach wie vor der zweitwichtigste Herkunftsmarkt für Graubünden.
Die Daten, die regelmäßig erhoben werden, sind für alle Akteure im Tourismussektor von großer Bedeutung. Sie helfen dabei, Trends zu erkennen und die Angebote entsprechend anzupassen. Die Hotellerie-Statistik erfasst alles von der Anzahl der Betriebe bis hin zu den Gästen und deren Herkunftsländern. In Zeiten, in denen die Nachfrage schwankt, ist es besonders wichtig, solche Informationen zur Verfügung zu haben, um strategisch agieren zu können.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird. Die Zeichen stehen jedoch auf Wachstum und Optimismus für die Region Graubünden, und das «Valbella Resort» wird sicher weiterhin eine zentrale Rolle im touristischen Geschehen spielen. Wer weiß, vielleicht wird der Herbst bald schon zur neuen Hauptsaison in den Bergen!
