Die Schweizer Bäckerei-, Konditorei- und Confiseriebranche hat es momentan wirklich nicht leicht. Druck von Großverteilern, die mit ihren günstigeren Import-Backwaren auf den Markt drängen, sorgt für schlaflose Nächte bei vielen Betrieben. Die Situation wird zusätzlich durch einen akuten Fachkräftemangel verschärft. Da fragt man sich: Wie soll man da noch mithalten? Roger Lang, der Leiter Recht, Sozialpolitik und Kampagnen bei der Hotel & Gastro Union (HGU), hat dazu klare Ansichten. Er betont, dass die Lösung nicht im Abbau von Arbeitsplätzen oder in niedrigen Löhnen besteht. Am 13. Oktober beginnen die Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV), und die HGU hat sich nicht lumpen lassen. Sie haben Forderungen in vier Kategorien aufgestellt, die für frischen Wind sorgen sollen.

Besonders im Fokus stehen die Löhne. Hier sollen verbindliche Wochenend- und Feiertagszulagen eingeführt werden. Auch die Berufserfahrung soll beim Mindestlohn berücksichtigt werden – das ist nur fair, oder? Außerdem soll es einen Teuerungsausgleich auf den Effektivlöhnen geben und für jeden Mitarbeitenden einen vollen 13. Monatslohn ab dem ersten Tag. Zu den geforderten Verbesserungen zählt auch die Erhöhung der Mindestlöhne. In der Gastronomie wird es ab dem 1. Februar 2026 neue Mindestlöhne geben, die unter dem GAV der Bäckerei-Confiseriebranche allgemeinverbindlich sein werden. Das sorgt für zusätzliche Aufregung.

Ein Blick auf die Arbeitszeit und Freizeit

Aber nicht nur die Löhne stehen auf der Agenda. Die Dienstpläne sollen künftig spätestens Mitte des Monats für den Folgemonat vorliegen. Das klingt doch nach einer besseren Planung! Zudem wird eine Aufstockung der bezahlten Feiertage von sechs auf neun pro Jahr gefordert. Wer würde sich nicht über mehr freie Tage freuen? Doch das ist noch nicht alles. Auch bei den Sozialleistungen und der Bildung tun sich neue Möglichkeiten auf. Die HGU möchte die Lohnfortzahlung bei Arbeitsausfällen erhöhen und Verbesserungen bei der Pensionskasse erreichen. Letzteres könnte für viele eine echte Entlastung sein.

In der Gastronomie herrscht derweil ein akuter Arbeitskräftemangel. Nach Corona haben viele Köche und Servicekräfte den Job gewechselt, oft zu Online-Shops oder Lieferdiensten. Das hat die Branche stark getroffen. Aktuell gibt es auf eine ausgeschriebene Stelle gleich zwei Stellensuchende, aber die Qualität der Angebote lässt oft zu wünschen übrig. Martin Meienberg, ein gelernter Koch, ist seit Monaten auf der Suche nach einer neuen Anstellung – es gibt viele Stellen, aber nicht die richtigen. Die Gastronomie hat zwar gelernt, mit der Situation umzugehen, viele Betriebe bilden Hilfsköche intern weiter, doch die Unsicherheiten bleiben.

Der lange Weg zum neuen GAV

Der aktuelle GAV läuft noch bis zum 31. Dezember 2028. Die Verhandlungen zielen darauf ab, bis Ende 2027 einen neuen Vertrag zu erreichen – ein neuer GAV könnte dann am 1. Januar 2029 in Kraft treten. Spannend wird es allemal. Die Branche ist gefordert, sich neu aufzustellen und gleichzeitig den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Gastrosuisse investiert bereits in die Verbesserung des Images der Gastronomie, mit dem Ziel, die Attraktivität der Branche zu steigern. Das könnte dazu beitragen, dass sich mehr junge Menschen für Ausbildungsberufe entscheiden – immerhin haben sich 2024 1485 junge Leute für eine Kochlehre entschieden, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2022.

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Die Herausforderung ist groß, aber die Branche zeigt sich resilient. Es ist an der Zeit, in Menschen zu investieren, um die Stabilität zu fördern und die Talente zu halten. Denn nur so kann die Gastronomie in der Schweiz auch weiterhin florieren. Man darf gespannt sein, wie die Verhandlungen ab dem 13. Oktober verlaufen und welche neuen Impulse in Zukunft gesetzt werden.