Zukunftsvisionen: Wie die Gastronomie mit Innovationen und Zusammenarbeit die Krise meistert
Am Anfang des Juni versammelten sich Vertreter der deutschsprachigen Hotellerie und Gastronomie aus sechs Ländern in Innsbruck. Die Veranstaltung, organisiert von den Fachverbänden Gastronomie und Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich sowie der Österreichischen Hotelvereinigung, diente als Plattform, um über die aktuellen Herausforderungen in der Branche zu diskutieren. Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol kamen zusammen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln.
Ein großes Thema war die zunehmend angespannte Ertragslage, die durch steigende Energie-, Einkaufs- und Personalkosten zusätzlich belastet wird. Die Kaufzurückhaltung bei Gästen sowie die Veränderungen im Konsum- und Ausgehverhalten werfen einen Schatten auf die Branche. Man kann sagen, dass die Zeiten für viele Gastronomiebetriebe und Hotels alles andere als einfach sind. Die Diskussionen drehten sich auch um langfristige Entwicklungen, wie den Rückgang traditioneller Gastronomiebetriebe und die Herausforderungen in der Nachtgastronomie. Auch die demografischen Veränderungen wurden eingehend beleuchtet, denn die Gäste von heute sind nicht mehr die Gäste von gestern.
Auf der Suche nach Lösungen
Ein weiterer zentraler Punkt waren die Themen Mitarbeiterzufriedenheit und die Notwendigkeit von Aus- und Weiterbildung. Die Branche braucht nicht nur engagierte Mitarbeiter, sondern muss auch die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung fördern. Eine enge Zusammenarbeit mit Tourismusschulen wurde als Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung hervorgehoben. Denn ohne gut ausgebildete Fachkräfte wird es zunehmend schwerer, die Herausforderungen zu bewältigen.
Die deutsche Gastronomiebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, nicht zuletzt bedingt durch die Pandemie, die bestehende Veränderungen beschleunigt hat. In Zeiten von Inflation und steigenden Betriebskosten ist die Konsumzurückhaltung der Gäste ein ernstzunehmendes Problem. Laut DEHOGA konnten 2023 über 80% der Betriebe offene Stellen nicht besetzen. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch alarmierend für die gesamte Branche.
Innovative Ansätze und Trends
Die Zahlen sprechen für sich: Gastronomiebetriebe in Deutschland sanken zwischen 2019 und 2023 um rund 12%. Doch wo es Herausforderungen gibt, entstehen auch neue Ideen. Hybride Konzepte, die tagsüber Coworking und abends Restaurantbetrieb kombinieren, sind nur ein Beispiel. Digitalisierung und Automatisierung, wie digitale Speisekarten oder KI-gestützte Planung, revolutionieren das Gastgewerbe. Auch Nachhaltigkeit und Regionalität spielen eine immer wichtigere Rolle. Die Gäste von heute schätzen lokale Lieferketten und engagieren sich für Zero-Waste-Ansätze.
Die Zukunft wird spannend! Mit dem Trend hin zu Experience Dining, Pop-up-Konzepten und interaktiven Kochformaten wird das Gastronomie-Erlebnis neu definiert. Zudem sind Delivery & To-Go-Angebote als eigenständige Geschäftszweige nicht mehr wegzudenken. Der kreative Umgang mit Herausforderungen könnte das neue Erfolgsrezept sein.
Beratung und Unterstützung
Zeitgemäße Gastronomieberatung erfordert mehr als nur gute Ideen. Sie muss eine ganzheitliche Analyse unter Berücksichtigung regionaler Trends und Zielgruppenverhalten bieten. Maßgeschneiderte Konzepte sind gefragt, ebenso wie der Aufbau von Kompetenzen und Teamentwicklung, um die Arbeitgeberattraktivität zu stärken. Kenntnisse über Fördermittel sind unerlässlich, um Investitionen zu unterstützen und bei der Umsetzung von Konzepten zu begleiten.
Die Gastronomie der Zukunft wird zunehmend polarisiert – Premium- und Discountformate wachsen, während das mittlere Segment unter Druck gerät. Automatisierung wird zwar zunehmen, doch der Wunsch nach menschlichen Erlebnissen bleibt. Nachhaltigkeit wird nicht nur zur Pflicht durch Regulierung, sondern auch durch das Bewusstsein der Konsumenten.
Am Ende bleibt die Frage, wie die Gastronomieberatung sich zu einer Entwicklungspartnerschaft wandeln kann, die langfristige Unterstützung und Orientierung bietet. Denn in einer Zeit des Wandels ist es wichtiger denn je, zusammenzuhalten und gemeinsam Lösungen zu finden.
