Heute ist der 3.06.2026 und die Hotelbranche steht einmal mehr im Fokus, denn vor kurzem fand ein bedeutendes Treffen der deutschsprachigen gastgewerblichen Branchenverbände in Innsbruck statt. Organisiert von der Wirtschaftskammer Österreich und der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), versammelten sich Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol. Unter den Anwesenden waren auch prominente Vertreter des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV): Präsident Klaus Berger, Direktor Raffael Mooswalder und Past-Präsident Manfred Pinzger. Die Atmosphäre war, sagen wir mal, angespannt, aber auch motivierend. Es ging um nicht weniger als die Herausforderungen, Perspektiven und neue Impulse für unsere Branche.
Es wird deutlich, dass die Themen, die dort besprochen wurden, uns alle betreffen. Die hohen Energiepreise, steigenden Einkaufs- und Personalkosten setzen den Betrieben ganz schön zu. Viele Hoteliers und Gastronomen in Deutschland berichten von dramatischen Umsatzrückgängen. Im ersten Halbjahr 2025 lagen die Umsätze real 15,1% unter dem Niveau von 2019. Das ist kein Pappenstiel! Und während nominal ein Anstieg von 10,9% zu verzeichnen war, bleibt die Gefahr eines sechsten Verlustjahres in Folge im Raum stehen.
Herausforderungen und Strukturwandel
Die gemeinsame Herausforderung, die alle Teilnehmer des Innsbrucker Treffens erkannten, ist die spürbare Kaufzurückhaltung bei den Gästen. Auch die Gastronomie und Hotellerie, die als zentrale Wirtschaftsfaktoren gelten und verlässliche Arbeitgeber sind, stehen unter erheblichem Ergebnisdruck. Der Rückgang traditioneller Gasthäuser und die existenzbedrohenden Rückgänge in der Nachtgastronomie sind alarmierende Trends, die durch demographische Entwicklungen und verändertes Konsumverhalten geprägt sind. Es ist wie ein schleichender Wandel, der uns alle betrifft – und zwar nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland, wo laut DEHOGA-Umfrage im Juli 2025 die Umsatzverluste im Vergleich zum Vorjahr bei 9,3% lagen.
Die Umfrage zeigt, dass 32,9% der Betriebe fürchten, 2025 in die Verlustzone zu geraten. Und das, obwohl 76,2% von ihnen glauben, dass eine gesetzliche Verankerung der 7%-Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie bis zum 1. Januar 2026 eine Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Situation mit sich bringen könnte. Ein bisschen Hoffnungsschimmer in trüben Zeiten, oder? Viele Betriebe sehen durch diese Maßnahme auch die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu sichern und sogar neue Stellen zu schaffen.
Gemeinsame Lösungen und Innovation
Die Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen zur Kostenbremsung und Entlastung der Betriebe sind laut und deutlich. Der Austausch und die Zusammenarbeit bei innovativen Projekten, wie die Förderung von Tourismusakzeptanz und Mitarbeiterzufriedenheit, werden als Schlüssel zum Überleben in dieser herausfordernden Zeit angesehen. Die Einbindung von Tourismusschulen und neuen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ist ein weiterer Schritt, den es zu gehen gilt.
Die Situation ist nicht einfach, das wissen wir alle. Die Personalkosten haben mittlerweile die 40%-Marke überschritten, Wareneinsatz liegt über 30%. Und das, während die Arbeitskosten seit 2022 um 34,4% gestiegen sind. In solch einem Klima ist es kein Wunder, dass viele Unternehmer – satte 72,1% – notwendige Investitionen nicht tätigen konnten. Die Sorgen über steigende Lebensmittel-, Getränke- und Energiekosten sind allgegenwärtig. Es ist ein ständiger Balanceakt, der uns oft den Schlaf raubt.
Am Ende des Tages bleibt die Gastronomie ein zentraler Auftraggeber für regionale Handwerksbetriebe. Wir alle müssen daran arbeiten, dass unser Branchenimage gestärkt wird und wir als Arbeitgeber attraktiv bleiben. Denn eines ist klar: Unsere Branche hat über 2,2 Millionen Beschäftigte und erwirtschaftete im Jahr 2023 einen Umsatz von 115 Milliarden Euro netto. Irgendwie müssen wir das Ruder herumreißen!