Heute ist der 5.05.2026 und die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist spürbar, doch die Realität sieht für die Hotels in den USA etwas anders aus. Rund einen Monat vor dem großen Ereignis zeigen die Buchungszahlen ein ernüchterndes Bild. Viele Hotelbetriebe in den Austragungsorten verzeichnen eine schwächere Nachfrage als erwartet. Laut einer Umfrage der American Hotel & Lodging Association (AHLA) liegen fast 80% der Betriebe unter den prognostizierten Buchungszahlen. Das ist schon eine ganz schön herbe Enttäuschung! Während Analysehäuser wie CoStar und Tourism Economics mit optimistischen Wachstumserwartungen bei Zimmerraten und Auslastung aufwarteten, scheinen die realen Zahlen dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung zu machen.
Die Situation ist alles andere als einheitlich. Während in Städten wie Boston, Philadelphia, San Francisco und Seattle das Buchungsgeschäft eher schleppend läuft, gibt es auch positive Ausnahmen. In Miami und Atlanta scheinen viele Hotels die Erwartungen zu erfüllen oder sogar zu übertreffen. Los Angeles und New York dagegen bewegen sich auf dem gewohnten Sommerniveau. Das macht die Sache für die Hotelmanager nicht einfacher, denn die Unsicherheit über die Nachfrage sorgt für gehörigen Stress. Und was macht Kansas City? Dort bezeichnen einige Hotelbetreiber die WM schon als Ereignis ohne nennenswerte Auswirkungen – das klingt nicht gerade nach einer Fußballparty, oder?
Bürokratische Hürden und geopolitische Faktoren
Die Gründe für die verhaltene Nachfrage sind vielschichtig. Ein relevanter Teil der Buchungen entfällt mittlerweile auf Kurzzeitvermietungen und alternative Unterkünfte, so die Daten des Analysedienstes AirDNA. Doch was ist mit den internationalen Gästen? Hier kommen bürokratische Hürden ins Spiel. Rund 70% der Hotelbetreiber berichten von Schwierigkeiten bei der Visumvergabe und einer angespannten weltpolitischen Lage, die das Interesse aus dem Ausland stark einschränkt. Das ist wie ein dicker Klotz am Bein, der die Einreisen aus dem Ausland erheblich bremst. Die Hoffnung auf eine baldige Erholung bleibt, denn das Zeitfenster für Reservierungen ist noch nicht geschlossen. Vielleicht gibt es in den kommenden Wochen doch noch kurzfristige Buchungen, die die Auslastungszahlen anheben könnten. Ein bisschen Optimismus schadet nie!
Wenn man sich die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland anschaut, wird schnell klar, dass nicht alles nur Schall und Rauch ist. Damals war die WM ein großer wirtschaftlicher Erfolg, und die deutsche Bundesregierung sprach von einem positiven Einfluss auf die Tourismusbranche. Die Erwartungen für den Deutschland-Tourismus wurden übertroffen, und die kurz- und mittelfristigen Effekte waren alles andere als gering. Public Viewing und die damit verbundene Begeisterung führten zu einem Imagewandel, der für Deutschland einen nachhaltigen Effekt mit sich brachte. Das kann man nicht leugnen.
Ein Blick in die Zukunft
Die WM 2006 hat gezeigt, wie wichtig ein reibungsloser Turnierverlauf und emotionale Bilder für den Tourismus sind. Das stimmte nicht nur die Einheimischen euphorisch, sondern zog auch internationale Besucher an. Wenn man so will, ist das der Vorbildcharakter für zukünftige Europa- und Weltmeisterschaften, der hier zur Geltung kommt. Die Frage bleibt: Wird die WM 2026 in den USA ähnlich positive Effekte mit sich bringen? Die Zeit wird es zeigen. Aber für die Hotelbranche heißt es jetzt erst einmal, die Füße stillzuhalten, die Buchungslage im Auge zu behalten und vielleicht noch auf den ein oder anderen kurzfristigen Buchungsregen zu hoffen. Die Vorfreude bleibt, auch wenn die Realität uns manchmal einen Strich durch die Rechnung macht.