Die Verhandlungen um einen neuen Kollektivvertrag für die Gastronomie und Hotellerie in Österreich haben am vergangenen Freitag ein abruptes Ende gefunden – und das ohne greifbares Ergebnis. Einmal mehr haben sich die Gewerkschaft vida und die Fachverbände der Branche nicht einigen können. Dabei war die Hoffnung auf eine Einigung groß, denn die Branche ist in Bewegung. Doch die Differenzen blieben unüberbrückbar. Komischerweise gibt es sogar einen Streit darüber, wer die Verhandlungen eigentlich beendet hat: während die Wirtschaftskammer behauptet, vida hätte signalisiert, dass Schluss ist, widerspricht die Gewerkschaft und zeigt sich bereit, erneut an den Verhandlungstisch zu treten.

Ein zentrales Thema war die Forderung nach einer 3,4-prozentigen Erhöhung in der untersten Lohngruppe und eine allgemeine Erhöhung der Mindestlöhne um 3 Prozent. Die wirtschaftliche Lage der Branche wird als herausfordernd beschrieben, was die Kammer als einen der Gründe für das Scheitern der Gespräche anführt. Die Beschäftigten müssen in der Zwischenzeit weiterhin mit ihren alten Verdiensten auskommen. Die Gewerkschaft vida hingegen sieht die Situation optimistischer und verweist auf die erfolgreichste Wintersaison der Geschichte. Irgendwie scheint es, als könnten die Meinungen und Einschätzungen hier nicht weiter auseinanderdriften.

Der Streit um vier Euro

Ein besonders interessanter Streitpunkt war eine Differenz von nur vier Euro: vida forderte 73 Euro brutto mehr, während die Kammer nur 69 Euro anbot. Es bleibt abzuwarten, ob und wann ein neuer Verhandlungstermin anberaumt wird. Vorerst sieht es düster aus, denn der nächste Termin ist nicht in Sicht. Für die Beschäftigten bedeutet dies, dass sie weiterhin auf eine Anpassung ihrer Löhne warten müssen.

Ein Blick in die Zukunft zeigt jedoch, dass am 26. November 2024 ein Kollektivvertrag für das Hotel- und Gastgewerbe abgeschlossen wurde. Dieser Vertrag trat am 1. November 2024 in Kraft und wird für alle Arbeitnehmer:innen, Lehrlinge und Pflichtpraktikant:innen im gesamten Gebiet der Republik Österreich gelten. Vertragspartner sind die Fachverbände Gastronomie und Hotellerie sowie die Gewerkschaften vida und GPA. Schön und gut, aber was bedeutet das für die aktuellen Verhandlungen? Nun, die neuen Regelungen scheinen zunächst einmal die aktuelle Situation nicht zu beeinflussen.

Ein Blick auf die Details

Der neue Kollektivvertrag regelt nicht nur die arbeits- und lohnrechtlichen Bestimmungen, sondern auch die Löhne, Gehälter und Lehrlingseinkommen. Eine interessante Anmerkung: Leitende Angestellte sind von den Regelungen zur Arbeitszeit ausgeschlossen. Das bringt ein gewisses Maß an Flexibilität mit sich, aber auch Herausforderungen. Die Hinterlegung beim Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft zeigt, dass der Kollektivvertrag offiziell anerkannt ist und die Branche in eine neue Ära eintreten kann. Doch das ist alles Zukunftsmusik.

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Jetzt bleibt es für die Branche spannend, wie sich die Verhandlungen weiterentwickeln werden. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, und man fragt sich, ob die beiden Seiten in naher Zukunft einen Kompromiss finden können, der für alle tragbar ist. Die Beschäftigten können nur hoffen, dass ihre Stimmen auch in künftigen Gesprächen Gehör finden. Und bis dahin bleibt nichts anderes übrig, als die Situation zu beobachten und auf ein positives Ergebnis zu hoffen.