Camping – das ist für viele mehr als nur ein Urlaub. Es ist Freiheit, Abenteuer und ein bisschen Nostalgie. Und wenn wir über Camping sprechen, dann kommen wir an Bettina Tietjen nicht vorbei. Die 66-jährige TV-Moderatorin, die seit 35 Jahren mit ihrem Mann Udo durch Europa tourt, ist das lebende Beispiel für die pure Freude am Campen. Mit ihrem selbst ausgebauten Fiat Ducato, der mittlerweile über 360.000 Kilometer auf dem Buckel hat, genießt sie die Einfachheit und Unbeschwertheit, die das Campen mit sich bringt. Es ist einfach ein anderes Leben, wenn man im Wohnmobil sitzt und die Natur um sich herum spürt.

Bettina ist eine wahre Camping-Puristin. Sie liebt es, spontan zu reisen und entscheidet oft erst kurz vor der Abfahrt, wo es hingehen soll. An Himmelfahrt plant sie eine Reise nach Frankreich, um an einer Hochzeit teilzunehmen. Sie bevorzugt einfache Campingplätze, die keine Animation bieten und in denen der Ausblick auf große Bäume und die umgebende Natur im Vordergrund steht. Dabei ist es ihr wichtig, dass die Plätze nicht in feste Parzellen unterteilt sind. So kann man den Platz genießen, ohne sich eingeengt zu fühlen. Und auch die Utensilien, die sie für ihren Campingausflug einpackt, sind eher minimalistisch: Ein Multifunktionswerkzeug, eine Stirnlampe, ein Moskitonetz und ein Besen gehören zur Grundausstattung.

Begegnungen und Erinnerungen

Wie viele andere Camper schätzt Bettina die Begegnungen, die man unterwegs macht. Diese oft zeitlich begrenzten Momente können tiefgreifende Freundschaften entstehen lassen. Auch der Autor eines Buches über Camping schreibt darüber, wie wertvoll solche Begegnungen sind. Ob beim Baguetteholen in einem kleinen französischen Ort oder beim Austausch mit Einheimischen auf familiengeführten Campingplätzen – jede Interaktion bereichert das Erlebnis. Frankreich, insbesondere Korsika, ist für viele Camper ein beliebtes Ziel. Bettina und ihr Mann sind keine Ausnahme; auch sie haben eine Vorliebe für die Côte d’Azur, wo man oft ein ganzes Jahr im Voraus buchen muss.

Das Freiheitsgefühl beim Campen ist unbeschreiblich. Man kann spontan entscheiden, wo man die Nacht verbringt und hat die Natur direkt vor der Tür. Doch es gibt auch Herausforderungen: schlechtes Wetter, Mücken und manchmal unzureichende sanitäre Einrichtungen können den Campingurlaub trüben. Aber gerade diese Ungewissheiten machen das Abenteuer aus. Manchmal könnte man meinen, das Campen sei wie ein Puzzle, bei dem man die Teile selbst zusammenfügt: Wo stelle ich mein Zelt auf? Wie baue ich es am besten ab? Und was mache ich bei Regen? Das sind die kleinen Herausforderungen, die einem das Gefühl geben, wirklich zu leben.

Die Entwicklung des Campings

Camping hat eine lange Tradition und ist auch 2024 mehr denn je im Trend. Deutsche Campingplätze verzeichneten ein Rekordhoch von 42,9 Millionen Übernachtungen. Es wurden 96.000 neue Campingfahrzeuge zugelassen, was zeigt, dass das Interesse an dieser Art des Reisens ungebrochen ist. Viele Menschen campen nicht nur aus Budgetgründen, sondern viel mehr aus Abenteuerlust und dem Wunsch, die Kontrolle über ihre Umgebung zu haben. Soziologen beschreiben das Erlebnis als eine Kombination aus Loslassen und Kontrolle. Manchmal fühlt man sich in der Gemeinschaft mit anderen Campern einfach wohler als in einem Hotelzimmer. Die hilfsbereiten Nachbarn am Platz sind oft eine wichtige Stütze, und die sozialen Interaktionen fördern ein Gefühl der Verbundenheit.

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In einer Welt, die immer schneller und hektischer wird, bietet das Campen eine willkommene Auszeit. Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln, wo man die Natur und die Freiheit in vollen Zügen genießen kann. Und wenn Bettina Tietjen in ihrem Wohnmobil sitzt und die Aussicht auf sich wirken lässt, dann weiß sie, dass sie die beste Entscheidung getroffen hat: das Leben auf der Straße, umgeben von der Schönheit der Natur und den Begegnungen mit anderen Menschen. Es gibt einfach nichts Schöneres!